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Spielzeug für Kleinkinder - Weniger ist mehr!

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BABYS PLAYING
Rebecca Nelson via Getty Images
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Konsumgesellschaft im Kinderzimmer?!

Alle Eltern von Kleinkindern sind eines Tages mit der Frage konfrontiert: Welches Spielzeug für Kleinkinder macht wirklich Sinn? Diese Frage kann zwischen den überquellenden Regalen im Spielzeuggeschäft auftauchen oder währen des Aufräumens des Kinderzimmers, das vor lauter gut gemeinten, sperrigen und verwirrend bunten Geschenken der Verwandten überquillt.

Wir leben in einer Zeit, in der die Wahl unendlich scheint - natürliches Holz oder doch pflegeleichtes Plastik, eine Waldorf-Puppe oder ein Lern-Hündchen, das das ABC aufsagen kann, Musikinstrumente für Kleinkinder oder doch lieber die klassische Kakophonie aus Holzlöffel und Kochtopf?

Fragen, denen sich Eltern tagtäglich stellen müssen, doch all diese Aspekte laufen letztendlich auf eine Frage hinaus: Was braucht mein Kind, um sich altersgemäß zu entwickeln und weder über- noch unterfordert zu werden?

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Zunächst stellt sich beim Spielzeug für Kleinkinder die Sicherheitsfrage. Da Kleinkinder die Welt vor allem oral entdecken, dürfen keine Kleinteile an den Spielsachen angebracht sein, da ansonsten Erstickungsgefahr drohen kann.

Auch sollte man auf farbechte Gegenstände und deren Lackierungen achten und Spielsachen, die mit einem Gütesiegel ausgezeichnet sind, vorziehen.

Mit unzähligen Spielsachen verwirrt man das Kind: Die bunten Farben, die lauten Geräusche und die Qual der Wahl überfordern die Aufmerksamkeitsspanne und sorgen für Frust.

Vermeiden lässt sich dies mit einer sorgfältigen Auswahl und einer künstlichen Verknappung der zur Verfügung stehenden Sachen. Wenn nur ein Bruchteil der Spielzeuge im Radius des Kleinkindes liegt, kann sich dieses besser darauf konzentrieren und jedes Mal seine bereits vergessenen Schätze von neuem entdecken.

Förderung statt Überforderung

Bei einjährigen Kleinkindern stehen die Ausbildung der (Fein-)Motorik und Koordination im Vordergrund, da diese die Grundlage für die Sprachentwicklung darstellen. Ein Motorik-Würfel basiert auf der Idee unterschiedlicher Spielmöglichkeiten auf jeder der sechs Seiten.

Dabei kann es sich um Rollen, aufklappbare Bilder, bewegliche Objekte oder haptische Erlebnisse handeln. Durch die abwechslungsreichen Aktivitäten und die Stimulation des logischen Denkens wird das Kleinkind optimal in seinen individuellen Fähigkeiten gefördert.

Auch eine Kugelbahn bringt Kindern das Prinzip von Aktion-Reaktion näher. Zusätzlich zu dem Spaß, die Kugeln beim Rollen zu beobachten, wird die notwendige Hand-Augen-Koordination trainiert. Das klassische Formenspielzeug garantiert Kleinkindern das Erfolgserlebnis, den Stein in die richtige Form gebracht zu haben.

Nebenbei übt sich das Kleinkind in seinen Motorikfertigkeiten und lernt ganz nebenbei die unterschiedlichsten Formen kennen. Für die Ausbildung der Grobmotorik und die Förderung der Fantasie benötigt das Kleinkind einen Ball.

Dieser kann sich nach Belieben in ein flinkes Tier, in einen netten Spielgefährten oder gar in einen Sessel verwandeln. Das Fangen, Nachlaufen und Festhalten bringen Bewegung in den Alltag und versprechen aktive Stunden.

Auch ein Rutschauto ist gut geeignet die Beine des Kleinkindes zu stärken und seine logischen Fähigkeiten auszubilden. Das Lenken bewegt das Fahrzeug in eine bestimmte Richtung und das Kind erkennt den Zusammenhang zwischen seinen Handlungen und den Reaktionen der Gegenstände in der Außenwelt.

Sprache, Emotionen und Rollenspiele

Nachdem das erste „Mama" von den Lippen kam, steigert sich der Wortschatz des Kleinkindes in einem enormen Tempo. Zur Förderung dieser Entwicklung eigenen sich Bücher mit Liedern, Reimen oder Fingerspielen perfekt.

Auch Bildwörterbücher helfen eine Brücke von dem konkreten Gegenstand auf ein abstraktes Wort zu schlagen. Kurze Geschichten, die auf den Alltag des Kindes bezogen sind, trainieren die empathische Seite und das Erinnerungsvermögen und garantieren durch das Ritual des Vorlesens eine positive Prägung für die Zukunft.

Um Emotionen zu fassen, nutzen Kinder oft Stofftiere oder Puppen als Vermittler zwischen sich und der Außenwelt. Sie statten diese mit Gefühlen, Emotionen und Charakterzügen aus und wagen sich damit spielerisch auf das komplexe Terrain der zwischenmenschlichen Beziehungen.

Die ersten Objektbeziehungen werden oft mit einem Kuscheltier geführt, was das Abnabeln unterstützt. Der Begleiter kann für viele Jahre ein Familienmitglied sein, weshalb seiner Auswahl besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.

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Die Spielzeugindustrie boomt. Ob Elsa-Puppe, Spiderman-Kostüm oder die neueste Spielkonsole: Viele Kinderzimmer quellen über mit Spielsachen. Und die Kinder wollen immer mehr, denn nach kurzer Zeit ist das Spielzeug bereits langweilig und etwas Neues muss her.

Doch wie viel Spielzeug braucht ein Kind eigentlich? Bedeuten zu viele Spielsachen eine ständige Überforderung oder benötigen Kinder tatsächlich viele unterschiedliche Spielsachen für ihre Entwicklung?

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Mehr zum Thema Spielzeugahn findet ihr hier.

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