Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Kadir Özdemir Headshot

Queer Refugees Niedersachsen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
REFUGEES
dpa
Drucken

Flüchtlingssozialarbeit wird von Kindergärten bis hin zum Zugang in den Arbeitsmarkt für die nächsten Jahre eines der zentralsten Themen in Niedersachsen sein. Sowohl städtische, als auch freie Einrichtungen müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Insbesondere muss auch ein öffentliches Bewusstsein dafür geschaffen werden, welche enormen Belastungen LSBTI* Geflüchtete bewältigen müssen. Asylsuchende mit LSBTI*-Hintergrund kommen meist aus Staaten, in denen Krieg herrscht oder sie fliehen vor Gefängnisstrafen, Folter, Zwangsverheiratung oder gar Todesstrafen, die sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung befürchten müssen.

In mehr als 75 Ländern werden Menschen wegen ihrer Homo-, Bi- und Transsexualität strafrechtlich verfolgt; in vielen weiteren Staaten leiden sie unter staatlichen Restriktionen, öffentlicher Schikane oder Erpressung.

Häufig verheimlichen die Betroffenen ihre sexuelle Orientierung, sowohl im Herkunftsland, als auch in Deutschland, um sich in einer ohnehin verletzbaren Situation vor weiterer Ablehnung und Gewalttaten zu schützen.

Große Bereitschaft, Geflüchteten zu helfen

Das Land Niedersachsen zählt Geflüchtete mit LSBTI-Hintergrund zum Personenkreis der besonders schutzbedürftigen Menschen und richtete deshalb die Niedersächsische Vernetzungsstelle für die Belange der LSBTI-Flüchtlinge (NVBF) ein.

Nach einem Outing können in den Erst- und Gemeinschaftsunterkünften sowohl die anderen Anwohner, das Personal, als auch die Dolmetscher/innen Teil der homo- und transphoben Übergriffe sein.

Ein Verschweigen der sexuellen Orientierung kann sich wiederum negativ auf das Asylverfahren auswirken. Falls die Betroffenen aus Scham oder aus Angst nicht über die ganze Bandbereite ihrer Verfolgung sprechen, kann die Brisanz ihrer Lage nicht richtig eingeschätzt werden.

Zugleich gibt es sowohl in den Strukturen der sozialen Arbeit, als auch in der Bevölkerung eine große Bereitschaft, Geflüchteten zu helfen. In diesem Projekt werde ich mich dafür einsetzen, dass sowohl eure Angebote für Geflüchtete mit LSBTI*-Hintergrund, als auch eure Arbeit, die für alle Geflüchtete gelten, sichtbar zu machen und landesweit zu vernetzen.

Queer Refugees sind willkommen

Neben den bestehenden Strukturen für Geflüchtete ist es jedoch dringend notwendig, den LSBTI*Geflüchteten Räume zu bieten, ihnen Ängste zu nehmen und sie zu empowern. Die Vernetzungsstelle wird auf diese Zielgruppe spezialisierten Beratungsangebote und die bestehenden und künftig entstehenden Angebote der Szene in verschiedenen Sprachen der Zielgruppe zugänglich machen.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Die Vernetzungsstelle wird auch stets die Kommunen und Städte, sowie die Öffentlichkeit einbeziehen, diese über die Belange der LSBTI*Geflüchteten informieren, um dieses Themenfeld im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

Die NVBF verbindet Einrichtungen, Vereine, Initiativen und Gruppen, die sich für queere Geflüchtete einsetzen, um den Erfahrungsaustausch auf Landesebene zu fördern und zu zentralen Themen gemeinsame Positionen zu erarbeiten und diese gegenüber der Öffentlichkeit sowie den landespolitischen Entscheidungstragenden zu vertreten.

Die NVBF hat das Ziel, dass sich queere Geflüchtete in Niedersachsen wohlfühlen. Sie setzt sich für Gleichbehandlung, gegen Diskriminierung und für eine bessere Integration der queeren Geflüchteten ein. Es steht außer Frage: Queer Refugees sind willkommen!

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffPost:

Lesenswert: