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Gebt euch in der Liebe nicht mit Zwischenlösungen zufrieden

11/04/2017 18:10 CEST | Aktualisiert 11/04/2017 18:10 CEST
PeopleImages via Getty Images

Die Liebe ist eine wunderbare Sache. In meinen Augen ist sie die Emotion, welches das Leben erst so richtig Lebenswert macht. Flatternde Schmetterlinge, innige Küsse und das Gefühl, mit diesem Menschen an der Hand bis ans Lebensende in den Sonnenuntergang schlendern zu können. Romantische Vorstellung, oder? Die Realität sieht leider anders aus.

Ich setze mich ab und zu gerne in ein Restaurant und beobachte die Menschen um mich herum. Ich versuche, darauf zu achten, wie vor allem Paare dort miteinander umgehen. Es ist faszinierend zu sehen, was für unterschiedliche Verhaltensweisen man in nur kurzer Zeit beobachten kann.

Frisch verliebte Paare, die die Hände nicht voneinander lassen können und sich kitschig verliebt in die Augen sehen, sitzen neben Paaren, deren Aufmerksamkeit eher ihrem Smartphone gilt, als der Person gegenüber.

Umso länger zwei Menschen eine Beziehung führen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass aus dem ehemals kitschig verliebten Paar eines wird, welches sich nicht mehr füreinander zu interessieren scheint. Allein die Vorstellung, einen Menschen an meiner Seite zu haben, dessen Dasein mir gelinde gesagt am Popo vorbei gehen würde, beängstigt mich. Doch das ist eine Situation, die öfter vorkommt, als man es erwartet.

Liebeswolken wandeln sich in Regenschauer

"Ich verstehe nicht, warum Claudia und Frank noch zusammen sind", erzählte mir eine Freundin, während wir auf den Treppen vor unserer Lieblingsbar saßen. Claudia und Frank waren schon über viele Jahre zusammen, eine typische Jugendliebe. Noch vor wenigen Jahren beneidete ich sie um ihre Langzeitbeziehung, die nach außen hin so glücklich schien.

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Die erste gemeinsame Wohnung, Kinderplanung, richtiger Pärchen-Alltag. Doch dieses Bild wendete sich schnell. Probleme im Job, Streit um Alltagskleinigkeiten, die rosaroten Liebeswolken wandelten sich mit der Zeit zu Regenschauern und Gewittern. Von Glück war zwischen den Beiden nicht mehr viel zu sehen.

Warum Claudia das alles mitmachte, fragten wir uns im Freundeskreis. Sie wusste es selbst nicht, gestand sie uns, nachdem sie sich wiederholt über Frank beschwert hatte. So ist das nun einmal, wenn man mit einem Menschen sein Leben verbringt, ergänzte Claudia abgeklärt.

Die vielen Jahre, die die beiden zusammen waren, dienten als Legitimation für den weiteren Bestand der schlecht laufenden Beziehung. Die Suppe hatten sie sich eingebrockt, die mussten sie jetzt auch auslöffeln.

Lebensabschnittsgefährte, nicht der Partner fürs Leben

Ich schüttelte mich, als ich mir vorstellte, wie dieses Paar in 10 Jahren miteinander leben würde. In meinen Gedanken sah ich getrennte Schlafzimmer, getrennte Freizeitgestaltung, getrennte Leben, aber alles unter dem Deckmantel der "Liebe".

Das schließt sich doch aus, oder? Eine Horrorvorstellung. Ich glaube Claudia hatte ähnliche Befürchtungen, sobald sie sich ihre gemeinsame Zukunft vor Augen hielt. Sie war nicht mit dem Mann zusammen, mit dem sie ihr Leben verbringen wollte. Sie lebte mit einer Zwischenlösung, die sie mehr und mehr deprimierte.

Solche Paare möchte ich am liebsten schütteln

Ist man unglücklich, trennt man sich, dachte ich. Hilft auch das bemühteste Arbeiten an der Beziehung nichts, muss man Konsequenzen ziehen. Alles andere ist verschwendete Lebenszeit. Es macht sogar depressiv, wenn man sich mit dem nicht zufriedenstellenden Zustand abgibt und einfach im Alltag verharrt.

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Am liebsten würde ich an diesen Paaren herumrütteln, die in solchen Beziehungen verharren. So lange schütteln bis ihnen bewusst wird, wie sie gerade ihr Leben verschwenden. Welches Glück ihnen doch entgeht.

Die Zeit, die sie damit verbringen, über den Partner zu klagen, könnten sie an der Hand der Person verbringen, die sie wirklich glücklich machen könnte, und das für mehr als einige Jahre. Lebenszeit ist kostbar. Sich darüber klar zu werden, ob man sie mit dem Menschen verbringen möchte, der jeden Morgen neben einem aufwacht, ist der erste Schritt.

Möchte ich das, bleibe ich. Möchte ich das nicht, gehe ich. Konsequent und ohne zurückzublicken. Jeder ist für sein Lebensglück selbst verantwortlich. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, dass aus Lebensabschnittsgefährten wieder Partner fürs Leben werden.

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