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Warum Angst und Stress zu unserem Alltag gehören

Veröffentlicht: Aktualisiert:
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Shuji Kobayashi via Getty Images
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Was lässt Mensch so erstarren?
Wovor hat der Mensch Angst?
Was macht uns in dieser Zeit so viel Stress?

BewusstSein - Aufstieg - Leichtigkeit - Vertrauen - Akzeptanz - Liebe - Frieden - Freude - Anmut - Klarheit - Geborgenheit alles Worte, deren Inhalt wir zwar verstehen, aber irgendwie nicht leben können.

Der Mensch ist auf der Suche nach genau diesen Themen. Er versucht sie krampfhaft in sein Leben zu bringen, und genau da liegt die Krux.

Der Mensch versucht krampfhaft ... und dabei kennen wir alle die Erfahrungen, die wir immer und immer wieder machen: Egal wie sehr wir uns anpassen, verbiegen, umso weniger fühlt es sich an, als ob es tatsächlich zielführend wäre.

Das Gefühl ist korrekt! Doch sind wir bereit, zu erkennen, dass wir für dieses Gefühl verantwortlich sind? Dass jeder von uns alleine dafür verantwortlich ist? Verantwortlich für das, was er fühlt!

Da gibt es etwas in uns, was uns suggeriert: Du tust und gibst alles - nie ist es genug; Ist es unser innerer Antreiber, der uns so lange treibt, bis uns die Erschöpfung in die Knie zwingt?

Ist es der Wille, perfekt zu sein?
Ist es das Verlangen, von allen geliebt und gemocht zu werden?
Ist es die Leichtigkeit des Seins?
Oder ist alles nur das Produkt eines selbstauferlegten Zwanges,

um möglichst immer gut dazustehen?
um von allen geliebt und gemocht zu werden?
um die Akzeptanz und Anerkennung zu erfahren, die wir glauben, dass sie anderen zuteil wird?
um so zu sein, wie wir die wahrnehmen, von denen wir glauben, dass sie es geschafft haben?

Glauben wir ernsthaft, dass wir erfüllt sind, wenn wir so sind, wie der Mensch, den wir scheinbar bewundern?

Wunderbare Illusionen treiben hier ihr Spiel mit uns. Sie sind es, die unseren Hamsterkäfig immer noch mehr antreiben, die uns glauben lassen, dass wir immer noch nicht gut genug sind, dass wir es immer noch nicht verdient haben.

Dieses Hamsterrad treibt, genau betrachtet, wer an?
Auch hier sind wir es selber, die aktiv das Hamsterrad beschleunigen, auch wenn wir uns über das Hamsterrad beklagen!

Was ist unsere Absicht?
Glauben wir ernsthaft, dass wir erfüllt sind, wenn wir so sind, wie der Mensch, den wir scheinbar bewundern?

Glauben wir wirklich, dass wir in der Lage sind, einzuschätzen, wie sich der Mensch fühlt, mit dem wir uns heimlich vergleichen oder den wir um seinen Erfolg, seine Akzeptanz, seine Macht beneiden?

Wir glauben so viel - wir glauben auch, dass wir sehr viel wissen, doch was wissen wir wirklich?

'Wissen' ist eine unbestimmte Menge an Daten, die uns bei Bedarf abrufbereit zur Verfügung steht. Es gibt Menschen, die verfügen über ein außerordentliches Wissen, das sie allzeit abrufen können, wenn es darum geht, dass Fragen zu beantworten, Erklärungen zu geben, Zusammenhänge zu erklären sind.

Doch was wissen wir über uns selbst? Über das Leben? Über die Zufriedenheit? Über das Glück?

Theoretisch sind viele von uns in diesen Bereichen allwissend ... praktisch - das heißt im echten Leben, sieht das ganz anders aus!

Warum wohl hechten wir hinter irgendwelchen illusorischen Idolen her? Warum wohl vergleichen wir ständig? Warum ist es wichtig, so zu sein, wie der andere? Warum haben wir immer den Blick im Außen und nie bei uns?

Wir verbiegen uns

Wir sind verkörperte Seelen in einem Menschenkleid ... wir sind hier, weil wir als Seele menschliche Erfahrungen machen wollen. Wir haben uns für Wachstum entschieden - das ist das, was eine Seele will - wir haben uns nicht für einen lebenslänglichen Marathon eingetragen, der uns ständig an unsere physischen und psychischen Grenzen bringt, doch genau das tun wir!

So lange wir uns nicht selbst genug sind, werden wir im Außen niemanden finden, der uns genauso mag beziehungsweise akzeptiert, wie wir sind.

