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Finanztipp: So legen Sie Ihr Geld krisensicher an

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MONEY
Jan Mammey via Getty Images
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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit ihrer Zinspolitik den Zins auf Sparguthaben quasi abgeschafft. Die bei deutschen Anlegern so beliebten - weil sicheren - Sparbücher und Tagesgeldkonten werfen deshalb nichts mehr ab.

Allein die zurzeit sehr niedrige Inflationsrate sorgt dafür, dass Guthaben nur wenig an Wert verlieren. Von einem Vermögenszuwachs kann in den meisten Fällen jedoch keinesfalls die Rede sein.

Die Sparquote der Bundesbürger liegt nach wie vor bei etwa 10 Prozent und so gibt es einen regelrechten Anlagenotstand: Wohin mit dem Geld, das frei wird oder jeden Monat übrig bleibt?Es hilft nichts: Anleger müssen sich bezüglich ihrer Geldanlagen neu orientieren.

Flucht in Sachwerte

In Zeiten, wo festverzinsliche Wertpapiere niedrig verzinst und Kursgewinne nicht mehr zu erwarten sind, da der Zins ja bereits bei Null steht, kommen einzig Sachwerte infrage: Immobilien, Gold und Unternehmensbeteiligungen (Aktien).

Doch die Preise von Immobilien haben vielerorts bereits so stark angezogen, dass man von einer Blasenbildung sprechen kann. Gold ist nur ein Wertaufbewahrungsmittel und wirft keine Zinsen ab.

Bleiben also nur Aktien, die noch eine positive Rendite versprechen, erstens durch Dividendenzahlungen und zweitens durch Kurssteigerungen. Um es mit den Worten der Kanzlerin zu sagen: Aktien sind derzeit alternativlos.

Verschiedene Investmentformen in Aktien

In Aktien kann man in unterschiedlicher Form investieren: in Einzelwerte,
in klassische Investmentfonds, in börsengehandelte Indexfonds. Einzelwerte sind für Privatanleger zu risikoreich. Die Beispiele VW und Deutsche Bank zeigen, wie schnell es mit einem einzelnen Papier bergab gehen kann.

Und klassische Investmentfonds verursachen dadurch, dass sie ein Fondsmanagement haben, Kosten. Zum Teil sogar hohe Kosten. Erstens kosten sie einen Ausgabeaufschlag, zweitens liegen ihre jährlichen Verwaltungskosten bei durchschnittlich 1,73 Prozent und drittens verlangen sie nicht selten eine Erfolgsbeteiligung.

Anders dagegen börsengehandelte Indexfonds, auch Exchange Traded Funds (ETFs) genannt. Sie sind ein neuer Trend bei der Geldanlage. Dabei sind sie einfach, transparent und flexibel.

Der Grundgedanke des passiven Investierens

Während klassische Investmentfonds einen Fondsmanager haben, der diese Fonds aktiv managed, bilden ETFs ohne Fondsmanager, gesteuert von Computern, einen bestimmten Börsenindex passiv nach.

Dabei vollziehen sie dessen Wertentwicklung mit: Steigt der Index, steigt der ETF proportional. Fällt der Index, sinkt der Indexfonds ebenfalls. ETFs gibt es für die verschiedensten Börsenindizes: Dazu gehören unter anderem Aktienindizes, Rentenindizes, Immobilienindizes, Rohstoffindizes, Regionalindizes und Branchenindizes.

Vorteile von ETFs

Wichtig ist, dass Indexfonds einfach zu verstehen und völlig transparent sind. Zumindest solange es sich nicht um sogenannte Smart-Beta-ETFs handelt, die häufig vom Prinzip der Einfachheit abweichen. Außerdem sind ETFs sehr flexibel.

So können Anleger stets über ihr Kapital verfügen und ihre ETF-Anteile über die Börse verkaufen. Zusätzlich sind ETFs sehr kostengünstig: Im Schnitt kosten sie lediglich 0,37 Prozent Verwaltungsgebühr pro Jahr.

Die beste Erfindung sind jedoch ETF-Sparpläne. Sie sind die größte Finanzinnovation des 21. Jahrhunderts und der Königsweg des Fondssparens.

ETF-Sparpläne für den Vermögensaufbau

Wer langfristig mit regelmäßigen Sparraten monatlich oder quartalsweise ein Vermögen aufbauen möchte, für den kommen vor allem ETF-Sparpläne infrage. Voraussetzung ist ein Depot - am besten bei einem Online-Broker - und dann kann es zum Teil bereits ab 25 EUR monatlich losgehen.

Breit anlegenden ETFs wie dem Weltaktienindex MSCI World oder dem MSCI All Country World Index sollte man dabei den Vorzug geben. Dann hat man bei jeder Sparplaneinzahlung eine breite Risikostreuung.

Die Sparrate kann unter Beachtung der Mindestsparrate jederzeit flexibel an sich verändernde Einkommen angepasst werden und bei Bedarf auch für eine Zeit ausgesetzt werden. Außerdem können die Sparer jederzeit über ihr angespartes Kapital verfügen, denn es gibt weder Kündigungsfristen noch Mindestlaufzeiten.

ETF-Sparpläne ersetzen die klassische Kapital-Lebensversicherung

Über Jahrzehnte war die klassische Kapital-Lebensversicherung für die private Altersvorsorge der Deutschen liebstes Kind. Doch hohe Kosten und ein gesunkener Garantiezins auf nur noch 1,25 Prozent haben dieses Produkt unattraktiv gemacht.

ETF-Sparpläne - bei Bedarf ergänzt durch eine Risikolebensversicherung - könnten die frühere Stellung der Kapital-Lebensversicherung einnehmen. Dabei eignen sie sich nicht nur zur Vorsorge, sondern generell für den Vermögensaufbau.

ETFs haben ihren Siegeszug angetreten. Noch verweigern sich viele Filialbanken der Innovation der ETF-Sparpläne, weil sie zu wenig daran verdienen, doch auf Dauer wird es einfach die Masse an Geschäft machen. Jedenfalls werden sich ETFs immer mehr am Markt durchsetzen. Ihre Vorteile sind einfach zu eklatant.

Mehr von Dr. Jürgen Nawatzki erfahren Sie auf seinem Finanzblog.

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