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In den sozialen Medien ist der Aufschrei groß, aber am Ende stehen die Frauen alleine da

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WOMAN TRAIN
Hello Lovely via Getty Images
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Nach dem hektischen Aktionismus, der den Übergriffen in der Silvesternacht 2015/2016 in Köln folgte, ist es ruhig geworden um das Thema. Vereinzelt las man Nachrichten über die Anzahl der Anzeigen, die daraufhin erfolgt sind, der Bundestag hat eine Änderung des Sexualstrafrechts beschlossen. Und was nun? Wie geht es weiter? Wie ist die aktuelle Lage an der Tatsch-Front?

Die Wiesn 2016 war so schlecht besucht wie kaum zuvor; lag das an der Terrorgefahr oder an der von Übergriffen? Karneval steht vor der Tür - wird die Angst vor Übergriffen die Frauen vom Feiern abhalten? Werden sie andere Kostüme wählen?

Immerhin ist die Sensibilität hinsichtlich der Übergriffe eine andere als zuvor. Aber nutzt das wirklich? Was kann "frau" tun, um sich vor Übergriffen zu schützen?

Mehr zum Thema: Darum brauche ich keinen Selbstverteidigungskurs, um mich vor Übergriffen zu schützen

Bereits Anfang des Jahres, kurz nach den Übergriffen, hat Soroptimist International Club Kaiserslautern ein Projekt angestoßen: "Don't touch me!". Es soll Frauen Möglichkeiten aufzeigen, wie sie sich nonverbal - z.B. über die Körpersprache - oder auch verbal gegen Übergriffe zur Wehr setzen können.

In den sozialen Medien war der Aufschrei groß

Zusammen mit Anti-Aggressionstrainern und Körpersprache-Experten soll ein Videoclip produziert werden, der Frauen Möglichkeiten aufzeigt. Selbstverteidigung ist gut und schön, aber in einer vollbesetzten Bahn nicht sehr wirkungsvoll, da kein Platz dafür ist. Hier setzt das Projekt an. Die Verantwortlichen versuchen seit dem Frühjahr, die Produktionskosten für den Videoclip einzuwerben - bisher erfolglos.

Weder die Frauenministerin des Bundes noch des Landes Rheinland-Pfalz, die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, noch viele andere angefragte Institutionen sahen sich in der Lage, hier finanziell zu unterstützen. Die Werbebudgets der Firmen sind (angeblich) voll verplant.

Was für ein Armutszeugnis!

In den sozialen Medien war der Aufschrei groß, aber wenn es darum geht, wirklich etwas zu tun, stehen die Frauen alleine da. Was nutzt die Verschärfung des Sexualstrafrechts, wenn der Täter nicht bekannt ist?!

Aber wenn den Frauen eine Hilfestellung gegeben werden soll, fehlt es am Geld. Traurig! Und es macht wütend!

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Mit geringem Aufwand könnte hier geholfen werden, könnten den Frauen Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden - und es fehlt am Geld. Alle haben das natürlich sehr bedauert, aber die Kassen sind (für solche Projekte) leer.

Der Club entschied sich, andere Wege zu gehen. Unter www.betterplace.org/de/fundraising-events/registration/new?project_id=42923 wurde ein Crowdfunding gestartet. Trotz großem Zuspruchs sind dort bisher ganze 2% der geplanten Projektsumme eingegangen. Auch das ein trauriges Resultat!

Frauen und Männer sind aufgerufen, hier zu unterstützen! Es sollte doch möglich sein, dieses Projekt zu realisieren!!!
Don't touch me!!!

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