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Wir brauchen mehr Fake News!

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LAWYER
Choreograph via Getty Images
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Sprache ist eine wunderbare Sache. Eigentlich! Denn manchmal entstehen Probleme allein aus dem Umstand, dass irrigerweise angenommen wird, ein Sachverhalt wĂ€re schon deshalb verstanden worden, weil er sprachlich erfasst werden konnte. Im Kern geht es um das unheilvolle Zusammenspiel von ÜberschĂ€tzen und UnterschĂ€tzen, und was sich daraus entwickeln kann - z.B. Fake News mit all ihren Auswirkungen.

«(...) dass ich, was ich nicht weiß, auch nicht glaube zu wissen.» (Platon, Apologie des Sokrates 21d-22a)

So lautete Sokrates' Antwort zum Problem der SelbstĂŒberschĂ€tzung vor 2.400 Jahren. Cicero verallgemeinerte das Zitat spĂ€ter zu: «Ich weiß, dass ich nicht weiß.» Man könnte auch noch eine weitere Dimension hinzufĂŒgen und sagen: «Es gibt Dinge, von denen wir nicht wissen, dass wir sie nicht wissen.» Es mag einige erstaunen; diese Formulierung geht auf Donald Rumsfeld zurĂŒck, der wĂ€hrend einer Pressekonferenz im Jahr 2002 von den «unknown unknowns», dem unbekannten Unbekannten, sprach.

Wie aber gehen wir mit Menschen um, die nicht wissen, dass es Dinge gibt, von denen sie nicht wissen? Und was tun wir, wenn diese Menschen auch noch ein ausgeprĂ€gtes Sendungsbewusstsein besitzen und sich zu komplexen Sachverhalten Ă€ußern?

Der Dunning-Kruger-Effekt

Wissenschaftlich erfasst wurde das generelle PhĂ€nomen des ÜberschĂ€tzens eigener FĂ€higkeiten bei gleichzeitigem UnterschĂ€tzen von Sachverhalten von David Dunning in Zusammenarbeit mit seinem damaligen Studenten Justin Kruger an der Cornell University. Ausgangspunkt ihres 1999 veröffentlichten Aufsatzes (Unskilled and Unaware of It) war die Geschichte eines BankrĂ€ubers, der fest davon ĂŒberzeugt war, bei seinen ÜberfĂ€llen nicht von den Überwachungskameras aufgenommen werden zu können, da er sein Gesicht mit Zitronensaft eingerieben hatte. Kein Scherz! Er wusste, dass man mit Zitronensaft unsichtbar schreiben konnte.

Außerdem hatte er zuvor in einem Selbstversuch festgestellt, dass er sein Gesicht im Spiegel nicht erkennen konnte, da seine Augen brannten. Auch auf der Aufnahme mit einer Polaroidkamera war aus bis heute ungeklĂ€rten GrĂŒnden nichts zu sehen. Mit dieser BestĂ€tigung der Wirkung der «Zitronenmaske» war er anschließend selbstbewusst zur Tat geschritten.

Das heute als Dunning-Kruger-Effekt bekannte PhÀnomen lÀsst sich ungefÀhr so zusammenfassen:

Inkompetente Individuen unterliegen der Illusion eigener Überlegenheit, wodurch sie ihre tatsĂ€chlichen FĂ€higkeiten deutlich höher einschĂ€tzen, als diese sind. Gleichzeitig unterschĂ€tzen sie Sachverhalte, mit denen sie konfrontiert sind. Die Korrelation zwischen Inkompetenz und Unwissen fĂŒhrt zu einem erhöhten Selbstbewusstsein, wodurch das Erkennen des Irrtums letztlich ausgeschlossen ist.

Auch wenn sich das ziemlich elitĂ€r anhört; jeder ist anfĂ€llig fĂŒr diesen Teufelskreis. Der Zahnarzt, der mit dem Klempner ĂŒber die Rohrdicke diskutiert; der Teenager, der wieder einmal die Mahnung der Eltern in den Wind schlĂ€gt oder der Maurer, der seinen Bauleiter fĂŒr einen Idioten hĂ€lt, der ĂŒberhaupt keine Ahnung hat.

