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Meine geheime Beziehung mit dem Dalai- Lama

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
DALAI LAMA
Kristy Sparow via Getty Images
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Es ist Zeit, alles zu enth├╝llen, diese Geheimnistuerei hat schon viel zu lange gedauert! Durch die folgenden Zeilen werdet ihr besser verstehen. Und was mich betrifft, werde ich erleichtert sein. Hier also eine Art von ÔÇ×spirituellem Coming-out" mit ein paar Anekdoten...

Ich habe den Dalai-Lama 1991 kennen gelernt, im Jahr meines Abiturs. Damals war ich ein Teenager wie viele andere, ein wenig verwirrt, die Stra├čenlaternen mit der Sonne verwechselnd. Eines Tages, ein Tag nicht wie alle anderen, haben mich meine Schritte zu einer Bibliothek in meinem Stadtteil gef├╝hrt, ich bin zwischen den Regalen hindurchgegangen und wollte einfach die Zeit verstreichen lassen und besonders nicht an den gestrigen Abend denken.

Weshalb haben meine H├Ąnde dieses abgegriffene Buch herausgezogen? Die Geschichte erz├Ąhlt das nicht. Der Umschlag zeigte einen kleinen, braungebrannten und l├Ąchelnden Mann, gewandet in ein rotes Kleid (Ein Kleid, eine Robe f├╝r einen Kerl! Echt cool!). Und so hat alles angefangen.

Ohne dass jemand etwas merkte, quasi inkognito, habe ich das Buch verschlungen. Ein ÔÇ×Partygirl", das liest, das war schon seltsam. Dennoch habe ich das Buch so schnell gelesen, wie ich damals ein gro├čes Bier runterkippte (meine F├Ąhigkeiten in diesem Bereich haben betr├Ąchtlich nachgelassen, niemand wird das bedauern).

Danach? Danach habe ich das Buch wieder weggelegt. Dann habe ich den Blick gehoben und um mich geschaut, mit dem unglaublichen Gef├╝hl, dass ich die Welt zum ersten Mal anschaue. Es gab den Himmel, Wolken, B├Ąume, Leute, Hunde, aber pl├Âtzlich hatte diese ganze Landschaft etwas Beruhigendes.

Ich habe niemandem etwas gesagt. Der Raum hatte sich ge├Âffnet: Ein kleiner roter Mann war in mein Leben getreten.

In den folgenden Jahren war der kleine rote Mann eher diskret. Ich habe Liebesgeschichten aneinandergereiht, eine Art von initiatorischen Liebeserfahrungen, ohne je den M├Ąnnern meines Lebens zu sagen, dass wir in Wirklichkeit eine Dreiecksbeziehung lebten. Und jedes Mal, wenn ich mich im Anderen verloren hatte (meine Spezialit├Ąt), ver├Âffentlichte mein kleiner Mann ein Buch oder hielt einen Vortrag (auf Audiokassetten ... erinnert ihr euch?), die mich wieder auf den Weg zur├╝ckf├╝hrten.

So fasste ich Vertrauen zu ihm und verfolgte genau, wie er lebte, sich bewegte, sprach, lachte. Wie die Anh├Ąnger des NLP (neurolinguistisches Programmieren) sagen w├╝rden: Ich habe ihn mir modelliert. Oder eher: Ich habe ihn eingesaugt, ausgesaugt wie ein Vampir, wie eine Gottesanbeterin. Unsere symbiotische Beziehung hat sieben Jahre gedauert.

Sieben Jahre Auseinandersetzungen, Trennungen, Sich-Wiederfinden, alles in Allem sieben Jahre Gl├╝ck. Als er sein Buch ÔÇ×Die Kunst des Gl├╝cks" (mit Howard Cultler) ver├Âffentlichte, wusste ich, dass dies der Zeitpunkt war, zur Tat zu schreiten. Ich habe ein buddhistisches Retreat gemacht, dann ein weiteres, dann noch ein anderes, und schlie├člich bin ich Nonne geworden.
Es war so vorgesehen, er und ich, f├╝rs Leben.

Es gab nur einen kleinen Fehler im Programm: Die Farbe! Es gab kein Zinnoberrot auf der Farbpalette. Ich bin Zen-Nonne geworden, ganz schwarz gekleidet (vielleicht eine karmische Erinnerung an meine Gothic-Jahre?). Seine Heiligkeit war mir deswegen nicht b├Âse. Er hat weiterhin gelacht, weise gestrahlt und N├Ânnlein und M├Ânchlein beim t├Ąglichen Meditieren beobachtet.

Vor einigen Wochen war der Dalai Lama in Stra├čburg ( Frankreich ) . Unseren Anf├Ąngen getreu, habe ich ihn von Weitem lachend angeschaut und dabei das Gesetz der wechselseitigen Abh├Ąngigkeit, das uns so nahe bringt, genossen!

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