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Mein Leben mit PMS: Was mir geholfen hat, es zu verstehen und besser damit leben zu lernen - eine sehr persönliche Geschichte

06/08/2017 11:00 CEST | Aktualisiert 06/08/2017 11:11 CEST
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Ich sag mal, es hat mit Mitte 30 begonnen - oder ich war einfach nur soweit, mich damit auseinandersetzen zu können. Ich war alt genug, um zu erkennen, dass das, was da regelmäßig mit mir und meinem Körper passiert einen zyklischen Ablauf hatte.

Die Schwangerschaften waren lange her, auf hormonelle Verhütungsmittel verzichtete ich seit Jahren. Und dass ich sehr sensibel auf meine Umwelt mit Geist und Körper reagiere, wusste ich auch schon lange bevor ich den Begriff „Hochsensibilität" das erste Mal gehört habe.

In regelmäßigen Abständen fuhren meine Gefühle und körperlichen Befindlichkeiten Achterbahn mit mir. Die Tage vor meiner Periode brachten gefühlt den gesamten angesammelten Schmerz meines bewussten und unbewussten Lebens zum Vorschein.

Ich fühlte mich erdrückt, niedergeschlagen, hilflos, oft sehr wütend und überwältigt von alldem. Mein Körper reagierte auf die angesammelten Emotionen mit Völlegefühl, blockierter Verdauung, Kopfschmerzen, großer Gereiztheit und Anspannung, die sich stark in den Brüsten bemerkbar machte, Bauchkrämpfen, Blähungen und Wassereinlagerungen.

Jeden Monat aufs Neue. Und jeden Monat leistete ich erneut Widerstand.

Ich wollte das nicht fühlen. Ich wollte es nicht zulassen, dass es mir so schlecht geht.

Ich war wütend, weil ich so wütend war, wo ich doch eher ein sanftmütiger Mensch bin.

Und ich war überwältigt von all den alten Emotionen, die immer wieder in mir hochkamen, obwohl ich doch glaubte, sie bereits verarbeitet und überwunden zu haben.

Ich fand heraus, dass es sich um PMS handelte

Irgendwann wurde mir dann bewusst, dass es sich bei all diesen Symptomatiken um PMS (PräMenstruellesSyndrom) handelt. Drei Buchstaben, die von der Schulmedizin nicht wirklich erklärt werden konnten, von den Männern oftmals klischeehaft belächelt wurden, von vielen meiner Freundinnen (noch) nicht wahrgenommen und von mir selbst regelmäßig verflucht wurden.

Da ich auch damals schon ein Mensch war, der sich bewusst mit Zusammenhängen auseinandersetzen und den (für mich) wichtigen Dingen auf den Grund gehen wollte, begann ich viel zu lesen und zu recherchieren. Alles unbefriedigend.

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Man könne durch Sport, vegetarische Ernährung und Entspannung die Symptome verringern stand da - das tat ich und es klappte teilweise, trotzdem nicht annähernd zufriedenstellend.

Ich wollte den Grund wissen, warum Frauen wie ich in regelmäßigen Abständen mit derartigen Symptomen leben müssen, die in der Schulmedizin als „typische Frauenleiden" und als „schwer in den Griff zu bekommen" galten.

Ärzte, die ich konsultierte, hörte ich immer wieder sagen: „Am besten lernt man, damit zu leben." oder „Dann nehmen Sie eben wieder die Pille. Die wird die aufmüpfigen Hormone in den Griff bekommen."

Oh nein. Ich wollte ja spüren. Und ich wusste, dass meine Hormone mir einen Teil von mir zeigen, den ich mit der Einnahme der Pille lediglich erneut unterdrücken und stilllegen würde. Das habe ich zuvor jahrelang praktiziert. Je bewusster ich im Umgang mit mir selber wurde, desto weniger wollte ich das.

Ich war teilweise richtig verzweifelt, weil ich mir nicht zu helfen wusste und diese wiederkehrenden Beschwerden mir ganz viel Freude am Leben nahmen.

Ich begann eine Shiatsu Ausbildung

Lange Rede - kurzer Sinn. Ich begann vor einigen Jahren mit meiner Shiatsu Ausbildung, die mir nach und nach ganzheitliche Zusammenhänge zwischen Körper und Seele, zwischen Symptomen und Organen lehrte sowie meinen eigenen Prozess immer wieder unterstützte. Mit vielen Rückfällen und Stolpersteinen.

Meine PMS Persönlichkeit (ich nenne sie so, weil ich tatsächlich manchmal das Gefühl habe, es spaltet sich ein Teil von mir in dieser Phase ab) ist mein Schmerzkörper. Jener Teil von mir, der noch nicht frei ist von alten Verletzungen und Mustern.

Ich beobachte mich, wenn diese Schmerzen gerade besonders stark sind, ich aggressiv, aufbrausend und wütend auf meine Umwelt reagiere. Ich beobachte mich und weiß, dass viele alte Muster und Erfahrungen aus mir sprechen. Und ich kann oftmals trotzdem nicht „drüberstehn".

Ja, manchmal ist das so. Immer noch. Auch jetzt noch nach vielen Jahren der Beschäftigung damit.

Ich bin heute nicht frei von PMS Symptomen. Ich kann sie deuten, was es mir wesentlich leichter macht, sie zu akzeptieren.