Bevor das Internet zu dem beherrschenden und vor allem ersten globalen Massenmedium wurde, spielte der Dunning-Kruger-Effekt eher in diesem persönlichen Umfeld, nicht aber als gesamtgesellschaftliches PhÀnomen eine Rolle.

Auch der erwĂ€hnte BankrĂ€uber mit Vorliebe fĂŒr Zitronen, ĂŒbrigens 1,68 Meter groß und 120 Kilogramm schwer, wĂ€re lediglich eine Randnotiz im Boulevardteil des Lokalblattes geblieben. Denn er wurde innerhalb einer Stunde verhaftet, nachdem sein Foto (er hatte sein Gesicht ja offen gezeigt) mit einer Beschreibung seiner Erscheinung veröffentlicht worden war.

ZusĂ€tzliche Bedeutung gewann das PhĂ€nomen des ÜberschĂ€tzens eigener FĂ€higkeiten und des UnterschĂ€tzens von Sachverhalten durch die vielfĂ€ltigen Publikationsmöglichkeiten im Internet.

Wobei davon ausgegangen werden kann, dass ganz im Sinne des Dunning-Kruger-Effekts durchaus einige der teils hanebĂŒchenen Behauptungen und Meldungen aus tiefer Überzeugung veröffentlicht werden. Anders verhĂ€lt es sich bei den aus geheimdienstlichen Boiler-Room-Fake-News-Zentren stammenden Falschmeldungen. Doch dazu spĂ€ter.

Der belesene Amateur

ZunĂ€chst zu einer Gruppe, die lange bevor das Internet zum Massenmedium wurde, unerbittlich und quasi tĂ€glich Opfer des Dunning-Kruger-Effekts ist. Juristen und insbesondere RechtsanwĂ€lte können von der Diskrepanz zwischen Lesen (können) und Verstehen ein leidvolles Lied singen. Denn deren Ratsuchende, jedenfalls einige, neigten schon immer dazu, im BĂŒrgerlichen Gesetzbuch, im Strafgesetzbuch, in Verwaltungsnormen oder - worst case - im Grundgesetz zu blĂ€ttern und aus dem dort Vorgefundenen eigene SchlĂŒsse zu ziehen.

Man sitzt dann einem Menschen gegenĂŒber, der sich nicht durch juristische Klausuren und Hausarbeiten gequĂ€lt hat, der möglicherweise noch nie in seinem Leben fĂŒnf Stunden eine PrĂŒfungsaufgabe handschriftlich beantwortet hat (und das an zehn aufeinanderfolgenden Tagen), der kein erstes und zweites juristisches Staatsexamen bestanden hat; und der auch nicht weiß, dass Letztere die schwerste PrĂŒfung der Welt ist.

Auch jahrelange anwaltliche Erfahrung, TĂ€tigkeitsschwerpunkte und Spezialisierungen als Fachanwalt konnten (und können) in der Praxis nicht verhindern, dass der belesene Mandant die profunde und intensive juristische Diskussion mit seinem Anwalt schĂ€tzt. Denn schließlich hat er ja alle einschlĂ€gigen Paragraphen genau durchgelesen.

Man hĂ€tte das Problem vermeiden und den AnwĂ€lten sicher viele unbezahlte Stunden der Überzeugungsarbeit am belesenen Mandanten ersparen können, wĂ€ren die Gesetze - so wie vor Luther die Bibel - in Lateinisch verfasst oder indem man - wie die Angelsachsen - auf umfangreiche Gesetzeswerke ganz verzichtet, sondern auf PrĂ€zedenzfĂ€lle und die Weisheit des Richters vertraut hĂ€tte. Kollateral wĂŒrde so die juristische Arbeit sicher mehr wertgeschĂ€tzt und wohl auch deutlich höher vergĂŒtet werden.

