BLOG

Eine offene Plattform f├╝r kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Julia Blesgen Headshot

Warum es nichts bringt, sich nicht festlegen zu wollen

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
WOMAN THOUGHTFUL
JulieanneBirch via Getty Images
Drucken

Um es gleich von vornherein klarzustellen: Ja, ich glaube an die gro├če Liebe. Aber nicht im Sinne dieser Hollywoodromanzen oder Kitschromanen.

Obwohl die Vorstellung nat├╝rlich sch├Ân ist, dass es irgendwo auf dieser Welt, den einen Partner f├╝r jeden gibt. Der pl├Âtzlich, wie durch Zauberhand auf der Bildfl├Ąche erscheint und das Leben des jeweils anderen durcheinanderwirbelt.

Frei nach dem Motto: Der perfekte Partner, tritt zum perfekten Zeitpunkt auf und alle leben gl├╝cklich bis ans Ende ihrer Tage.

Klingt zu sehr nach M├Ąrchen und passiert auch eher in den seltensten F├Ąllen. Aber ich glaube, dass es f├╝r jeden Menschen, die eine Lebensliebe gibt und dass es dabei doch total egal ist, wie lange diese Beziehung auch dauern mag.

Ich will mehr, als mich nur "okay" f├╝hlen

Denn ist es nicht viel sch├Âner, wenn auch nur f├╝r eine kurze Zeit extrem gl├╝cklich zu sein, als sich sein ganzes Leben nur "okay" zu f├╝hlen?

Dennoch habe ich das Gef├╝hl, dass sich besonders in der heutigen Zeit kaum noch jemand die M├╝he macht, nach dem Abklingen, der ersten Verliebtheitsphase an einer Beziehung arbeiten zu wollen. Sobald es schwierig wird, ziehen wir die Rei├čleine.

Es scheint so, als wolle man sich gar nicht mehr festlegen. Auf der einen Art tr├Ąumt man von Hochzeit, Kindern und Familienleben, doch auf der anderen Art, ist die Angst vor dem Verpassen viel zu gro├č.

Was, wenn es da drau├čen doch noch einen besseren Partner gibt? Jemanden mit dem ich mir wirklich vorstellen kann, alt und schrumpelig zu werden?

├ťberall wird uns suggeriert, dass es total gro├čartig ist, sich nicht festlegen zu m├╝ssen, dennoch sehnen wir uns nach N├Ąhe und Stabilit├Ąt.

So kommt es dann, dass man vielleicht aus Torschlusspanik mit einem Partner zusammen ist, mit dem man sich dieses F├╝r-Immer-Und-Ewig-Ding gar nicht vorstellen kann, aber an der Beziehung festh├Ąlt, bis... ja bis vielleicht doch noch jemand Besseres kommt. Und ich glaube, dass genau hier der Knackpunkt ist.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

So macht man sich selbst etwas vor, tut sich und seinem Partner nur unn├Âtig weh und verbaut beiden die Chance, mit jemand anderem gl├╝cklicher zu werden.

Aus diesem Grund glaube ich, dass man von Anfang an ehrlich zu sich selbst sein sollte, wenn man einen potenziellen Partner kennenlernt.

Wenn man nicht nach dem ersten Date, das allseits bekannte Kribbeln im Bauch sp├╝rt und auch nicht den Drang hat, diesen Menschen wieder zu sehen, sollte man diese Person nicht noch f├╝nfmal daten und hoffen, dass sich das Kribbeln noch einstellen wird.

Gef├╝hle sind da oder eben nicht

Deshalb glaube ich, dass es keinen Sinn macht Beziehungen mit jemandem einzugehen, nur weil man Angst vor dem Alleinsein hat, oder jemanden als L├╝ckenb├╝├čer zu benutzen, bis Prince Charming vielleicht doch noch um die Ecke kommt.

Man sollte warten. Warten auf jemanden, der es wirklich wert ist, dieses F├╝r-Immer-Und-Ewig-Ding auszuprobieren.

____

Lesenswert:

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform f├╝r alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blog-Team unter blog@huffingtonpost.de.