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Wir brauchen keine Laptopklassen und keine Smartphones in der Schule

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
LAPTOP CLASS
Portland Press Herald via Getty Images
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Es ist die selbstverst├Ąndliche Aufgabe von Schulen, junge Menschen zur Medienm├╝ndigkeit zu erziehen. In den weiterf├╝hrenden Schulen sollte es deshalb das Fach Informatik geben.

Aktuell fordert der Beirat "Junge Digitale Wirtschaft" (BJDW) beim Bundeswirtschaftsministerium die Planung und Etablierung eines verpflichtenden Schulfaches "Digitalkunde", "Informatik" beziehungsweise "Computing" als grunds├Ątzliche Einf├╝hrung in die digitale Welt an der Grundschule, da jeder mit dem Thema "Digitalisierung" in Ber├╝hrung kommen werde.

Ich lehne diesen Vorschlag ab. Die Einf├╝hrung eines solchen Faches bereits in der Grundschule ist zu fr├╝h. Es reicht, wenn die digitales Lernen in vern├╝nftigem Umfang in den weiterf├╝hrenden Schulen stattfindet. Vor allem aber muss sie noch mehr in den Berufsschulen Einzug halten k├Ânnen.

Ein Handy ist kein sinnvolles Unterrichtsmittel

Zum einen gibt es dort junge Menschen am Rande zum Erwachsenenalter, die bereits eine gewisse Medienerfahrung vorweisen k├Ânnen. Zum anderen wird in vielen F├Ąchern eine berufliche Affinit├Ąt zu Digitalisierung und den neuen Medien verlangt.

In jedem Fall m├╝ssen Kinder und Jugendliche zur Medienm├╝ndigkeit erzogen werden. Dazu geh├Ârt auch, dass sie wissen, wie sie mit ihren Smartphones vern├╝nftig und wie sie mit Informationen kritisch umgehen.

Medienm├╝ndigkeit bedeutet deshalb auch, dass sie klassische mediale Alternativen nahegebracht bekommen. Das ist die Aufgabe aller Unterrichtsf├Ącher. Eine besondere Aufgabe ist die gezielte F├Ârderung der Lesef├Ąhigkeit. Diese ist Voraussetzung daf├╝r, dass digitalen Medien ├╝berhaupt sinnvoll genutzt werden k├Ânnen.

Allerdings ist ein Handy kein sinnvolles durchg├Ąngiges Unterrichtsmittel - egal in welcher Klassenstufe.

Wir brauchen keine Laptopklassen

Man sollte es nicht ├╝bertreiben: Mir ist weltweit keine einzige Studie bekannt, die best├Ątigt, dass mit Laptops oder Smartphones der Unterricht in irgendeiner Hinsicht besser wird und gr├Â├čere Lernerfolge erzielt worden sind.

Ich teile die Einsch├Ątzung des vermeintlichen Bedarfs nach sogenannten Laptopklassen nicht. Ebenso teile ich die Euphorie nicht, dass sich dadurch im Unterricht irgendetwas verbessern w├╝rde.

Denn Smartphones reduzieren Recherche auf eine H├Ąppchensuche. Ich m├Âchte, dass die Jugend auch Printmedien und B├╝cher liest. Nur so k├Ânnen junge Leute einen ganzheitlichen Eindruck bekommen. Die Schule muss zu einem Gegenbild der aktuellen Entwicklung werden, wo man sich nur noch selektive Informationen beschafft.

Wir d├╝rfen den herk├Âmmlichen Unterricht nicht vernachl├Ąssigen

Unterricht bedeutet auch zwischenmenschliche Kommunikation. Diese wird ├╝ber digitale Wege erheblich eingeschr├Ąnkt.

Letztendlich w├╝nsche ich mir, dass unsere Schulen nicht nur Millionen f├╝r die Digitalisierung, sondern ebenso viel Geld f├╝r die Einrichtung ordentlicher Schulbibliotheken ausgeben. Deren Zustand ist zur Zeit in vielen F├Ąllen schlicht miserabel.

Bereits mit einem Bruchteil der Mittel f├╝r die Digitalisierung von Schulen - von der bislang vor allem die Computerindustrie profitiert hat - k├Ânnte man eine Menge tun, um die Situation der Schulbibliotheken zu verbessern.

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Bei der momentanen Euphorie f├╝r Digitalisierung sollten wir aufpassen, dass wir die klassischen Medien und den herk├Âmmlichen, erfolgreichen Unterricht nicht vernachl├Ąssigen.

Die "Gesellschaft f├╝r Bildung und Wissen" hat erst k├╝rzlich eine Stellungnahme mit den Unterschriften von ├╝ber 1000 Professoren, P├Ądagogen, Psychologen und ├ärzten ver├Âffentlicht, die der Digitalisierung im Unterricht mit Skepsis gegen├╝bersteht.

Mit meiner Position stehe ich also nicht alleine da.

(lp)