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Offene Grenzen sind nicht die Lösung für die humanitären Skandale des 21. Jahrhunderts

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BOARDER REFUGEES AUSTRIA
Boston Globe via Getty Images
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Über zwei Milliarden Menschen leben weltweit in bitterster Armut, leiden unter Hoffnungslosigkeit, Hunger, Unterdrückung und Krieg.

Über 65 Millionen von Ihnen waren allein im letzten Jahr auf der Flucht. Hilfe tut also dringend not - aber sind offene Grenzen die richtige Antwort auf das Elend der Welt?

Offene Grenzen lösen nicht das Problem

Ich bin überzeugt: Offene Grenzen würden das Elend nicht wesentlich mildern, sondern die Herkunftsregionen sogar weiter schwächen und die sozialen Konflikte in den aufnehmenden Ländern verschärfen.

Eine Lösung für die beschämenden humanitären Skandale unserer Zeit sind sie nicht.

Politisches Handeln muss auf den Werten und Normen der Humanität beruhen. Nur so können verantwortungsbewusste und zukunftsträchtige Entscheidungen getroffen werden.

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Gerade weil solche Entscheidungen in der Migrationspolitik komplex sind und Dilemmata unvermeidlich, brauchen wir die Verfasstheit in Staaten:

Die politischen Gestaltungsspielräume, die sie bieten, sind unverzichtbar.

Denn ob es uns gelingt, die weltweite Armut und Perspektivlosigkeit in den Ursprungsregionen wirksam zu bekämpfen, wird zum Lackmustest unserer Menschlichkeit.

Professor Julian Nida-Rümelin ist Referent bei "Beyond Good".

Die Ethik-Konferenz soll inspirierenden Input geben wie jeder einzelne in einer immer komplexer und widersprüchlicher werdenden Welt herausfinden kann, was „richtig" ist, wie wir unser Handeln vor uns selbst und gegenüber anderen begründen können, und wie wir es noch schaffen können, jeden Morgen in den Spiegel zu schauen.

Führende Denker und Denkerinnen diskutieren am 9. November in München Ethik in all ihren Facetten - kontrovers, tiefsinnig und erkenntnisreich. Speaker sind unteranderem Dr. Nadja Tschirner, Professor Julian Nida-Rümelin und Richard David Precht.

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