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Digitale Städte: Warum Frankfurt an der Spitze steht

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FRANKFURT
Hiroshi Higuchi via Getty Images
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Viel wird diskutiert über digitale Städte. Wie ist die Breitbandversorgung in der Region? Gibt es Online-Services der Stadt, die den Bewohnern Behördengänge sparen? Ein wichtiger Faktor ist aber auch die Nähe zu einem Internetknoten. Besonders Unternehmen profitieren von der schnellen Datenübertragung durch die Nähe zu großen Glasfasernetzen. Frankfurt am Main ist hier bundesweit Spitzenreiter.

Ob auf Schiene, Straße oder in der Luft - Frankfurts Verbindungen in alle Welt sind herausragend. Dasselbe gilt auch für die digitale Welt. Für Unternehmen ist ein hoher Vernetzungsgrad ein wichtiger Standortfaktor. Schnelle Netze und gute Konnektivität ermöglichen den reibungslosen Zugang zu den weltweiten Märkten.

Im Rhein-Main-Gebiet befinden sich zahlreiche Großrechenzentren, die gemeinsam den größten Internetknoten der Welt bilden. Frankfurt ist einer der wichtigsten Schaltzentralen des Datenverkehrs und daher auch ein beliebter Standort für Cloud-Anbieter wie Amazon Web Services, IBM und VMware. Immer mehr Unternehmen setzen auf sogenannte Colocation-Anbieter, die Unternehmen den Zugang zur Cloud verschaffen.

In einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Dynamic Markets im Auftrag von Zenium wurden die Motivationsgründe für den Wechsel in die Cloud analysiert. Treiber ist hier vor allem der kostentreibende Effekt, denn die Mehrheit (71 Prozent) der Unternehmen lagert Daten aus, um so IT-Infrastruktur und dadurch Kosten einzusparen.

Viele Firmen (58 Prozent) versprechen sich durch das Outsourcing aber auch eine verbesserte Stabilität und Verfügbarkeit der Server. Ein weiterer Vorteil ist für ein Drittel der Befragten die verbesserte Konnektivität. Was genau verbirgt sich aber hinter dem Begriff Konnektivität?

Cloud-Provider müssen viele Anforderung erfüllen: Die Daten von Unternehmen und privaten Anwendern müssen gesichert und verarbeitet werden. Dabei sollten sie rund um die Uhr innerhalb kürzester Zeit verfügbar sein. Dies alles sind Faktoren, die die Konnektivität definieren. Zusammengefasst spricht man von Latenz, Durchsatz und Verfügbarkeit.

Latenz bezeichnet die Zeit, die benötigt wird, um ein Datenpaket abzurufen. Niedrige Latenzzeiten sind wünschenswert, dieser Wert sollte bei unter 300 Millisekunden liegen. Unter anderem für Banken und Börsen ist diese Kennzahl sehr wichtig. Sie beobachten das Geschehen auf den Finanzmärkten in Echtzeit und arbeiten mit punktgenauen Analysen.

Durchsatz bezeichnet die Datenmenge, die innerhalb einer Sekunde abgerufen werden kann. 10 Gbit/s sind heutzutage Standard und essentiell für Video- und Musikstreaming von Anbietern wie Netflix oder Spotify. Zur Primetime werden meist sehr große Datenmengen übertragen. Damit die Kunden nicht auf Ladebalken starren, sollten die Anbieter also besser einen hohen Durchsatz garantieren.

Die Verfügbarkeit bezeichnet die Bereitstellungszeit der Dienste. Können die Server ihre Dienste 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr aufrechterhalten, läge die Verfügbarkeit bei 100 Prozent. Geringe Ausfallzeiten von einigen Minuten pro Jahr sind allerdings die Regel, und so gilt ein Wert von 99 Prozent als spitze. Für Online-Shops wie Amazon, Zalando oder Otto ist dieser Wert relevant, denn bei Ausfällen kann nicht eingekauft werden und die Kunden wandern ab.

Um all diese Faktoren zu gewährleisten, müssen Rechenzentren über eine ausfallsichere Stromversorgung verfügen und einen schnellen Zugang zum Glaserfasernetz anbieten. In Frankfurt befinden sich zahlreiche Datenzentren, die alle der drei genannten Faktoren optimal vereinen.

Dadurch können Datenpakete binnen 3 Millisekunden nach London oder innerhalb 30 Millisekunden nach New York geleitet werden. So sind Unternehmen sowie ihre Daten und Dienstleistungen mit der Welt vernetzt. Das dichte Glasfasernetz, das hoch verfügbare Stromnetz und die vielen ansässigen IT- Unternehmen machen Frankfurt zu einer echten digitalen Stadt.

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