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Ein paar meiner persönlichen Fakten rund ums PMS möchte ich deshalb hier teilen, damit sie vielleicht Gedankenanstöße sind, sich näher mit der einen oder anderen Sache zu beschäftigen:

Ich nehme in meiner zweiten Zyklushälfte vermehrt das Schüsslersalz Nr.7: Magnesium ein. Das hilft bei starker Anspannung und unangenehmen Krämpfen im Bauch. Ich löse zehn Stück in heißem Wasser auf und trinke es bis zu dreimal täglich. Achtung: Keinen Metalllöffel zum Umrühren verwenden!

Ich vermeide erhitzende Lebensmittel

Den viel gelobten Mönchspfeffer nehme ich momentan in konzentrierter Form als Tropfen ein (Vitex agnus-castus). Er hilft mir, das Spannungsgefühl in den Brüsten zu minimieren. Ansonsten habe ich durch die Einnahme unterschiedlichster Marken von Tabletten von Mönchspfeffer kaum oder keinen Unterschied bei der Brustspannung bemerken können.

Ich vermeide in der zweiten Zyklushälfte erhitzende Lebensmittel (bzw. habe ich auch kein großes Verlangen danach), da mein Körper in dieser Zeit eine starke innere Hitze entwickelt. Bei mir äußert sich das dann auch über die Haut und ich bemerke meine Neurodermitis gepaart mit Juckreiz vermehrt.

Ich vermeide: Kaffee (bzw. trinke nur eine Tasse), Fleisch, erhitzende Gewürze wie Zimt, Chilli, Zwiebel und Knoblauch (vertrage ich auch sonst gar nicht), Brot und Gebäck (liegt mir lange im Magen).

Stattdessen esse ich vermehrt Gemüse und kühlenden Salat, trinke manchmal ein Glas Sojamilch oder Orangensaft (vertrage ich sonst nicht so gut, in hitzigen Phasen kühlt er mich aber). Außerdem liebe ich in dieser Phase Avocados (kühlend!) und Frischkäse.

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Die schwierigste Herausforderung für mich ist es, meine hochkommenden unangenehmen Gefühle auszuhalten und da sein zu lassen ohne mich zu sehr von ihnen leiten zu lassen. Daher hilft mir Bewegung, am meisten Laufen.

Yoga ist für mich in dieser Phase nicht so gut, da ich dabei nicht so massiv das Gefühl des „Auspowerns" wahrnehme. Genau das ist es aber, was meinem Körper hilft, sich immer wieder von negativem Ballast zu befreien.

Wir haben ein Codewort für PMS Situationen

Mit meinem Partner habe ich in „PMS Situationen" ein Codewort ausgemacht, bzw. eine sehr lustige Phrase, die immer dann zum Tragen kommt, wenn ich mal wieder „neben mir stehe", mich beobachte, aber nicht raus kann aus der Verstrickung von unangenehmen und hochkommenden Gefühlen.

Fällt diese Phrase, muss ich schmunzeln und die Situation verliert ihre Bedrohlichkeit - klappt nicht immer, ist aber den Versuch auf jeden Fall wert.

Zum Abschluss teile ich hier noch ein paar wesentliche Gedanken, die bei der Beschäftigung mit PMS immer wieder bei mir auftauchen:

Wir tragen auch genetisch (energetisch) eine Menge an Leidensdruck in uns herum. Sei es Anpassungsdruck, Unterdrückung, Schuld oder sonstige negative Aspekte vorangegangener Zeiten, die uns am Ausleben unserer ursprünglichen und angedachten Persönlichkeit hindern und blockieren. Das zeigt uns die PMS Situation deutlich.

Wenn wir es schaffen, das bewusst wahrzunehmen und zu durchbrechen, leisten wir, denke ich, einen entscheidenden Beitrag zur Heilung.

Das Organ, das dem PMS zugeordnet wird, ist die Leber. Sie ist unser „Körpergedächtnis". Das heißt, dass alle Gefühle und Emotionen (auch jene die wir nicht bewusst wahrnehmen) dort gespeichert sind.

Die Leber leistet einen entscheidenden Beitrag zum reibungslosen Ablauf der Menstruation. PMS bedeutet „Leberstau". Blockierte, nicht wahrgenommene und angenommene Gefühle, behindern den harmonischen Fluss und tragen zu unangenehmen Symptomen bei.

Ich unterstütze mich immer wieder mit Shiatsu Behandlungen, die die Leber entstauen oder mit Streicheleinheiten und Massagen von meinem Partner.

Ich glaube, dass viele Frauen durch ihre Sensibilität einen großen Pool an Weltschmerz in sich aufnehmen. In Phasen der „Dünnhäutigkeit", also dann, wenn wir besonders bewusst wahrnehmen können (etwa in der zweiten Zyklushälfte), wird uns dieser Schmerz oft deutlich bewusst. Wir fühlen mit der Welt und oftmals ist das unerträglich.

Puh...ein echt komplexes Thema!!!

Ich wünsche uns allen Frauen auf dieser Welt und in dieser Zeit wieder mehr Bewusstsein für unsere Weiblichkeit, unsere Kraft zu fühlen und zu Transformieren....

...auch für unsere Töchter und deren Töchter und...

Herzlich,

Karin

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