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Wagenknecht und die AfD: Linke wählen ist keine Option mehr

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WAGENKNECHT
Hannibal Hanschke / Reuters
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Sahra Wagenknecht will in der kommenden Wahlperiode AfDler in Bundestagsfachausschüsse, in das Präsidium des Bundestags und in andere Gremien mitwählen, sofern sie nicht dem Höcke-Flügel angehörten.

Damit trägt sie schon vor der Wahl zur Akzeptanz und Integration von völkischen Nationalistinnen, Rassistinnen und Rechtsradikalen in die Strukturen des bürgerlichen Staates bei. Da kann sie sich noch so oft verbal von der AfD distanzieren, die angekündigte Handlungsoption wiegt schwerer.

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Für aufmerksame Beobachterinnen ist dieser weitere Schritt ins nationale Lager keine große Überraschung mehr. Ich habe mir allerdings nicht vorstellen können, dass sie sich ihrer Partei so sicher sein kann.

2017-09-07-1504786616-8796518-CopyofHuffPost4.pngInside AfD - Die Community für Kritiker der Rechtspopulisten

Linkspartei wählen ist keine Option mehr

Zu viele Kandidatinnen und deren Umfeld hoffen offensichtlich, dass Stimmen für Wagenknecht auch sie in den Bundestag befördern.

Aber wer jetzt seiner Spitzenkandidatin solche Verschiebungen nach rechts durchgehen lässt, hat nach der Wahl keine Mittel mehr, diesen Kurs im Bundestag zu stoppen - das zeigt alle geschichtliche Erfahrung.

Nicht zu vergessen: Nach und trotz (oder wegen?) Wagenknechts Unterstützung des Querfrontprojektes "Friedenswinter", ihren rassistischen Kommentaren zur "Obergrenze" von Refugees und ihrer "Gastrecht-statt-Asylrecht"-Äußerungen wurde sie Spitzenkandidatin ihrer Partei.

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Für viele Linke, die am 24.9. aus taktischen Gründen trotz alledem wegen der AfD zähneknirschend Linkspartei wählen wollten, ist das Fass endgültig übergelaufen. Linkspartei wählen ist keine Option mehr.

Der Grund dafür liegt auch im unheimlichen, kritiklosen, opportunistische öffentlichen Schweigen der Partei. Gerede in Hinterzimmern interessiert nicht.

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