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Ob iPhone SE oder neues iPad: Apple geht Innovationskraft verloren

25/03/2016 16:51 CET | Aktualisiert 26/03/2017 11:12 CEST
Mustello via Getty Images

Zwar hat der Apfel keinen Wurm drin - aber der Konzern Apple verliert an Glanz. Das zeigt sich nicht zuletzt am latent nachlassenden Interesse, mit dem Medien in diesen Tagen die Ankündigung um das neue iPhone SE oder das iPad Pro mit 9,7-Zoll-Display beziehungsweise 12,9-Zoll-Display begleiten. Andererseits: Sorgen müssen sich Apple-Fans um den Kultkonzern aus Cupertino nicht machen.

Obwohl die aktuelle Journalistenbefragung Media-Delphi zeigt, dass nur noch 30 Prozent der Journalisten erwarten, dass Apple 2016 Schlagzeilen schreibt - 2015 waren es noch 50 Prozent - steht das Unternehmen gut da. Dies erklärt der Tech-Reporter und Apple-Buchautor Nils Jacobsen (sein neues Apple-Buch erschient in wenigen Tagen) jetzt in einem Interview mit der Medienkontaktplattform Rechercherscout (www.recherchescout.com)

Marke wir berechenbarer

Laut Jacobsen ist Apple noch immer das Maß aller Dinge im Tech-Sektor. „Aber: Apple wird immer berechenbarer und vorhersehbarer; von bahnbrechenden Innovationen ganz zu schweigen", sagt er mit Blick auf die jüngste März-Keynote. Von vornherein sei bis in alle Einzelheiten klar gewesen, was Apple präsentiert. Das Problem in Augen des Apple-Experten: „Ein iPhone besitzt heute wirklich fast jeder - und die evolutionären Verbesserungen werden von Generation zu Generation kleiner." Der Thrill der Steve Jobs-Jahre sei weg - nicht zuletzt, weil die Produktneuheiten der Tim Cook-Ära wie die Apple Watch oder das iPad Pro nicht im bekannten Maße begeistern.

Kaputte Geräte, Softwareprobleme

Jacobsen, der bereits 2013 ein Buch über Aufstieg und Fall des Unternehmens veröffentlicht hat, sieht Apple über seinen Zenit. „Die goldenen Jahre der Steve Jobs-Ära sehe ich hinter Apple; nichts ist bekanntlich für die Ewigkeit. Über diese neuen Herausforderungen schreibe ich in meinem neuen Buch „Das Apple-Imperium 2.0", das im April erscheint", sagte er im Gespräch mit Recherchescout.

Das Hauptproblem: Apples Produkte seien berechenbarer geworden - und am Ende enttäuschender. „Ist es ein Zufall, dass mir immer mehr kaputtgingen? Mein iPhone 4s wurde nach wenigen Monaten überladen und war defekt. Das iPad 1 war nach längerer Zeit ohne Nutzung entladen und auch defekt. Beim iPhone 5 überraschte mich eine schwächere Akkuleistung als beim iPhone 4s.

Ein gerade 2,5 Jahre alter iMac gab plötzlich mit Hardware-Defekt auf", erklärt er. Auch die Software bereite Probleme. Immer wieder seien Emails verschwunden oder erreichten nie den Empfänger. „iCloud-Synchronisationen haben auf dem iPhone meine Fotos vervielfacht und meinen Speicher verstopft.

Die neue Foto-App aus dem Mac ist furchtbar unübersichtlich - genau wie Apple Music", kritisiert der Experte in dem Gespräch. „Für einen Konzern, der sich immer wieder damit rühmt, die besten Produkte der Welt anzubieten, geht da aus meiner Sicht eindeutig zu viel schief. Apple hat nachgelassen. Für mich relativ klar identifizierbar in der Amtszeit unter Tim Cook."

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