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Warum es nichts bringt, sich nicht festlegen zu wollen

11/06/2017 13:21 CEST | Aktualisiert 12/06/2017 17:15 CEST
JulieanneBirch via Getty Images

Um es gleich von vornherein klarzustellen: Ja, ich glaube an die große Liebe. Aber nicht im Sinne dieser Hollywoodromanzen oder Kitschromanen.

Obwohl die Vorstellung natürlich schön ist, dass es irgendwo auf dieser Welt, den einen Partner für jeden gibt. Der plötzlich, wie durch Zauberhand auf der Bildfläche erscheint und das Leben des jeweils anderen durcheinanderwirbelt.

Frei nach dem Motto: Der perfekte Partner, tritt zum perfekten Zeitpunkt auf und alle leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Klingt zu sehr nach Märchen und passiert auch eher in den seltensten Fällen. Aber ich glaube, dass es für jeden Menschen, die eine Lebensliebe gibt und dass es dabei doch total egal ist, wie lange diese Beziehung auch dauern mag.

Ich will mehr, als mich nur "okay" fühlen

Denn ist es nicht viel schöner, wenn auch nur für eine kurze Zeit extrem glücklich zu sein, als sich sein ganzes Leben nur "okay" zu fühlen?

Dennoch habe ich das Gefühl, dass sich besonders in der heutigen Zeit kaum noch jemand die Mühe macht, nach dem Abklingen, der ersten Verliebtheitsphase an einer Beziehung arbeiten zu wollen. Sobald es schwierig wird, ziehen wir die Reißleine.

Es scheint so, als wolle man sich gar nicht mehr festlegen. Auf der einen Art träumt man von Hochzeit, Kindern und Familienleben, doch auf der anderen Art, ist die Angst vor dem Verpassen viel zu groß.

Was, wenn es da draußen doch noch einen besseren Partner gibt? Jemanden mit dem ich mir wirklich vorstellen kann, alt und schrumpelig zu werden?

Überall wird uns suggeriert, dass es total großartig ist, sich nicht festlegen zu müssen, dennoch sehnen wir uns nach Nähe und Stabilität.

So kommt es dann, dass man vielleicht aus Torschlusspanik mit einem Partner zusammen ist, mit dem man sich dieses Für-Immer-Und-Ewig-Ding gar nicht vorstellen kann, aber an der Beziehung festhält, bis... ja bis vielleicht doch noch jemand Besseres kommt. Und ich glaube, dass genau hier der Knackpunkt ist.

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So macht man sich selbst etwas vor, tut sich und seinem Partner nur unnötig weh und verbaut beiden die Chance, mit jemand anderem glücklicher zu werden.

Aus diesem Grund glaube ich, dass man von Anfang an ehrlich zu sich selbst sein sollte, wenn man einen potenziellen Partner kennenlernt.

Wenn man nicht nach dem ersten Date, das allseits bekannte Kribbeln im Bauch spürt und auch nicht den Drang hat, diesen Menschen wieder zu sehen, sollte man diese Person nicht noch fünfmal daten und hoffen, dass sich das Kribbeln noch einstellen wird.

Gefühle sind da oder eben nicht

Deshalb glaube ich, dass es keinen Sinn macht Beziehungen mit jemandem einzugehen, nur weil man Angst vor dem Alleinsein hat, oder jemanden als Lückenbüßer zu benutzen, bis Prince Charming vielleicht doch noch um die Ecke kommt.

Man sollte warten. Warten auf jemanden, der es wirklich wert ist, dieses Für-Immer-Und-Ewig-Ding auszuprobieren.

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