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Julia in Action - Schlitteln in Zermatt. Oder: Mit der Rekordbahn ins Schneeparadies

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Der Schweizer Bergort Zermatt wirbt mit vielen Superlativen: Das höchstgelegene Skigebiet der Alpen, Europas längste Skiabfahrt von 25 km und der höchstgelegene Gletscher-Palast der Welt sind nur einige davon.

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Viel Tradition hat auch die höchste im Freien angelegte Zahnradbahn Europas zum Gornergrat auf 3.089 m. Ihre unaufdringlich orange gefärbten Waggons können 2.500 Wanderer, Skifahrer und Panoramaliebhaber pro Stunde mit zwanzig bis dreißig km/h auf den Gipfel befördern. Der gesamte Weg dauert eine starke halbe Stunde, die sich durchaus kurzweilig gestaltet: Bei gutem Wetter hat man einen sagenhaften Blick auf den Hausberg Matterhorn, die Stationen auf dem Weg werden von einer freundlichen schweizer Stimme auf gleich fünf Sprachen angesagt und irgendwie fühlt man sich auf den Holzbänken sitzend und auf das Hüttendorf blickend ein bisschen in eine heile Vergangenheit versetzt.

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Und so entschließe ich mich auch, hier einer eher traditionellen Sportart nachzukommen: Dem Schlitteln, wie die Schweizer so schön sagen. An der Station „Rotenboden" steige ich aus und leihe mir dort einen der traditionellen Holzschlitten. Er sieht urig aus, hat Platz für zwei Personen und seine breiten, mit Kunststoff überzogenen Kufen verhindern das Einsinken im Schnee. Tradition trifft Moderne.

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Die Schlittelbahn verläuft parallel zu den Gleisen und ist gesondert ausgezeichnet, um nicht den Skifahrern in die Quere zu kommen. 234 Höhenmeter geht es nun bergab, bis zur Station „Riffelberg", wo der Schlitten wieder zurückgegeben werden kann. Oder man nimmt springt wieder in die Bahn und fährt nochmal, so wie ich das einen Nachmittag lang gemacht habe.

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Etwa zehn Minuten dauert eine Abfahrt, an zwei Stellen wird es kurvig und ganz schön rasant. Ich muss so stark bremsen, dass mir der Schnee ins Gesicht spritzt. Der Großteil der Strecke ist aber nur mäßig steil und auch für Familien gut geeignet. Ich überhole sogar einen schwarzen Labrador, der seiner schlittelnden Familie treu hinterher rennt. Und ein britisches Pärchen, das wortwörtlich nicht ganz die Kurve gekriegt hat: Lachend hängen sie im Streckennetz und rufen: „We're OK!".

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Am Fuß der Strecke befindet sich auch ein kleines Bergrestaurant. Wer also eine Ovomaltine gegen die Kälte zu sich nehmen, ein wenig verweilen oder etwas essen möchte, ist hier herzlich willkommen. Ich nutze diesen Ort, um den anderen Schlittenfahrern ein wenig zuzusehen: Jeder einzelne von ihnen kommt lachend ins Ziel. Ein schöneres Fazit kann es doch nicht geben.

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TIPPS:

Anreise: Zermatt ist autofrei, daher empfiehlt sich der „Swiss Travel Pass" der Schweizer Bahnen für die individuelle Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Mit diesem Pass gibt es auch 50 Prozent Ermäßigung bei der Gornergratbahn.

Unterkunft: Das Schlosshotel Zermatt verbindet urigen Hüttencharakter mit modernem Wohlfühlambiente. Das vier Sterne Hotel verfügt über einen Poolbereich mit Sauna und liegt fußläufig zum Hauptbahnhof, über den jeder Zermattresiende den autofreien Ort erreicht. In zwei Minuten ist man zudem bei der Gornergratbahn.

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Fotos: Amrei Czeschick und MM