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Dublins Norden ist eine Reise wert

14/05/2016 14:22 CEST | Aktualisiert 15/05/2017 11:12 CEST
yktr via Getty Images

Für Reisende ist Dublin mit einer Bevölkerung von knapp über 500.000 überschaubar und bequem. Inklusive der Vororte und Satellitenstädte leben in Dublin ca. 1,4 Mio. Menschen. Die Innenstadt erhält ihre Struktur nicht nur durch den Fluss, sondern auch durch die zahlreichen Brücken. Die Stadt ist daher auch für Touristen die gut zu Fuß sind, problemlos zu erkunden.

Für jene, die wenig Zeit zur Verfügung haben und sich die vielen Sehenswürdigkeiten nicht entgehen lassen wollen, können auch den Bus nehmen. Mit rund 200 Linien verfügt Dublin über ein umfangreiches Busnetz. Die vielen Attraktionen lassen sich auch mittels der vielen „Hop-on-Hopp-off"-Linien besichtigen.

Zum öffentlichen Nahverkehr gehört auch die DART-Bahnlinie. Diese Stadtbahn verbindet die Innenstadt mit den Vororten entlang der Ostküste von Howth bzw. Malahide im Norden bis nach Greystones im Süden. Der Flughafen, der ca. 10 km von der Innenstadt entfernt ist, liegt im Norden der Stadt. Der Fluss Liffey teilt Dublin in den Nordteil (Northside) und dem Süden (Southside). Während im Norden eher die Arbeiterklasse ihre Wurzeln haben, wohnen im Süden Menschen, die sich der Mittel- oder Oberschicht zurechnen. Auch Hotels gibt es in Dublin genug.

Sollten sie sich für ein citynahes Hotel entscheiden, könnte das „The Morrison Hotel" (145 Zimmer), Lower Ormond Quay, gegenüber dem Liffey genau das richtige sein. Wer es noch etwas größer und luxuriöser haben möchte für den könnte „The Marker" (187 Zimmer), Grand Canal Square, Docklands, infrage kommen.

DNA- Dublin Northside Attractions

Während der Süden von Dublin - und hier im Besonderen das Kneipenviertel Temple Bar - jedes Jahr Millionen von Touristen anzieht, wird der nördliche Teil der Stadt bislang weniger von Touristen frequentiert. Völlig zu Unrecht, denn in diesem Teil der Hauptstadt gibt es eine Vielzahl von Attraktionen die sich Reisende nicht entgehen lassen sollten.

Dublin's Northside Attractions (http://www.dublindna.ie/ führt Touristen zu einer Reihe außergewöhnlicher Sehenswürdigkeiten, wozu unter anderem das General Post Office (GPO), der Croke Park und das GAA Museum, der Friedhof (Glasnevin Cemetery), der botanische Garten, die Jameson Brennerei und das Guinness Storehouse gehören. Der nördliche Teil Dublins ist erst in den letzten Zeit etwas stärker in den Fokus der Iren bzw. der Tourismusbehörde der Republik Irland (Fáilte Irland) geraten. Dass der Norden in der Geschichte der Stadt wieder einen größeren Platz in der Geschichte der Stadt spielen wird, ist auch Rory Mathews, Repräsentant von Fáilte Irland, überzeugt.

Bislang wurde dieser Teil der Stadt vorwiegend mit der Jameson Distillery oder dem Guinness Storehouse in Verbindung gebracht, betont Mathews.

Dabei sind andere Sehenswürdigkeiten viel stärker mit der Geschichte Irlands verbunden wie zum Beispiel das General Post Office (GPO). Im Osteraufstand 1916 wollte eine kleine Gruppe der Irish Citizen Army (ICA) verschiedene Knotenpunkte und strategische Gebäuden in Dublin, darunter auch das GPO-Gebäude erobern und eine unabhängige irische Republik proklamieren.

Zu der Bataillon, die das Hauptpostamt in Dublin (GPO) besetzen wollten, gehörten damals auch James Connolly sowie Michael Collins an, dessen imposante Gräber sich auf dem Hauptfriedhof (Glasnevin Cemetery) befinden. Obwohl militärisch fehlgeschlagen, gilt dieser Aufstand heute als Wendepunkt auf dem Weg zur irischen Unabhängigkeit.

Seit März 2016 wird im GPO-Museum das Leben der Menschen, die für die Unabhängigkeit Irlands gekämpft haben, noch einmal aufgezeigt. Mithilfe von Augenzeugenberichten, Fotos und Videoclips wird die Geschichte der Rebellen zu einem einprägsamen Erlebnis.

Croke Park - Zentrum des irischen Sports

Angrenzend an den Friedhof, auf dem rund 1,5 Millionen Menschen begraben liegen, befindet sich der wunderschöne botanische Garten (National Botanical Gardens), wo die Besucher einen gemütlichen Spaziergang durch die üppige Flora und Fauna nehmen und dort einen ganzen Tag verbringen können. Unweit des botanischen Gartens liegt der Croke Park, die Heimat der GAA (Gaelic Athletic Association).

