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Julia in Action - in Bewegung rund um die Olympische Stadt. Oder: Genusswandern am Genfersee

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Sport steht in der Olympischen Hauptstadt Lausanne in der französischen Schweiz ganz oben auf dem Programm. Und zwar nicht nur die für eine Stadt am See naheliegenden Sportarten wie Segeln, Kanufahren oder Wasserski. Nein, auch der etwas gediegenere Sportliebhaber kommt hier voll auf seine Kosten. So bietet die Stadt neben dem top-modernen Olympischen Museum zahlreiche weitere Möglichkeiten, die kulturelle Seite der körperlichen Ertüchtigung näher zu beleuchten und dabei selbst in Bewegung zu bleiben.
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Eine drei Kilometer lange Laufroute führt zum Beispiel an den Spuren großer Tanzchoreografen und -bühnen vorbei; auf einer weiteren kann man bei seiner morgendlichen Jogging-Runde die Olympische Countdownuhr auf einem Steinsockel aus Jurakalk bestaunen.

Als Naturliebhaber entscheide ich mich jedoch für eine Wanderung durch die umliegenden Weingebiete von Lavaux. Der 32 Kilometer lange Weitwanderweg vom Olympischen Museum bis zum Schloss Chillon dauert gute acht Stunden. Es geht quer durch terrassenförmig angelegte Weinberge, die von der UNESCO zum Welterbe in der Kategorie Kulturlandschaften ausgezeichnet wurden.

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Seit dem 11. Jahrhundert wird der Weinanbau hier gepflegt - damals noch durch die Zisterziensmönche. Der Wanderweg „Grande Traversée" ist dank der präsenten Beschilderung durch die Buchstaben „GT" leicht zu verfolgen. Auch sonst gestaltet sich die Wanderung als sehr informativ: Auf dem Lehrpfad von Dorf zu Dorf lerne ich die acht Herkunftsbezeichnungen für Weine dieser Region kennen und bekomme Wissen zu den Rebsorten geliefert, die im hiesigen Ton- und Kalkboden gedeihen.

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Bei so viel Theorie und dreißig Grad im Schatten darf aber natürlich auch die Praxis nicht fehlen. Und so kehre ich in Grandvaux bei Simon und Maude Vogel ein. Die Winzer in dritter Generation betreiben ein kleines Restaurant mit großem Blick. Von der liebevoll gestalteten Terrasse des Croix Duplex bekommt man die Weiten der Weinlandschaft und die bergige Kulisse hinter dem Genfer See perfekt serviert. Zusammen mit einem Glas ortstypischen weißen Chasselas und ein wenig Aufschnitt fällt es einem überdurchschnittlich schwer, sich wieder zum Wandern aufzuraffen.

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Ein Glück, dass sich nur gute zehn Minuten bergab Richtung Ufer, in Cully, ein Anleger für Ausflugsschiffe befindet. Etwa eine halbe Stunde dauert die Reise zurück nach Lausanne und der Fahrtwind unterstreicht das Freiheitsgefühl, das sich einem hier schon fast kompromisslos aufzwingt.
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TIPPS:
* Das Restaurant Croix Duplex liegt direkt unterhalb der Zughaltestelle Grandvaux und bietet auch regelmäßig traditionelle Fondueabende an.
* Das Hotel Royal Savoy in Lausanne verfügt über die derzeit modernste und größte SPA-Landschaft der Stadt. Müde Knochen können hier in einem Hamam Entspannung finden, in dem ein riesiger Kalksteinfelsen aus der Region steht.
* Wer es Abends noch einmal vor die Tür schafft, der sollte den Weg zu Brasserie de Montbenon auf sich nehmen. Von dessen Terrasse überblickt man weite Teile des Sees, kann Studenten beim Boule beobachten und dabei ein Cordon Bleu aus Farm-Hähnchen verspeisen.

FOTOS: Lausanne Tourismus ; MM