Doch mittlerweile scheint es so etwas wie einen gerechten Ausgleich zu geben. Denn der belesene Mandant ist im Internetzeitalter kein singulĂ€res PhĂ€nomen der juristischen Praxis mehr. Vielmehr hat dieses interessierte Wesen viele Bereiche der Gesellschaftswissenschaften fĂŒr sich erschlossen. Und so gibt es mittlerweile den belesenen «Volkswirt», den belesenen «Historiker», den belesenen «Soziologen» und auch den belesenen «Politiker».

All diese Belesenen, die selektiv je nach Gusto einige BĂŒcher und Texte studiert haben, fluten in ihrer Freizeit oder auch im Rahmen neuer GeschĂ€ftsmodelle nun seit einigen Jahren das Internet mit Kommentaren und BeitrĂ€gen, die den wissenschaftlichen Ansatz von These-Antithese-Synthese ad absurdum fĂŒhren, sodass ObjektivitĂ€t in diesem Nebel aus Vermutung und Unwissen quasi auf Null reduziert wird.

Sollen wir uns darĂŒber empört beschweren? Ich glaube nicht. Denn ...

... Fake News und deren Rezeption sind in einem generellen Sinn die nicht-elitÀre Antithese ...

.. zu dem, was als Common Sense gilt. Allerdings eben nur in einem generellen Sinn; die konkreten einzelnen Fake News selbst richten sich an den uninformierten oder emotionalen Rezipienten.

Es liegt auf der Hand, dass jemand, der sich noch niemals mit völkerrechtlichen und geschichtlichen Fragen der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg beschĂ€ftigt hat, eine Veranstaltung der sogenannten ReichsbĂŒrger tief beeindruckt verlassen muss, die im Wesentlichen behaupten, die Bundesrepublik existiere völkerrechtlich gar nicht, sondern das Deutsche Reich bestĂŒnde - und zwar in den Grenzen von 1938 - fort.

Ebenso treffen die spĂ€ten Thesen des Genforschers und frĂŒheren NobelpreistrĂ€gers James D. Watson bei denjenigen auf offene Ohren, die - wie er selbst - zwar keine Anthropologen oder Soziologen sind, aber dennoch gern mal ĂŒber Hitze, Libido und Intelligenz von Afrikanern sinnieren.

Rudolf Steiner lĂ€sst grĂŒĂŸen. Watson, der seine diesbezĂŒgliche Meinung nicht auf wissenschaftliche Forschungen wie bei seinen sonstigen Arbeiten, sondern auf «Erfahrungen» mit schwarzen Mitarbeitern stĂŒtzte, wird in einem Artikel der Sunday Times (London) vom 14. Oktober 2007 so zitiert:

«He says that he is "inherently gloomy about the prospect of Africa" because "all our social policies are based on the fact that their intelligence is the same as ours - whereas all the testing says not really" (...)» -- «Er sagt, dass er „Àußerst dĂŒstere Aussichten fĂŒr Afrika" hat, denn „all unsere Sozialpolitik basiert auf der Annahme, dass ihre Intelligenz die gleiche wie die unsere ist - wĂ€hrend alle Tests zeigen, dass dies nicht wirklich so ist" (...)»

Watsons Bemerkung fĂŒhrte schnell zu seiner Entlassung und zu hitzigen Diskussionen, in denen ihm einige seiner Kollegen mit der typischen Fake-News-Aftermatch-Argumentation beisprangen, dass man doch noch offen ĂŒber alles diskutieren können wird, ohne durch lĂ€stige politische Korrektheit gleich in die Rassistenecke gestellt zu werden.

Die amĂŒsante Fußnote dieser Geschichte war dann schließlich, dass Watson, der seinen eigenen genetischen Code zuvor öffentlich gemacht hatte, selbst zu 16 Prozent afrikanischer Herkunft ist, was in etwa einem afrikanischen Urgroßelternteil entspricht. Halleluja! Da kann man nur mit dem ehemaligen amerikanischen Verteidigungsminister Rumsfeld sagen: «Es gibt Dinge, von denen wir nicht wissen, dass wir sie nicht wissen.»

