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Irlands Ostküste: Eine Reise in die Vergangenheit

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IRLAND CLIFF
ullstein bild via Getty Images
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Die historische Ostküste Irlands wird durch Burgen, Schlösser, Kirchen und Gärten geprägt. Wer sich näher auf die Geschichte einlässt erfährt auch viel über Emigration und Schiffskatastrophen. Der schnellste Weg an die irische Küste führt mit dem Flugzeug von Deutschland nach Dublin oder Cork.

Cork ist die größte Grafschaft des Landes und für viele auch die abwechslungsreichste. Viele fühlen sich vom Charme, den Cork ausstrahlt, angezogen: die Landschaft ist geprägt von der Nähe zum Atlantischen Ozean, den malerischen Küstenstädtchen, wunderschönen Buchten bzw. Halbinseln und den der Küste vorgelagerten Inseln.

Die Stadt Cork, nach der die Grafschaft benannt wurde, wird durchzogen von einer Vielzahl von Kanälen und Brücken und verfügt über ein lebendiges Einkaufsviertel und ein attraktives Stadtzentrum. Für Besucher in Cork City bietet sich ein Trip nach Cobh an. An der kleinen Hafenstadt am südlichen Ufer der Insel machen heute noch viele Kreuzfahrtschiffe im Hafen fest. In Erinnerung bleiben dürfte Cobh jedoch eher durch die Emigration sowie durch zwei bedeutende Schiffkatastrophen.

Titanic und Lusitania - Der Preis des Ruhms

Aufgrund der großen Hungersnot und schlechter Lebensbedingungen verließen zwischen 1848 und 1950 rund sechs Millionen Iren ihre Heimat. Fast die Hälfte davon nutzte den Hafen von Cobh (früher: Queenstown) um nach Nordamerika zu gelangen.

Auch die RMS Titanic hat auf ihrer Jungfernfahrt am 11. April 1912 in Queenstown angelegt. Sieben Passagiere mit Reiseziel Irland gehen von Bord und 123 Passagiere stiegen zu, von ihnen haben die meisten Tickets der dritten Klasse gekauft, betont der Historiker http://www.titanic.ieMichael Martin.

Gerade die Passagiere der dritten Klasse wollten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ein neues, besseres Leben beginnen. Rund drei Jahre später wurde das Passagierschiff RMS Lusitania auf der Fahrt von New York nach Liverpool von einem deutschen U-Boot abgeschossen.

Der Historiker führt Touristen durch seine Stadt, erzählt Geschichten und Legenden über die Seefahrt am Leben - und hat mit Cobh einen Ort gefunden, an dem Tragik und Ruhm eng beieinander liegen. Über beide Katastrophen hat Martin ein Buch geschrieben.

Wo einst die Schiffe anlegten, steht heute ein Gebäude, das immer wieder in Zusammenhang mit der Titanic" abgebildet wird. Früher kauften die Passagiere hier Tickets für Atlantiküberquerungen und warteten darauf, an Bord der Zubringerschiffe gelassen zu werden.

Im „http://www.cobhheritage.com/Cobh Heritage Centre" wird dem Besucher das Leben in Irland im 18. und 19. Jahrhundert sowie die Massenemigration im Rahmen einer Ausstellung näher gebracht. Zu den Sehenswürdigkeiten von Cobh zählen die alles überragende neugotische St. Coleman Kathedrale. Daneben lohnt auch ein Spaziergang entlang der bunten Häuserzeilen und das Flanieren am Quay.

Zu den bekannten Adressen der Stadt gehören auch das Commodore Hotel (ex Queens Hotel), der Royal Cobh Jacht Club sowie der J.F. Kennedy Park. Nach dem Rundgang im „Cobh Heritage Centre" bietet sich ein Besuch in der http://www.titanicbarandgrill.ie/Titanic Bar and Grill an. Seit der Eröffnung im Jahr 2012 ist die Titanic Bar gleichermaßen bei Einheimischen und Besuchern sehr beliebt.

