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Der steinerne Weg des Kosovo, sich zu einem geschätzten Urlaubsland zu etablieren

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KOSOVO VACATION
BrilliantEye via Getty Images
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Nur langsam rührt sich die Werbetrommel für Urlaubsreisen in das krisengeschüttelte Gebiet im Kosovo. Dabei lohnt es sich wirklich, das zauberhafte Land zu entdecken. Geheimnisvolle Regionen locken mit vielen abenteuerlichen Ausflügen, die Menschen sind gastfreundlich und die Küche hält so manch überraschende Köstlichkeit bereit.

Kaum ein anderes Land hat sich in den letzten Jahren so stark gewandelt wie der Kosovo. Welche vielfältigen Möglichkeiten sich für reiselustige Touristen auftun, wenn sie die Initiative ergreifen und sich in dieses einzigartige Land aufmachen, ist Thema dieses Beitrags.

Langsam aber beständig entwickelt sich im Kosovo eine verlässliche Infrastruktur

Bevor zahlreiche Touristen eine Nation bereisen, muss diese über eine gewisse Infrastruktur verfügen. Wichtige Geschäftspartner für den Ausbau des Tourismus zu einem erfolgreichen Wirtschaftszweig sind unter anderem:

  • Investoren,
  • Airlines,
  • Hotelketten,
  • Reiseveranstalter.

Im Kosovo engagiert sich neben anderen die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, GIZ, für eine wirtschaftliche Fortentwicklung. In Anerkennung für außerordentliche Kriegsverdienste und um die Entfaltung des Landes international voran zu treiben, haben die Kosovaren einige bedeutsame Straßen nach berühmten Amerikanern benannt.

Die Verbindung des Ortes Sojeva zum amerikanischen Stützpunkt Bondsteel heißt heute Beau Biden, nach dem verstorbenen Sohn des früheren US-Vizepräsidenten. Auch Bill Clinton sowie seine beiden Vorgänger George W. Bush und Woodrow Wilson sind bekannte Namensgeber für Verkehrswege im Kosovo.

Entdeckung der Langsamkeit des Seins in der malerischen Bergwelt des Kosovo

Der Kosovo besticht mit einer bildschönen Berglandschaft. Wanderer kommen in der herrlichen Natur besonders auf ihre Kosten. Die teils unberührten Areale vermitteln ein bewegendes Gefühl der Entschleunigung. Es ist vielerorts im Kosovo still und erholsam.

Obgleich der Krieg einige Zerstörung verursacht hat, finden Touristen im Land imposante und erhabene Klostergebäude und idyllische Städtchen und Dörfer. Mancherorts scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

In den neu restaurierten Hauptstädten wie Pristina oder Prizren überwiegt ein eher turbulenter Alltag. Nicht nur die Stadtbilder sind neu. Die Einwohner sind ebenfalls zuallermeist junge Menschen, was der aufstrebenden Metropole Pristina einen dynamischen Eindruck verleiht.

Immer mehr Bars, Hotels und Restaurants eröffnen und bieten modernste Ausstattung und Komfort. Insbesondere in Prizren genießen Besucher den orientalischen Charme und Flair, der aus dem früheren Osmanischen Reich erhalten geblieben ist.

Im Kosovo funktionierende, simple Landwirtschaft bestaunen

Etliche Kosovaren betätigen sich bis heute als Bauern. Insgesamt wird mehr als die Hälfte der Landesfläche für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Im Kosovo bauen die Menschen

  • Obst,
  • Kartoffeln,
  • Getreide und
  • Mais

an. Hinsichtlich der Viehzucht prägen Rinder, Schafe, Schweine und sogar Wasserbüffel das landschaftliche Bild im Kosovo. Zudem leben im Land zahlreiche wilde Tiere, darunter Bären.

Eine Reise in den Kosovo kann zu jeder Jahreszeit fesselnd sein. Die Natur besteht vorrangig aus den immergrünen Büschen Macchie. Die Hartlaubgebüsche wachsen dicht zusammen bis auf eine Höhe von einem bis hin zu drei Metern. Die Sträucher stellen vergleichsweise hohe Ansprüche an eine feuchte, bestimmte Bodenbeschaffenheit, weshalb sie meist nur in wässrigen, mediterranen Gebieten wachsen.

Die bewegte Geschichte hat viele Sprachen in den Kosovo gebracht

Nach wie vor leben im Kosovo mehrere Bevölkerungsgruppen zusammen. Für eine problemlose Verständigung und Kommunikation im Land sind Vorkenntnisse in einer oder mehrerer der folgenden Sprachen hilfreich:

  • Albanisch,
  • Serbisch,
  • Türkisch,
  • Bosnisch und
  • Romani.

Die vielfältigen Volksgruppen haben jede auf ihre Weise zum Aussehen und zu speziellen Bauwerken im Kosovo ihren Anteil beigetragen. Ebenso differenziert wie die Sprachen sind die Brauchtümer der einzelnen Gruppen. Gemein haben sie, dass Hochzeitsfeiern große, rauschende Feste darstellen, zu denen die ganze Familie oder sogar die komplette Nachbarschaft für mehrere Tage zusammenkommt, um den freudigen Anlass zu zelebrieren.

Umsichtig in den befriedeten Kosovo reisen

Obwohl es mittlerweile keine direkte Kriegsgefahr im Kosovo mehr gibt, sollten Touristen sich im Land mit Bedacht bewegen. Die ruhige doch angespannte Lage im Norden des Kosovo könnte von gewalttätigen Zusammenstößen oder einzelnen Anschlägen beeinträchtigt werden. Das Auswärtige Amt empfiehlt, größere Ansammlungen von Menschenmassen zu meiden. Wer eine individuell organisierte Reise in den Kosovo unternimmt, sollte sich vor Ort von ortskundigen Personen führen und begleiten lassen. Dienliche Informationen über die aktuelle jeweilige Situation liefert das lokale Radio.

Im jüngsten Staat Europas können Urlauber problemlos mit dem Euro bezahlen. Der Kosovo ist zwar kein Teil der europäischen Währungsunion, die junge Volksherrschaft hat dennoch den Euro eingeführt. Die Demokratie funktioniert auf parlamentarische Weise. Anfang des Jahres 2008 hat der Kosovo seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Bisher akzeptieren noch nicht alle anderen Länder den Kosovo als eigenständig. Einer Entdeckungsreise in eine der schönsten Landschaften Europas sollte dieser Umstand nicht im Wege stehen. Die geografische Lage auf der südlichen Balkanhalbinsel bestimmt das gemäßigte, kontinentale Klima. Im Sommer klettern die Temperaturen beizeiten auf über 30°C an. Die Wintermonate sind häufig extrem kalt und sehr schneereich.

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