So lange wir uns verbiegen, verleugnen wir uns, unsere Integrität und werden nie den Punkt finden, wo Zufriedenheit in unserem Leben Einzug hält.

Wir sollten wissen, wer derjenige in uns ist, der nie zufrieden ist, der immer vergleicht, der uns antreibt, der Angst hat, der ständig und alles hinterfragt, der keine innere Zufriedenheit zulässt, der uns in Situationen zwängt und uns etwas aufdrückt, der uns Anspannung und Druck vermittelt ...

Es ist nur das EGO!

Was, beziehungsweise wer, ist das Ego?

Das Ego ist ein Programm des Programmes Verstand, und zwar angeschlossen beziehungsweise verbunden oder getragen aus unserem Unterbewusstsein.

Das Unterbewusstsein ist ebenfalls ein Programm des Programmes Verstand, das Ego ist demnach noch ein Unterprogramm des Unterbewusstseins. Begeben wir uns doch mal auf die PC-Ebene und schauen uns das dort an.

Wir arbeiten mit einem Programm, welches die Daten verarbeitet, die wir eingeben! Interessant! Bei dem PC müssen wir Daten eingeben - unser Verstand erfasst einfach alles, ohne dass wir eine Enter-Taste drücken müssen.

Er saugt die Energie von allem was ist auf und synchronisiert ständig; das heißt, er macht unaufgefordert Updates und aus diesen Updates heraus, gibt er uns die Impulse. Unser analytischer Verstand - unser bewusst gefüllter Wissensspeicher - nimmt pro Sekunde 7 Bilder auf; unser Unterbewusstsein 10.000 Bilder in der Sekunde.

Den Inhalt des analytischen Verstandes kennen wir; den Inhalt des unbewussten Verstandes weniger!

Wenn wir bewusster werden und achtsam sind, können wir aber den Inhalt des unbewussten Verstandes auch erkennen, denn dieses Programm sammelt nur das an Energie ein, was es bereits kennt ... alles andere lässt es außen vor.

Und genau aus diesem Teil des Verstandes hat sich unser Ego erschaffen!

Unser Unterbewusstsein

Wir glauben demnach einem Programm, welches die Intention hat, nur das in unser Leben zu rufen, was es bereits als Erfahrung abgespeichert hat! Das ist übrigens die Erklärung dafür, dass wir immer und immer wieder in diese wunderbaren Erkenntnisschleifen geraten, Erfahrungen machen, die wir schon von allen Seiten her kennen und trotzdem gibt es immer noch eine Steigerung ... der Gradient verändert sich und die Statisten ... und der Schmerz, der aus diesen Erfahrungen resultiert.

Wenn wir verstehen, was uns in all diese Situationen, die uns im Alltag Mühe machen, hinein katapultiert, so müssen wir uns leider an die eigene Nase fassen.

Es ist dann letztlich unser Ego, was uns erklärt, warum das beispielsweise mit den Kollegen nicht funktioniert, es liefert uns eine Rechtfertigung. Es hat immer eine Erklärung parat, die wir mit viel Wissen wiedergeben.

Und schon hat es uns wieder beim Schopf ... das Ego - ein Unterprogramm unseres Unterbewusstseins ist unser Antreiber, ist das, was uns nicht glücklich und zufrieden sein lässt ...

Wie lange will der Mensch noch erschöpft stöhnen, indem er versteht, aber nicht wandeln beziehungsweise handeln kann und sich diesem, seinem Ego ergeben?

Es ist so einfach, wenn wir diese Programme erkennen und wenn wir die Verantwortung für das was wir tun, was wir leben, nicht mehr unserem Ego überlassen, sondern selbst in die Hand nehmen, dann werden wir all das leben dürfen, was wir uns so sehr ersehnen!

Jeder entscheidet selbst

Jeder hat es in der Hand!
Jeder entscheidet, wann er bereit ist, an sich selbst zu wachsen, bei sich selbst zu bleiben, sich auf das Sein zu fokussieren und das vom Ego forcierte Tun in eine Leichtigkeit zu wandeln und mit Bewusstheit zu handeln.

Die Seele zeigt uns unseren Weg ...
Sie handelt aus einer vollkommenen Ruhe heraus ...
Sie weiß, was richtig ist ...
Sie hat Vertrauen und Selbstvertrauen ...
Sie öffnet neue Wege und reißt Hindernisse auf eine Weise nieder, die dem Verstand unverständlich ist ...
Sie kennt keine unerfüllten Wünsche ...
Wenn wir aus ihrem Antrieb heraus handeln, sind wir tief erfüllt, zufrieden und erleben Ruhe ...
Es ist das, was jeder sucht und will!

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