BLOG

Julia unterwegs - auf Event-Zeitreise zwischen Dubai und Venedig

23/11/2017 20:40 CET | Aktualisiert 07/12/2017 22:47 CET

Mit über 100 Einträgen im Guinness-Buch der Weltrekorde gilt Dubai in vielerlei Hinsicht als Superlative: das höchste Gebäudes der Welt, das größte Einkaufszentrum und das größte jemals veranstaltete Feuerwerk gehen auf das Wüstenemirat. Wer hier lebt, schätzt es in jeder Hinsicht pompös. „Kein Wunder also, dass hier auch gerne gefeiert wird. Dubai gilt als absolute Luxusdestination," weiß Kunal Rupani. Daher hat er vor Kurzem gemeinsam mit seiner Frau Gauri das Event-Unternehmen The Big Night gegründet. Glamouröse Hochzeiten, lifestylige Geburtstagsfeiern oder poppige Produktpräsentationen gehören zu den Kernkompetenzen des Paares. Ihr Leitsatz: „A little party never hurt anybody". Eine bescheidene Untertreibung, denn was das Ehepaar hier auf die Beine stellt ist alles andere als klein.

2017-11-23-1511465453-4934552-IMG_0015.JPG

(Kunal Rupani und Gauri Chadha Rupani von The Big Night Dubai)

Eine Kostprobe ihres wortwörtlich grenzenlosen Repertoires geben die beiden Jungunternehmer im Rahmen eines runden Familiengeburtstags. Unter dem Motto „Venetian Ball" nehmen sie ihre Gäste inmitten des Wüstenstaats mit auf eine Reise nach Italien. Bereits vom Taxi aus wird klar: Das wird keine gewöhnliche Party. Die Einfahrt der Privatvilla, in der das Spektakel stattfinden soll, ist hell beleuchtet. Ein roter Teppich führt zu einem einzig für die Feier aufgebauten Baldachin im Eingangsbereich, an dem riesige Kronleuchter prangen. Ein im venezianischen Stil gekleideter Zeremonienmeister mit weißer Perücke begrüßt die internationalen Gäste auf perfektem italienisch und verteilt Masken aus Spitze. Ein Fototeam hält die Ankunftsszenen fest, es wird gelacht und sich begrüßt. Von gezwungenen Ankunftsgesprächen keine Spur - jeder ist direkt gebannt.

2017-11-23-1511465567-4534942-IMG_0013.JPG

(Foto: The Big Night)

Dieser Eindruck soll sich auch am eigentlichen Ort des Geschehens, einer großen Terrasse mit Swimmingpool, fortsetzen. Als Sitzmöbel für die etwa einhundert Gäste dienen ausladende rote Sessel mit goldfarbenen Füßen und LED-Lichtern, die runde Bar ist gänzlich in schwarzen Federschmuck mit filigranen Karnevalsmasken gehüllt und die Tanzfläche erstrahlt in leuchtendem rot. Im Pool schwimmen runde Nester aus Rosen und sogar die kleine Steinstatue in der Ecke trägt heute detailverliebt eine Maske. Elegant gekleidete Kellner servieren Champagner und italienische Häppchen wie Tomate-Basilikum-Macarons oder Mini-Risotto. Eine stilvolle Glitzerwelt mit kindlichem Charme, die durchaus auch als Filmkulisse dienen könnte.

Kein Wunder, denn Gauri Chadha Rupani, die Kreative hinter den Ideen von The Big Night, ist gelernte Filmemacherin. „Events können tatsächlich auch als Zeitreise fungieren. Durch sie können wir andere Welten und andere Epochen erleben", sagt die in Dubai lebende Unternehmerin mit indischen Wurzeln. Wenn es nach ihr geht, ist kein Motto, keine Traumwelt unmöglich. Sie und ihr Mann kümmern sich dabei persönlich um ihre Gäste, die entspannt in kleinen Gruppen zusammensitzen, Fotos machen und sich unterhalten. Trotz aller Extravaganz ist die Stimmung angenehm entspannt, schließlich ist man Außergewöhnliches gewohnt und kann auch im Stillen genießen.

2017-11-23-1511465614-247759-IMG_0012.JPG

(Foto: The Big Night)

Aber eine Filmemacherin wäre keine Filmemacherin, wenn sie ihre Kulisse nicht in regelmäßigen Abständen zum Leben erwecken würde. Und so schwingen riesige Stelzenläufer zu festlicher Musik ihre ausladenden Kostüme, von einem Balkon a la Romeo und Julia gibt ein Sänger italienische Opernstücke zum Besten und Künstler in Kostümierungen der letzten Jahrhunderte lassen wortwörtlich die Puppen tanzen. Es regnet rote Glitzerteilchen, die unsereins nur von Formel 1-Siegen aus dem Fernsehen kennt und spätestens jetzt wird klar: Wer nicht in Dubai lebt, wird so etwas so schnell nicht wieder erleben.

2017-11-23-1511465664-321893-IMG_0016.JPG

(Foto: The Big Night)

Sicherlich, aus dem Staunen kommt man bei derartigen Inszenierungen kaum raus - doch als Fremdkörper in all dem Spektakel fühlt sich hier trotzdem keiner. Immerhin setzt The Big Night auch auf vertraute Traditionen: kurz nach Mitternacht wird eine mehrstöckige Torte angeschnitten, die Musik wird lauter und es wird fröhlich bis in die Morgenstunden getanzt. Wenn die ersten Songs dabei keine indischen wären und niemand Shisha rauchen würde - so könnte man doch glatt vergessen, in welchem Teil der Erde man sich eigentlich befindet.