Zum Menüangebot des Restaurants zählen Irish Steaks, frischer Fisch sowie auch typische Gerichte wie die Titanic Hot Buffalo Wings oder der Titanic Doppel Burger.

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Unweit von Cobh befindet sich Midleton. Besucher zieht es in dieser Kleinstadt unweigerlich zum Jameson Heritage Centre, eine alte Whiskey-Brennerei, die in einem Mühlengebäude aus dem 18. Jahrhundert untergebracht ist. Seit 1992 ist die alte Destillerie als Museum geöffnet. Die von den Murphys Brüdern gegründete Old Distillery verfügt unter anderem über die größte Kupferdestillieranlage der Welt.

In der angrenzenden Old Jameson Whiskey Distillery werden heute noch in jedem Jahr rund 23 Millionen Flaschen Whiskey hergestellt. Bei Führungen lernen Besucher die einzelnen Schritte zur Herstellung des irischen Whiskeys kennen, erfahren die Unterschiede zum schottischen und amerikanischen Whisky und können sich beim obligatorischen Tasting selber ein Urteil über den Geschmack der verschiedenen Whiskeysorten bilden.

Nach der Whisky-Probe können Kulturliebhaber von hier aus einen Abstecher nach Youghal nehmen. Der Ort liegt zentral zwischen den beiden internationalen Flughäfen von Cork und Waterford und ist auf der Hauptroute, die über den Süden des Landes läuft - der N25 - gut zu erreichen. Zu den Sehenswürdigkeiten der Kleinstadt zählen die http://youghal.cloyne.anglican.org/youghal_stmarySt. Mary's Collegiate Church und die Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert.

Um die im irisch-romanischen Stil umgebaute Kirche wurde 1220 ein großes Kirchenschiff errichtet. Die Kirche ist eine der wenigen in Irland, die seit ihrer Errichtung ständig in Benutzung sind. Sehenswert sind das Denkmal von Sir Richard Boyle aus dem 17. Jahrhundert und ein älterer Stein, der ein Wikingerschiff aus dem 9. Jahrhundert darstellt. Verbunden mit der Kirche waren auch Leute wie Sir Walter Raleigh, dessen Haus nebenan aus dem Friedhof zu sehen ist sowie Oliver Cromwell.

Am Abend kommen Feinschmecker im Restaurant Ahern`s Seafood Restaurant auf ihre Kosten. Hier werden nicht nur Köstlichkeiten aus der Umgebung serviert, sondern der Gast mit umfangreichen Kenntnissen über die Menüs überzeugt.

Laut Rory Matthews von Failte Ireland gehört das Ahern`s zu den am besten bewerteten Fischrestaurants auf der Insel. Gäste die in Youghal übernachten wollen können dies im hauseigenen Boutique-Hotel oder z. B. im „http://walterraleighhotel.com/The Walter Raleigh Hotel", direkt an der Strandpromenade, tun. Nach eigenen Angaben gehört das „The Walter Raleigh" zu den 25 besten Hotels in Irland.

Grafschaft Waterford steckt voller Geschichte

Waterford in Irland liegt im sonnigen Südosten Irlands und hat Touristen viel zu bieten: eine lange Küstenlinie mit schönen Dörfern, viele Strände, Bergketten, in denen sich vorzüglich wandern lässt und alte Städte mit Flair, Geschichte und kulturellen Angeboten. Waterford City gab dem County Waterford seinen Namen und ist Irlands älteste Stadt.

Im „Wikinger-Dreieck" der Stadt gibt es drei dicht beieinander liegende Museen, die die Geschichte der Stadt dokumentieren. Der Reginald's Tower aus dem 12. Jahrhundert mit seinen drei bis vier Meter dicken Mauern war einst die Haupt-Befestigungsanlage der Stadt. Die Ausstellung im Turm erklärt den Einfluss der Wikinger auf Irlands Geschichte. Das Medieval Museum stellt besondere Artifakte aus dem Mittelalter aus, und das Bishop's Palace Museum dokumentiert die Geschichte der Stadt zwischen 1700 und 1970.