Unwissen und emotionale Zustimmung

An diesen Beispielen wird deutlich, dass Fake News zwei Dinge bei Verbreitern und Rezipienten voraussetzen: Unwissen und/oder eine emotionale Tendenz, bestimmten Behauptungen Glauben zu schenken; sie also gar nicht in einer These-Antithese-AbwÀgung hinterfragen zu wollen.

Die zwangslĂ€ufige Folge dieser Herangehensweise ist, dass den wirklichen Experten der jeweiligen Bereiche die GlaubwĂŒrdigkeit mittels Eliten-Bashing und Verschwörungstheorien abgesprochen werden muss. In gewisser Weise schmieren sich diese Leute also Zitronensaft ins Gesicht - so wie unser erfolgloser ĂŒbergewichtiger BankrĂ€uber - und irren nichts sehend mit brennenden Augen in der Hoffnung durch das Tal der Ahnungslosen, dass ihre wahre Motivation verborgen bleibt oder dieser zumindest ein legitimes Antlitz verliehen wird.

Solange es sich bei Fake News um singulĂ€re Ereignisse handelt, können wir diese sicher als Ă€rgerliche oder auch amĂŒsante Randnotizen zur Kenntnis nehmen oder auch nicht. Denn sektiererische Zirkel mit eigenen Wahrheiten hat es immer gegeben und wird es immer geben. Z.B. den «Messias von ThĂŒringen» Friedrich Muck-Lamberty, der Anfang der 1920er Jahre singend, tanzend und predigend durchs Land gezogen war.

Mehr als 10.000 Menschen seiner «neuen Schar» sollen auf dem Erfurter Domplatz tanzend die «Revolution der Seele» verkĂŒndet haben. Es ist wirklich bedauerlich, dass keine Filmaufnahmen von diesen frĂŒhen, völkisch angehauchten Hippies existieren, die daran glaubten, dass Muck-Lamberty mit einer sĂ€kularisierten Maria (aus ihrer Mitte) die Wiedergeburt des wahren deutschen Christus' gelingen sollte.

Der Andrang vor dem Nachtlager des «Messias' von ThĂŒringen» war sicher enorm, weshalb der Grund fĂŒr den schnellen Zerfall der «neuen Schar» auch nicht nĂ€her erlĂ€utert werden muss; doch lustig war es bestimmt.

Der Spaß endet aber dann, wenn die Gruppe der Fake-News-Rezipienten generell demokratisch spĂŒrbar anwĂ€chst oder sogar zu einer Mehrheit wird. GrundsĂ€tzlich ist eine solche Entwicklung - auch die Letztere - möglich; allerdings nur in einem sehr kurzen historischen Zeitfenster.

Denn Nonsens bleibt Nonsens und wird in der Regel von der Mehrheit als solcher auch erkannt, sodass auf IrrtĂŒmern und FehleinschĂ€tzungen basierende Regime nur als Diktaturen lĂ€ngerfristig bestehen können; ansonsten aber zĂŒgig zusammenbrechen.

Ein Beispiel fĂŒr die Kurzlebigkeit von IrrtĂŒmern sind die Entwicklungen in Großbritannien, wo sich die lautstarken BefĂŒrworter des Brexits unmittelbar nach dem Referendum trotz des Sieges vom Acker machten und somit nun keine ihrer vollmundigen AnkĂŒndigungen bestĂ€tigen mĂŒssen.

Die einzig sinnvolle Maßnahme fĂŒr die in Großbritannien ZurĂŒckgelassenen kann jetzt eigentlich nur die Beendigung dieses Theaters sein, das auf Unwissen und IrrtĂŒmern basiert. WĂ€re da nicht das eigentliche, das tiefere emotionale Thema des Brexits, die Ablehnung der Migration (von EU-AuslĂ€ndern), wodurch vernĂŒnftige Überlegungen im nationalen HochgefĂŒhl ĂŒber Bord geworfen worden waren.

