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Julia unterwegs - das Milaidhoo Malediven Märchen

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„Alle Berichte, die ich über diese Insel lese, klingen wie ein kleines Märchen", sagt Bavna Bhikajee, Kommunikationsleiterin des Milaidhoo Resorts auf den Malediven. Dabei hat die 33Jährige gut lachen: Im November 2016 eröffnet, wurde das Hotel bereits auf TripAdvisor zur Nummer Eins von 15 Luxusdomizilen im Baa Atoll gewählt. Betuchte Familien aus der ganzen Welt reisten schon bis zu dreimal in Folge auf die 300 x 180 Meter kleine Insel. Je nach Saison kostet eine Übernachtung mit Halbpension rund 2.000 US Dollar aufwärts. Was macht die Märchenwelt von Milaidhoo also so anziehend; und gelingt es einem als objektiver Journalist auch eine andere Position zu dem Resort einzunehmen?

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Das Eiland gehört zu den Fünf-Sterne-Inseln und soll fernab von „Selfie-Sticks und boulevardesk-lauter Glamourhotellerie" liegen. Mit offenen Augen schlendere ich über die Anlage. Sie ist perfekt gepflegt, nicht ein spitzer Stein liegt auf den Wegen aus Sand: Barfuß-Feeling pur. Tropische Pflanzen und bunte Blüten zieren die Inselmitte; ein heller Palmenstrand und türkisfarbenes Meer säumen die Anlage. Bei Tag ziehen Delfin-, Oktopus- und andere Fischschwärme durch das UNESCO Biosphärenreservat. In der Dämmerung auch mal ein Flughund, ein kleiner Riffhai oder eine Gruppe Mantas. Schnorchelerlebnisse sind somit von der Haustür aus garantiert.

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Milaidhoo - The Story of a Small Island
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Wer nun meint, bei so einer Kulisse zieht es einen gar nicht erst aufs Zimmer, der hat weit gefehlt. Denn der einheimische Architekt Mohamed Shafeeq hat für die 50 Strand- und Wasservillen des Resorts den maledivischen Baustil auf luxuriöse Weise neu interpretiert. Jede Unterkunft verfügt über einen eigenen Pool, in dem bei Betätigung des Schalters „Stars" zahlreiche kleine Lichter funkeln wie die Sterne am Himmel.

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Hohe Decken und abdunkelbare Fensterfronten schaffen ein großzügiges Raumgefühl; der Flachbildschirm versteckt sich hinter einer Front aus lokalen Gemälden. Von den Dorfinseln inspiriert steht eine Art breite Hollywood-Schaukel auf der Terrasse, direkt neben einer weiteren großen Liegefläche und zahlreichen Sitzgelegenheiten im Inneren der Villen. Wer hier kein Ruheplätzchen findet, wird das wohl nie in seinem Leben tun. Besonders außergewöhnlich ist die Möglichkeit, die Villen um 180 Grad zu öffnen und so die Natur mit in die Kulisse einzubeziehen - beispielsweise bei einer Dusche unter freiem Himmel.

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Kulinarisch gleicht die Insel tatsächlich dem Schlaraffenland: Allein im Zimmer befinden sich zwei Kühlschränke und ein gut gefülltes Weinfach. Beim Frühstück stehen neben Sushi, Eierspeisen und frischen Säften ganze dreißig verschiedene Käsesorten parat. In einem Restaurant in Bauweise eines maledivischen „Batheli"- Segelschiffs gibt es einheimische Menüs auf Sterne-Niveau und Koksnüsse kommen frisch vom Baum.

Doch es sind ja die kleinen Dinge, die eine Märchenwelt letztlich zum Leben erwecken; quasi das richtige Quäntchen Feenstaub. Und auch damit überrascht das Resort seine Gäste immer wieder aufs Neue: Als Aufmerksamkeit des Hauses erhält der Urlauber hier Flip Flops, die die Abdrücke „Milaidhoo" und „Maldives" im Sand hinterlassen. Er oder sie wird stets mit dem eigenen Vornamen angesprochen und pro Tag darf jeder Gast zwei Kleidungsstücke gratis zum Waschen geben. Beim Abendessen am Strand wird statt Lampenschein auf romantisches Kerzenlicht gesetzt.

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Spa-Mitarbeiterinnen gestalten jeden Morgen frische Mandalas aus Blumen und Frau trägt nach einer Massage statt Wuschelkopf einen perfekt geflochtenen Zopf mit Blume im Haar. Schnorchel-Ausflüge werden von einer erfahrenen Meeresbiologin durchgeführt, die unzählige Geschichten über die Unterwasserwelt zu erzählen weiß. Wer möchte, kann dabei helfen, neue Korallen zu pflanzen. Lustiges Add-On: statt eines „Bitte nicht stören" Schildes legt man während seines Mittagsschlafes einfach eine Kokosnuss vor die Tür. Am letzten Abend finden wir auf unserem Bett einen aus Blumen gestalteten „See you soon!"-Schriftzug und mein kleiner Reisebegleiter, ein etwa 30 Jahre alter Plüschelefant, reitet auf einem aus Handtüchern gefalteten Fabelwesen.

Was soll ich also schreiben, über eine kleine Insel inmitten paradiesischer Natur, auf der man in den schönsten Räumen schläft, unter freiem Himmel duscht, sich um nichts kümmern muss, es alles zu essen gibt was man sich vorstellen kann, auf der die Sterne im Pool leuchten, Blumen als Schmuck dienen und Kuscheltiere auf Fantasiewesen reiten? Es tut mir Leid, Bavna, auch ich kann dir keine andere Story liefern: Hier also eine weitere Seite für dein Märchenbuch.

Fotos: MM (Canon Power Shot D 30)