Das nicht für die Öffentlichkeit zugängliche Schlosshotel Lismore Castle liegt in einer Panorama-Lage mit Blick auf das Tal von Blackwater. Hier reicht der Blick über sanfte, bewaldete Hügel bis zum Knockmealdown-Gebirge. Das von Sir Walter Raleigh geführte Schloss wurde 1589 an Richard Boyle für 1.500 Pfund verkauft.

Im Jahr 1753 wurde die Burg an den Herzog von Devonshire weiter veräußert. Den Devonshires gehört auch das heutige Schloss. Lismore eignet sich für einen unvergesslichen Familienurlaub, für besondere Events sowie für Hochzeiten. Im Schloss ist Platz für 35 Personen, die zusammen dort für rund 56.000 Euro eine Woche übernachten können.

Besucher sind eingeladen den historischen Garten von Lismore Castle zu besichtigen. Neben einer Vielzahl von außergewöhnlichen Pflanzen und Bäumen ist der Garten auch die Heimat einer permanenten Skulpturensammlung. Lismore Castle Gardens zählt zu den Höhepunkten des Waterford Garden Trail, der fünfzehn Gärten rund um Waterford umfasst.

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Waterford Crystal: Beeindruckende Glasmanufaktur

Das Aushängeschild von Waterford ist seine Glasmanufaktur. Waterford Crystal wurde 1783 gegründet, und das dort gefertigte Kristallglas ist weltberühmt. Nach Konkurs und amerikanischer Übernahme im Jahr 2009 fertigt man jetzt in Waterford nur noch etwa die Hälfte der Glaswaren wie vor 2009 an.

Der Rest wird in anderen europäischen Ländern hergestellt. Auf den geführten Touren, die durch die Manufaktur angeboten werden, können Touristen den Glasbläsern bei den verschiedenen Arbeitsschritten auf die Finger schauen und am Ende der Tour im „gift shop" auch Andenken erwerben. Werksführungen, bei denen man den vollständigen Produktionsablauf beobachten kann, sind ebenfalls möglich.

Sie finden mehrmals täglich statt. Wer von Waterford aus zur Fabrik fährt, hat die Möglichkeit, sich vorher in der Tourist Information die genauen Zeiten geben zu lassen. In der Crystal Gallery sind all die Dinge ausgestellt, die sich ein normaler Besucher wohl niemals leisten kann: Kronleuchter, Vasen, Nippes, Schmuck - selbstverständlich alles vom Feinsten.

Wer sich dafür interessiert, sollte von Waterford aus die kurze Strecke von nur wenigen Kilometern nach Kilbarry fahren. Dort befinden sich die Fabrik und das Waterford Crystal Visitors Centre.

Der Rock of Cashel - Besuchermagnet

Eigentlich gelten Städte dieser Größe eher als verschlafen und sind dafür verschrien, nicht nur nachts die sprichwörtlichen Bürgersteine hoch zu klappen. Doch davon ist im Cashel keine Spur - ganz im Gegenteil. Fast ganzjährig herrscht hier im Süden der Grünen Insel geschäftiges Treiben.

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Denn die 2800-Seelen-Gemeinde nennt ein besonderes Pfund, mit dem sie wuchern kann ihr Eigen: denhttp://www.heritageireland.ie/en/en/south-east/rockofcashel/Rock of Cashel. Schon von Weiten ragt die Silhouette der eindrucksvollen Ruine der so genannten „irischen Akropolis" mit ihren Türmen, Zinnen und Spitzgiebeln gen Himmel.

Noch heute zeugt der mächtige Felsen in der flachen Landschaft des Counties Tipperary vom Glanz und der Macht des einstigen Königssitzes und avanciert nicht von ungefähr zu einem der größten Besuchermagneten in Irland. Auf dem Gelände ist auch ein zwei Meter hohes St. Patrick's Cross aus dem 12. Jahrhundert zu finden. Dessen Sockel diente vermutlich einst als Krönungsstein und lässt beim Anblick die lange, bewegte Geschichte des beeindruckenden Berges noch einmal eindrucksvoll lebendig werden.

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