BLOG

Kampf der Geschlechter: Ein Kampf mit Waffen der Biologie

03/08/2015 08:10 CEST | Aktualisiert 03/08/2016 11:12 CEST
Thinkstock

"Ich bin der Herr Dein Gott, Du sollst keine anderen Götter neben mir haben" ist das erste Gebot des Alten Testaments. Der Glaube an nur einen Gott, verankerte die Herrschaft Gottes über den Mann. Der Mann hingegen erhält seine Macht von Gott und wird zum Stellvertreter Gottes auf Erden. Gott ließ Eva wissen, dass Adam ihr Herrscher war und nahm damit dem Mann viel Arbeit ab.

In den aufgeklärten westlichen Ländern ist das heilige Wort nicht mehr für alle heilig. Was die Bibel nicht mehr leisten kann, soll heute die Biologie wettmachen.

Die neue Waffe im Kampf der Geschlechter ist die Biologie, speziell die Hirnforschung. Die unterschiedliche Funktionsweise der Gehirne von Mann und Frau soll beweisen, wie verschieden die Geschlechter denken und fühlen.

Das Gehirn ist unumstritten das komplexeste Organ dieses Planeten, wie es funktioniert ist nach wie vor zum größten Teil ein Rätsel, denn die Hirnforschung steckt noch in den Kinderschuhen.

Kein Wunder, dass alles was wir wissen, noch heftig umstritten ist. Im Kernspintomographen können wir erkennen, wo das Gehirn aktiv wird, über das Verhalten selber jedoch, wissen wir wenig.

Das Gehirn des Menschen besteht aus rund 100 Milliarden Neuronen und mindestens ebenso vielen Gliazellen, die ein Netzwerk schier unermesslicher Komplexität bilden.

Wissenschaftler der ETH Lausanne haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Gehirn mittels Computersimulationen zu verstehen. Ob das Projekt "Blue Brain" je erfolgreich durchgeführt werden kann, steht noch in den Sternen.

"Psychologische Verhaltensweisen im Gehirn zu identifizieren ist ungefähr so schwierig, als wenn ein Laie einen Computer aufschraubt, um sein Rechtschreibprogramm auf den vielen Nullen und Einsen eines Computerchips zu suchen.

Bücher, die uns die unterschiedlichen Gehirne von Frauen und Männern erklären sind also ziemlich verdächtig" schreibt der Philosoph Richard David Precht.

Doch gerade diese Bücher haben seit einiger Zeit Hochkonjunktur. Alles soll wieder angeboren sein, alles unverrückbar. Der Mann ist kein Unterdrücker, er ist von der Natur für die führende Rolle bestimmt.

Wenn die Geschlechter von Natur aus so verschieden sind, dann sind auch alle gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten gottgegeben. Der Kampf der Geschlechter soll ein Kampf gegen Windmühlen bleiben.


Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.


Lesen Sie auch:

Video: Diese Frau wurde vor der Hochzeit verlassen. Was sie dann tut, ist genial

Hier geht es zurück zur Startseite