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Julia Bauer Headshot

Julia in Action - Heilyoga für Anfänger. Oder: Wie der Feuertyp zur Ruhe kommt.

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Das österreichische Schladming ist wohl am besten fürs Schifahren bekannt. Doch auch im Sommer gibt es dort das ein oder andere unerwartete Highlight: Wie zum Beispiel ein exklusives Seminar über Tibetisches Heilyoga im Hotel Vitaler Landauerhof. Eine über 8.000 Jahre alte Disziplin, für die ich mich in die Steiermark begebe.

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Dort erwartet mich Physiotherapeutin Christine Rathgeb. Mit diversen Zusatzausbildungen, einem Background im Buddhismus und einem Fokus auf der Traditionellen Tibetischen Medizin (TTM) will sie mir an zwei Tagen einen Einblick in ihre Welt geben. Ich bin gespannt.

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Anhand eines Fragebogens über meinen Lebensstil, meine Empfindungen und Gewohnheiten findet sie schnell meinen individuellen "Konstitutionstyp" heraus: Das Feuer, stehend für viel Action und einem schnellen Lebensrhythmus. Wo sie Recht hat, hat sie Recht. Um hier und da ein wenig mehr Ruhe in meinem Alltag zu platzieren, empfiehlt Rathgeb mir "Erdendes" Yoga, regelmäßige Meditation und weniger scharfe Kost. Dinge, die sich theoretisch gut in den Arbeitsalltag integrieren lassen.

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Auf also, zum praktischen Teil des Seminars. Beim eigentlichen Heilyoga geht es unter anderem darum, die "Drei Geistesgifte" Wind, Feuer und Erde/Wasser ins Gleichgewicht zu bringen, um körperlichen Beschwerden vorzubeugen. Dafür gibt es fünf essentielle Übungen aus dem Lo Jong, der Bewegungslehre der Tibeter. Frühmorgens auf der Yogamatte lerne ich also poetisch klingende Übungen wie "Wie die Wildgans Wasser trinkt", "Wie sich das Wildpferd schlafen legt" und "Wie sich ein neuer Berg zwischen vier Kontinenten erhebt" kennen. Für die ein oder andere Bewegung bin ich nicht gelenkig genug; andere, wie der Berg, sind einfach umzusetzen und sprechen genau meine Verspannungen im Schulterbereich an. Alles in allem aber auf jeden Fall machbare Aufgaben.

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Am Ende jeder Übung heißt es "Detoxen" mit einer an Qui Gong erinnernden Übung mit dem Namen "Den Wind der Abfallstoffe ausatmen". Diesen Teil genieße ich besonders, weil er einen runden Abschluss zu jeder getanen Anstrengung darstellt.

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Nach zwei Stunden bin ich wenig verschwitzt, aber gut gedehnt und sehr zur Ruhe gekommen. In einer kleinen abschließenden Mediation verstärkt sich dieses Gefühl. Ob ich alleine so lange durchgehalten hätte, weiß ich nicht. Umso stolzer bin ich, als ich mich an das reich gedeckte Frühstücksbuffet begebe.

Fotos: Amrei Czeschick