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Kann sich Mode neu erfinden?

02/02/2016 16:22 CET | Aktualisiert 02/02/2017 11:12 CET

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Bereits in der Vergangenheit war es oft zu lesen. Die Mode erfindet sich neu. Es drängt sich einem doch aber die Frage auf, was ist überhaupt noch neu? Sind die Zeiten nicht vorbei, in denen das Mondrian Kleid von Yves Saint Laurent oder der New Look von Christian Dior für Furore sorgten? Vielleicht bedeutet neu aber auch nicht immer das Suchen und Finden nach innovativeren Stoffen und Formen, sondern vielmehr einen Weg, wie man diese präsentiert.

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War es vor einigen Jahrzehnten noch üblich, neue Kreationen im kleinen Rahmen zu präsentieren, so sind Modenschauen heute eindrucksvoll geplante Events und Kulissen. Chanel gehört schon förmlich zu einer festen Größe, wenn es um den Setbau für die neusten Kreationen aus Karl Lagerfelds Gedankenwelt geht.

Immer noch im Gedächtnis bleiben Runway-Landschaften bestehend aus einem meterhohen goldenen Löwen oder einem kompletten Casino. Diese gab es es unter anderem im Jahr 2010 und 2015 in Paris im Grand Palais zu sehen. Ebenso die Austragungsorte für seine Metier D'Art Kollektionen in Salzburg oder Dallas.

Erlebnisse schaffen

Aber auch das ist nicht neu. Gerade bei kommerziell erfolgreichen Labels, scheint das zum guten Ton zu gehören. Über und über mit echten Blumen dekorierte Räume für Raf Simons erste Haute Couture Kollektion für Dior vor einigen Jahren. Das sind Eindrücke, die im Kopf bleiben.

Das all diese Schauen ins Internet übertragen werden gehört heute schon zum gängigen Standard einer internationalen Marke.

Ein Pionier, was die Liveübertragung anging, war Alexander McQueen. Seine Kollektion von Platos Atlantis war einige der ersten Shows, die parallel ins Netz übertragen wurden. So konnten nicht nur die Zuschauer vor Ort daran teilnehmen, sondern die gesamte Welt. Das schien neu und revolutionär für alle Designer, die nachzogen.

Mode mit Starbesetzung

Man könnte annehmen, dass die Möglichkeit das Internet zu nutzen, mehr potenzielle Käufer generiert. Die Anzahl der geladenen Gäste liegt nicht selten unter mehreren Hundert Anwesenden. Nichts von der Intimität der früheren Präsentationen ist mehr übrig.

Weitere Highlights der Vergangenheit waren die Kollektionen von Alexander Wang und Balmain für die schwedische Modekette H&M.

Ein ganzes Spektakel wurde dort arrangiert. Inklusive Starbesetzung in den ersten Reihen und musikalischen Highlights wie dem Auftritt der Backstreet Boys bei Balmain. Der Hype, den es um die Kollaborationen gibt, soll schließlich geschürt werden. Auch das amerikanische Unterwäschelabel Victoria's Secret macht sich diese Form der Präsenz zunutze und lädt neben Supermodels jedes Jahr eine Heerschar von Prominenten zur Show.

Gesangseinlagen internationaler Chartstürmer mit inbegriffen. Aber auch all das lässt sich irgendwann nicht mehr als neu bezeichnen. Vielmehr ist es aufregend, für die Menschen vor Ort oder den Zuschauer an den Bildschirmen. Schwierig ist es zu klären, wie viel von der Mode auf der Strecke bleibt, wenn alles von anderen Eindrücken überladen wird.

Neue Wege gehen

Neben den Neuerungen aus den vergangenen Jahren, wie dem Lasercut und dem Experimentieren mit Materialgemischen scheinen die Designer verstärkt andere Wege der Präsentation zu suchen und somit etwas Neues zu schaffen.

Das aktuellste Beispiel bildet dabei der britische Designer J.W. Anderson. Er zeigte seine aktuelle Herrenkollektion per Livestream über die schwule Dating-App Grindr. Auf dieser können sich die Nutzer sonst einen Überblick über die Männer in ihrer unmittelbaren Umgebung machen. Das klingt ungewöhnlich für die Präsentation von Mode und scheint neu. Den Usern eine Runway-Show über eine Datingplattform zugänglich zu machen gab es zuvor noch nie.

Ob sich diese Art der Präsentation durchsetzt, lässt sich nicht beantworten. Vielleicht muss es das auch nicht. Der Designer ist mit dieser Methode einen ungewöhnlichen und unkonventionellen Weg gegangen. Ob sich das in den Verkaufszahlen widerspiegelt, wird sich zeigen. Selbst wenn man annehmen kann, alles bereits gesehen zu haben, bleibt es dennoch spannend und ideenreich. Mode kann sich womöglich doch ständig neu erfinden.

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