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Mutige Entrepreneure sind gefragt: Food-Startups im Aufwind

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Food-E-Commerce-Startups und spezialisierte Lieferdienste liegen im Trend. Da sich das Marktvolumen für Essenslieferer in den kommenden Jahren mehr als verdoppeln wird, bleibt der Markt hochattraktiv. Unternehmen, die mit kundenzentriertem Denken und ausgeklügelten Services punkten, werden als Sieger vom Platz gehen.

Der erfolgreichen Börsengang von Delivery Hero, bei dem das Unternehmen mehr als eine Milliarde Euro an der Frankfurter Börse einsammeln konnte, zeigt, dass die Nachfrage nach Food-Delivery-Services weiterhin ein starkes Wachstum verzeichnet. Gemäß Statista betrug 2017 der Umsatz im Segment „Food Delivery" alleine in Deutschland knapp 3,3 Milliarden Euro und wird erwartungsgemäß bis zum Jahr 2021 ein Marktvolumen von 6,5 Milliarden erreichen. Dabei wird eine Veränderung am Markt deutlich: Immer mehr Konsumenten greifen statt zum Telefon auf ihre Apps auf den Mobilgeräten zurück und bestellen ihre Mahlzeiten per Klick bequem von zu Hause. Dabei können sie es sich aussuchen, ob sie online oder bar bezahlen, sobald die Bestellung ankommt. Doch gibt es vor allem bei den großen Lieferanten nicht selten Mängel bei der Qualität des Essens oder der Lieferung, welche nicht wunschgemäßer Qualität der Lieferungen oder sehr langen Lieferzeiten führt.

Ein Milliardenmarkt mit Platz für mehrere Akteure

Damit junge Unternehmen in dem Bereich der Online Essensbestelldienste neben den nahezu unantastbaren Marktführern wie Lieferheld und Lieferando bestehen können, brauchen sie ausgeklügelte Ideen und klare Nischen, die sie besetzen können. Junge Food-Startups wie das Berliner Unternehmen Vadoli setzen hier an und überdenken den ganzen Business-Cycle neu: Geschäftsführer und Inhaber Beschir Hussain hat beim Aufbau seines Unternehmens den gesamten Zubereitungsprozess einer Steinofenpizza überdacht. Damit die Pizzen schnell und frisch beim Kunden ankommen, setzt das Food-Startup auf innovative Technologien. Die Gerichte werden in einem Ofen mit rotierenden Steinplatten innerhalb von zwei Minuten fertiggebacken und durch ein modernes Induktionssystem in den Boxen ofenfrisch geliefert. „Die Strategie geht auf, knapp die Hälfte unserer Kunden bestellen innerhalb der ersten 30 Tage nach Kauf einer Speise ein weiteres Mal", sagt Hussain. Der junge Gründer und Serienunternehmer, der bereits den Food Delivery Markt im Nahen Osten durch das Portal Hellofood aufmischte, setzt nun seine Hoffnungen auf einen vertikal integrierten Ansatz. „Wir möchten hochqualitatives Essen zu einem moderaten Preis anbieten", erzählt der Vadoli-Gründer. Und die Zahlen sind vielversprechend. Allein im ersten Jahr konnte das Berliner Unternehmen über 70.000 Gerichte verkaufen.

Vadoli setzt auf Multi-Marken Strategie

„Gerade in übersättigten Märkten neigen Unternehmen dazu, die eigentlichen Bedürfnisse des Zielkunden zusehends außer Acht zu lassen", sagt Markenexperte Christopher A. Runge. Auf die Frage wie genau Start-up Unternehmen den Platzhirschen die Stirn bieten wollen, antwortet Hussain: „Die zwei am häufigsten genannten Gründe von Kunden, eine Essensbestellplattform nicht mehr nutzen zu wollen, beziehen sich auf die Unzufriedenheit mit dem Essen oder mit der Lieferung. Mit unserem vertikal integrierten Ansatz kontrollieren wir sowohl die Qualität der Speisen als auch die der Lieferung".

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(Die Food-Startups punkten mit Persönlichkeit; Bildquelle Vadoli)

Unterschiedliche Gerichte werden zu unterschiedlichen Tageszeiten konsumiert. Diese Dynamik spürt man am meisten in den Metropolen wie Berlin, München oder Hamburg. So ergeben sich etwa aufgrund des regen Geschäftstreibens der Umstand, dass die Nachfrage nach gesunden Salaten beispielsweise zur Mittagszeit besonders hoch ist, während klassische italienische Gerichte eher abends konsumiert werden. Um den Kundenwünschen entgegenzukommen, setzt das Unternehmen auf eine Multi-Marken Strategie, nicht nur um Synergien in der Logistik, im Einkauf und beim Personal zu nutzen, sondern auch um zu einem direkten Anlaufpunkt für Essensbestellungen unterschiedlicher Küchen heranzuwachsen und Trends im Markt viel effizienter aufgreifen zu können.

Der Gesamtmarkt ist stetig in Bewegung

Der starke Aufwind und die durchweg positiven Zukunftsaussichten der Food-Delivery-Branche schwappen auch auf die noch sehr traditionelle Einzelhandelsbranche über. Die Akquisition von Whole Foods durch den Online-Liefergiganten Amazon für 14 Milliarden US Dollar im letzten Monat zählt zu einem der prominentesten Beispiele, die ein gesamtes Handelssegment aufhorchen lassen. Auch Hellofresh's geplanter Börsengang zeigt, wie attraktiv der Markt für Essenlieferungen nach wie vor ist.

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