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Ach, wie gut, dass niemand weiß...

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ANGRY CHILD
Linda Venuto Photography via Getty Images
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...dass wir auch ein kleines Rumpelstilzchen zuhause haben. Nun, dann lass ich mal die Katze aus dem Sack. Warum? Ich selber bin auf Instagram aktiv und folge auch vielen tollen Profilen von vielen tollen Frauen mit vielen tollen Kindern. Wunderbare Momentaufnahmen, dargestellt mit einem sanften, hellen Filter.

Weiche Haut, strahlende Augen, Kinderlachen, Babies, die durch die Luft gewirbelt oder liebevoll bekuschelt werden. Eintracht, Friede, Freude, Zuckerwatte. Liefe bei Instagram Hintergrundmusik, wäre das wahrscheinlich irgendein zartes Flötenspiel. Versteht mich nicht falsch. Natürlich sind diese Momente echt. Aber es sind eben Momentaufnahmen.

Von verzweifelten Eltern die sich mal im Ton vergreifen

Der Tag hat 24 Stunden, 1440 Minuten. Glaubt mir, liebe Nicht-Mamas, da gibt´s nicht nur liebliche Flötenmusik und zuckergesüßte Mutter-Kind-Liebe. Da gibt es auch Tränen, Wutausbrüche, Getrampel, Geschrei und gegen die Wand geworfene Kuscheltiere.

Verzweifelte Eltern, die sich ab und an vielleicht doch mal im Ton vergreifen oder abends, sobald die Zöglinge endlich tief und fest schlafen, mit einem Glas Wein auf dem Balkon versacken. Ich finde es auch heute noch immer wieder faszinierend, zu welcher Lautstärke, Kraft und disziplinierter Sturheit ein solch kleiner Mensch fähig ist.

Kleinkinder. The „Terrible Twos„. Wuah. Zeitweise wirklich gruselig. Wutverzerrte Gesichter, begleitet von sirenengleichem Gebrüll oder zumindest dicken Krokodilstränen, bei denen sich jeder Erwachsene fragt: „Und DESHALB weint er/sie jetzt?" Ihr wollt wissen, wie es zu Situationen mit so einem kleinen Wutbürger kommt?

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Hier ein kleiner Auszug aus unserem Alltag. True Story. Ergänzungen erwünscht :)

• Er muss eine neue Zahnbürste benutzen. (Die alte war bereits sechs Wochen alt....ich habe ihm zwar in weiser Voraussicht bereits exakt die gleiche gekauft..aber er mochte sie eben im „Used Look")
• Er sollte duschen.
• Dann sollte er aus der Dusche wieder raus.
• Ihm ist beim Frühstück ein Müsli-Krümel vom Löffel gefallen.
• Ich wollte ihm den Krümel geben, er wollte ihn jedoch selber aufheben.
• Beim nächsten Mal sollte er den Krümel selber aufheben. „Maaaaaama muss!"
• Er wollte nach dem Frühstück unbedingt die Couch anfassen, bevor er Hände wäscht.
• Beim Händewaschen ist sein Pullover nass geworden.
• Ich habe das Garagentor aufgemacht, bevor er zur Haustür raus ist.
• Ich habe das Garagentor aufgemacht, nachdem er zur Haustür raus ist. Er wollte nämlich:
...schneller an sein Fahrrad, welches...
...nicht dort stand, wo es sonst steht. Sondern drei Meter weiter hinten.
• Weil ich ihn in den Kindergarten gebracht habe.
• Weil ich ihn vom Kindergarten wieder abholte.
• Als ich ihn anzog, saß sein Kumpel (von dem er zuhause ständig erzählt) zu dicht neben ihm.
• Ich ließ ihn beim Kochen nicht den heißen Topf anfassen.
• Beim Abendbrot fiel ihm die Wurst auf den Teller.
• Als er etwas anderes möchte und ich es ihm gab, weinte er, weil das der Papa machen sollte
Oder andersherum.
• Ich zog ihm einen frischen Schlafanzug an, weil der andere im Wäschekorb ist.


Hier habe ich übrigens auch noch eine tolle Sammlung gefunden mit Fotos, die ein Vater von seinem Sohn gemacht hat. Vielversprechender Titel der Bilderreihe: „Reasons my Son is crying. (Hier erkennt vielleicht auch der/die ein oder andere seinen/ihren Wutzwerg wieder?) 😉

Also, liebe Mamas, ihr seht - ihr seid nicht alleine. Liebe werdende Mamas - habt trotzdem keine Angst - solche Situationen muss man lernen locker und mit Humor zu nehmen. Ist schließlich „nur eine Phase".

Und liebe Kinder: Wir haben euch sehr lieb. Aber. Das zahlen wir euch alles heim!!! ;-)

Der Beitrag erschien ursprünglich auf dem Blog der Autorin capuletscuties.de.

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