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Naturgewalten bedrohen auch technische Infrastrukturen

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GEWITTER
Boris Jordan Photography via Getty Images
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Heftige Stürme und Gewitter suchen Deutschland derzeit heim. Nur selten hat eine derartige Wetterlage, Deutschland wochenlang auf Trab gehalten, wie im Frühling- und Frühsommer dieses Jahres. Blitze, Wassermengen und Tornados richten starke Schäden im ganzen Land an. Die Auswirkungen für Mensch und Umwelt sind enorm.

Wie sehr Mutter Natur unseren Tagesablauf bestimmt, spiegelt sich in der jüngsten Nachrichtenlage wieder. Blitzeinschläge in den Oberleitungen führen zu Zugausfällen, Starkregen verursacht Land- und Startsperrungen am Flughafen, Stromausfälle legen zum Teil ganze Gemeinde und Städte lahm.

Welche Auswirkungen haben solche Unwetter eigentlich auf die hochsensiblen mechanischen und elektrischen IT-Infrastrukturen von Rechenzentren? Hier werden wichtige Daten und empfindliche Rechentechniken von zum Teil ganzen Unternehmen untergebracht, die rund um die Uhr sicher und einwandfrei abrufbar sein müssen. Wie sicher sind diese IT-Einrichtungen angesichts solcher Ungewitter und sind Rechenzentren generell für derartige Naturgewalten gerüstet?

Mit Blick auf Naturkatastrophen gilt Deutschland im Vergleich zu anderen Regionen sicherlich als ein sicheres Land. Doch die derzeit immer wiederkehrenden Unwetter wie auch die vergangenen Sturmtiefs in den letzten Jahren demonstrieren eindrucksvoll, dass auch Deutschland von Naturgewalten wie Überflutungen nicht gefeit ist.

Laut Umfrage des Marktforschungsunternehmens Dynamic Markets im Auftrag von Zenium ist jedes zweite Unternehmen, das ein Rechenzentrum in Deutschland, Großbritannien oder der Türkei betreibt, nicht für Naturkatastrophen gewappnet. In Deutschland sind beispielsweise 40 Prozent, also weniger als die Hälfte, ausreichend vor Hochwasser geschützt. Speziell mit Blick auf Hochwasser befinden sich laut den befragten Unternehmen 61 Prozent der Rechenzentren in Gebieten ohne direkte Gefährdung. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich ganze 39 Prozent der Rechenzentren in gefährdeten Regionen befinden. Die Folgen sind spürbar. Die Studie belegt den Einfluss der Naturgewalten auf die Ausfallrate der Rechenzentren. Erdbeben und weitere Naturkatastrophen führten bei abermals 39 Prozent der Rechenzentren zu Störungen. In der Praxis bedeutet das: Rechenzentren unterstützen geschäftskritische Dienste. Auszeiten sind daher nicht nur katastrophal, sondern verursachen gleichzeitig auch hohe Kosten für jeden Betreiber.

Worauf gilt es also zu achten? Insgesamt verfügen die Rechenzentren speziell in Deutschland nach wie vor über einen sehr hohen Sicherheitsstandard und -schutz. Dennoch kann es nicht schaden, vorab den Faktor Naturgewalten zu berücksichtigen. Als Unternehmen ist es daher ratsam, bei der Wahl eines Rechenzentrums neben Skalierbarkeit, Konnektivität und Kosten auch Standort und Konstruktion eines Rechenzentrums sorgfältig zu prüfen. Eine kleine Geste, die viel Schaden vermeiden kann.

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