Denn auch ohne Studium der Volkswirtschaft oder der internationalen Beziehungen hĂ€tte die Mehrheit der britischen Stimmberechtigten ansonsten erkennen können, dass das ehemalige Empire trotz Königshaus im globalen Maßstab des 21. Jahrhunderts eben doch nur ein Land mit 65 Millionen Einwohnern ist und mangels Mitgliedschaft in einem grĂ¶ĂŸeren internationalen BĂŒndnis jetzt schnell in der Bedeutungslosigkeit verschwinden kann.

Ein weiteres Beispiel könnten die Vereinigten Staaten unter der jetzigen Administration sein, die nahezu besessen versucht, alles zu tilgen, was auch nur im Entferntesten mit dem Namen «Obama» in Verbindung gebracht werden könnte.

Dieser im Grunde seit acht Jahren andauernde Anti-Obama-Furor kann nicht rational-politisch, sondern nur emotional erklĂ€rt werden, und hat seinen Ursprung sicher auch in den «good old days», als die Rassen dort noch gesetzlich voneinander getrennt waren. Schon jetzt fragen sich politische Beobachter, ob die Administration ĂŒberhaupt einen Plan fĂŒr ein «endgame» oder zumindest fĂŒr ein «long game» hat. Vielleicht blĂŒht dem Land ja ein DĂ©jĂ -vu Ă  la Brexit, falls der aktuelle PrĂ€sident eines Tages aus Mar-a-Lago nicht mehr nach Washington zurĂŒckehren sollte.

Fake News fĂŒhren zu ehrlichen Antworten

Fake News und deren Rezeption sind Indikatoren fĂŒr die emotionalen, vom Rationalen losgelösten Tendenzen in einer Gesellschaft und fördern, so paradox es klingen mag, letztlich eine mittelbare gesellschaftliche Wahrhaftigkeit. Vergleichbar mit dem als PĂ€dophilen enttarnten Nachbarn, der allen eigentlich schon immer suspekt war, bis sich der Vorwurf dann doch als die Intrige einer Verflossenen entpuppte ... betretenes Schweigen.

FlĂŒchtlinge, die sich mit ihren nagelneuen Smartphones verabreden, um kleine Kinder zu verspeisen. Obama, der eigentlich kein Mensch, sondern ein Außerirdischer ist, wie die Narben an seinem Hinterkopf beweisen. Merkel, die nachts per Flugzeug heimlich Tausende Muslime einschleust, um Deutschland zum grĂ¶ĂŸten Kalifat aller Zeiten zu machen. Inschallah!

Ja, wir brauchen mehr Meldungen dieses Kalibers - viel mehr und deutlich extremere. Wir brauchen gute, kaum zu widerlegende Verschwörungstheorien, die ĂŒber das untere Bildungsviertel hinaus Menschen erreichen können. Wir brauchen keine Witzfiguren, die uns Zitronensaft ins Gesicht schmieren wollen, sondern ĂŒberzeugende Persönlichkeiten, die uns qualitativ hochwertigen Quatsch erzĂ€hlen; am besten noch ohne eigenes finanzielles Interesse.

Auf diese Weise werden wir erfahren, von wem wir tatsĂ€chlich umgeben sind. Xenophob, Rassist oder einfach nur ein mieser Charakter möchte heutzutage selbst am rechten Rand niemand mehr sein. Man möchte Kronzeugen; man möchte der eigenen Einstellung ein legitimes Antlitz verleihen. Deshalb wird das, was frĂŒher ohne Scheu laut ausgesprochen wurde, jetzt nur noch gesagt, wenn wenigstens in den «alternativen Medien» stĂŒtzende Quellen benannt werden können.

Lasst uns also entspannt die Tore fĂŒr neue Fake News weit öffnen, damit die selbst auferlegten «Meinungsverbote» fallen. Wir werden das schon ertragen. Wahrscheinlicher ist sowieso, dass wir das Schlimmste bei Breitbart, COMPACT Magazin und RT News bereits gesehen haben und dass die Bedeutung von Likes, Retweets und Followers in Zeiten von automatischen Bots und Boiler-Room-Fake-News-Zentren deutlich ĂŒberschĂ€tzt wird.

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