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Julia Bauer Headshot

Julia in Action - Antritt! Oder: Beginn der Fahrradsaison in Köln

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Das erste Mal in diesem Jahr fühlt es sich draußen wirklich nach T-Shirt-Wetter an, einige Frühlingsblumen prahlen bereits mit ihren frühen Blüten und die Straßencafes füllen sich wieder. Während auf Facebook gerade noch die letzten Ski-Fotos die Runde machen, greife ich bereits zum Fahrrad: Antritt! Jetzt gilt es, wieder in Radl-Form zu kommen.

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Vor meiner Haustür führt ein Radweg vorbei und ich beschließe: Die erste Tour des Jahres darf ruhig auch durch die Stadt führen. Mit seinen 250 Kilometer langen beschilderten Radrouten, Radwegen mit einer Gesamtlänge von etwa 500 Kilometern und hunderten geöffneten Einbahnstraßen wäre es doch gelacht, wenn ich in Köln keinen schönen Tag auf dem Zweirad verbringen könnte.

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So mache ich mich auf den Weg zu Dom, der gegen den blauen Himmel heute besonders plastisch wirkt. Ihn umrundet, trage ich mein Rad eben die Treppen runter an den Rhein - gut, dass ich mich für ein leichtes Crossbike entschieden habe.

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Gleichmäßig trete ich in die Pedale: an den Kranhäusern vorbei geht es in Richtung Rodenkirchen. Die Touristenströme hinter mir gelassen, genieße ich den ruhigen Tag. Das urige Bootshaus Alte Liebe, die in der Nähe ankernden kleinen Yachten und die zahlreichen Sandbuchten, in denen Pärchen kuscheln und Hunde spielen, lassen so etwas wie Urlaubs-Stimmung aufkommen. Mit Stadt hat das nicht mehr viel zu tun - schon gar nicht, als ich hinter den Kanuvereinen den Wald erreiche. Die Erde knistert unter meinen schmalen Reifen, Vögel zwitschern, es riecht herrlich frisch. Vom Dom bis hierher bin ich in etwa acht Kilometer gefahren. Kaum eine Steigung, kein Gegenwind: es läuft.

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Und so beschließe ich auf dem Rückweg, mich auf die andere Rheinseite zu wagen. Es ist früher Nachmittag, diese Seite liegt eindeutig besser in der Sonne und ich fahre durch das grüne Gras. Vorbei an grillenden Familien, Basketball spielenden Teens und immer mit Blick auf mein zu Hause.

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Für so manchen Radfahrer wäre das kurze Stück Schieben an der neuen Uferpromenade vor dem Hyatt und über die Deutzer Brücke sicher nicht erstrebenswert. Ich steige jedoch genre ab, um mich besser durch die Spaziergänger schlängeln zu können. Denn genau das gehört zum Spirit meiner Wahlheimat: Bei einer einzigen Tour durch ein so vielfältiges Terrain - das soll erstmal eine andere Stadt nachmachen. Und nach rund 20 zurückgelegten Kilometern in der Ebene bin ich nun auch wieder eingefahren und freue mich schon aufs Gelände.

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Fotos: Amrei Ines Czeschick