In diesem Stadion wird nahezu das ganze Jahr über Irish Football und Hurling gespielt. Mit einem Fassungsvermögen von 82.300 Zuschauern ist das Stadion nach dem Camp Nou in Barcelona und Wembley in London das drittgrößte in Europa. Der Croke Park ist hinsichtlich der Abmessung auf die Anforderungen der irischen Sportarten abgestimmt und nimmt zugleich eine aktive Rolle bei der Erhaltung und Förderung der irischen Identität ein. Beide Sportarten verlangen von den Akteuren eine hohe Schnelligkeit und Physis.

Reisende sind im GAA-Museum eingeladen, sich an den Sportarten - entweder Football oder Hurling - zu versuchen. Schwindelfreie können das Stadion und die Aussicht auf die Stadt im Rahmen einer Tour auf dem Dach erleben. Vor dem Stadion ist ein Denkmal von Michal Cusack, dem Gründungsmitglied der GAA, zu sehen.

Rugby und Fussball werden indes im Aviva Stadium, das sich in der Nähe der Docklands befindet, gespielt. Das Stadion bietet 51.700 Sitzplätze, die alle überdacht sind. Neben den Heimspielen der Rugby- und Fußballnationalmannschaft finden hier auch Konzerte statt.

EPIC Ireland - Auswanderungsgesichte des irischen Volkes

Zurück entlang der Dublin Quay, im CHQ Building, können Besucher im Rahmen der EPIC Ireland-Ausstellung die Auswirkungen und den Einfluss von irischen Auswanderern einen Eindruck verschaffen. Das in 2007 errichtete CHQ ist ein Beispiel für die einfühlsame Modernisierung historischer Bauwerke.

Die 21 beeindruckenden interaktiven Galerien versetzen die Teilnehmer in die Zeiten der Immigration zurück und transportieren die Wanderungsbewegung der Bevölkerungsgruppen zugleich nach vorn in die Gegenwart. Viele britischen Musiker wie die Gallagher-Brüder (Oasis), Schauspieler (Grace Kelly), Literaten (Samuel Beckett), Sportler (Roy Keane) oder Politiker wie Barack Obama haben irische Wurzeln.

Daneben ist die Liste der irischen Musiklegenden beindruckend. So ist die Musik von U2 und auch Thin Lizzy untrennbar mit der Stadt Dublin verbunden. Beim Besuch der EPIC Ireland-Ausstellung ist mir vor allem der große Einfluss der irischen Musiker und Musik auf die Welt hängen geblieben. Am 6. Mai 2016 wurde EPIC Ireland von der ehemaligen Präsidentin Mary Robinson offiziell eröffnet.

Neben der Ausstellung soll das CHQ künftig auch als Plattform für Start-ups fungieren. Das Gründerzentrum ist auf technologieorientierte, möglichst innovativ Neugründungen und Jungunternehmen angelegt.

Den Tag ausklingen lassen können Reisende am besten mit einem Besuch der Jameson Distillery und/oder dem Guinness Storehouse. Beide Locations bieten individuelle Touren, die die Ursprünge und die Geschichte der renommierten Familienunternehmen aufzeigen, an.

Kostenlose Proben der weltbekannten Waren inklusive. „Ein kleines Quäntchen Jamesons feinsten Whisky nippen ist ein perfekter Weg, um nach einem anstrengenden Tag zu entspannen", betont Mathews.

Temple Bar - Mekka der Live Musik

Für Reisende, die durch die Touren von Jameson und Guinness so richtig auf dem Geschmack gekommen sind, können am Abend ihre Kondition im Dublins Kneipen- und Kulturviertel Temple Bar testen. Dieser Stadtteil, am Südufer des Flusses Liffey hat im Gegensatz zu den umgebenden Stadtvierteln sich seine mittelalterlichen Straßenzüge mit vielen engen kopfsteingepflasterten Gassen erhalten.

Temple Bar ist bei Touristen aus aller Welt bekannt für seine Pubs, Live Musik, Ateliers, kleinen Läden und Restaurants. Vor dem Kneipenbesuch empfiehlt sich ein Abstecher ins Irish Rock'n'Roll Museum Die knallrote Hauswand, die "Wall of Fame", zieren dort große Schwarzweißfotos irischer Rockstars wie U2, Rory Gallagher, Phil Lynott von Thin Lizzy und Van Morrison.

In den 1980er Jahren war Temple Bar noch ein heruntergekommener Stadtteil wo die alten Häuserzeilen einem zentral gelegenen Busbahnhof weichen sollten. Dann wurde jedoch beschlossen, den Altstadtcharakter mit erheblichem Sanierungsaufwand zu erhalten.

An Wochenende bietet sich noch ein Ausflug nach Howth an. Die Küstenstadt östlich von Dublin - gut mit der DART-Linie ab Tara Street Station zu erreichen - ist wegen seines Hafens mit zahlreichen Fischrestaurants und Fischgeschäften ein beliebtes Ausflugsziel der Dubliner und vieler Touristen.

Howth eignet sich auch für einen spontanen Wanderausflug ohne große Vorbereitung- einfach hinfahren und genießen, auch beim schlechten Wetter.

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