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Warum wir uns von den Blogger Relations verabschieden sollten.

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Blogger sind in aller Munde. Sie schreiben auf eigenen Blogs und in Sozialen Netzwerken f├╝r sich selbst, f├╝r Unternehmen oder f├╝r Medien und Verlage. Blogger schreiben kostenlos und/oder gegen Honorar. Blogger haben oftmals keine journalistische Ausbildung, sind aber trotzdem Meinungsf├╝hrer und werden oft und viel gelesen. Blogger haben pers├Ânlich/berufliche Netzwerke, von welchen sie getragen werden und die sie kontinuierlich ausbauen. Blogger sind Multiplikatoren mit einer Stimme, die mitunter deutlich im Social Web und dar├╝ber hinaus zu vernehmen ist.

Unternehmen wollen ihrer immer h├Ąufiger ÔÇ×habhaft" werden. Sie wollen mit Bloggern in Kontakt treten und umgekehrt. Gemeinsam will man ├╝berlegen, ob und wie Marke und Produkte mit Bloggern und ihren Vorstellungen zusammenpassen. Eine Kooperation kann von ProduktTests bis hin zu Testimonials reichen, von Sponsored-Posts bis zur Bannerwerbung im Blog.

Unternehmen wollen Beziehungen zu Bloggern herstellen oder neudeutsch ausgedr├╝ckt Blogger Relations betreiben. Eine gute Sache, die in Zukunft hoffentlich weitere Professionalisierung auf beiden Seiten erf├Ąhrt.

Die Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang immer h├Ąufiger stellt: Ist der Begriff der Blogger-Relations noch zeitgem├Ą├č oder sollte man ihn mit dem Begriff Influencer-Relations nicht neudefinieren?

These 1: Es geht um Beziehungen zwischen Menschen und deren Glaubw├╝rdigkeit

Wenn ich als Unternehmen Social-Media-Kommunikation betreibe, will ich, dass meine Botschaft erh├Ârt wird. Im Idealfall sollten die Empf├Ąnger meiner Zielgruppe entsprechen. Zudem kann ich als Marketing-Entscheider auf eine dar├╝ber hinausgehende Wahrnehmung meiner Marke setzen. Und sp├Ątestens hier kommen Multiplikatoren oder sogenannte Heavy-User mit gro├čer Reichweite und aktivem Netzwerk ins Spiel.

Diese k├Ânnen kurz- und langfristig f├╝r Unternehmen von Vorteil sein, da sie in ihren Netzwerken in dem Moment als Markenbotschafter auftreten, in welchen sie von ihren Erfahrungen mit einer Marke berichten. Marken leben durch Menschen, die f├╝r sie stehen. Einerseits sind dies die Mitarbeiter, die die Produkte herstellen. Andererseits sind es die Kunden und Interessierten, die die Produkte lieben, ausprobieren, weiterempfehlen usw. Letzteres hat viel mit Pers├Ânlichkeit zu tun, sowohl unternehmensseitig als auch auf Seiten der Influencer. Denn: wer keine Glaubw├╝rdigkeit besitzt, dessen Botschaft wird nicht erh├Ârt.

Wenn Sascha Pallenberg (Blogger & Tech- und Mobilegeek) ein Hands-On-Video von einer Neuerscheinung macht, dann bekomme ich das mit. Saschas Art und Weise, sein Enthusiasmus sowie seine Pers├Ânlichkeit und fachliche Kompetenz, mit der er das Ger├Ąt ÔÇ×rezensiert", ist eindeutig. W├╝rde ich Sascha nicht kennen, w├╝rde ich mich ├╝ber ihn informieren und sp├Ątestens da w├Ąre klar: eine gute Quelle oder eben nicht. Ist ersteres der Fall, ist es durchaus wahrscheinlich, dass ich seinen Beitrag weiterempfehle.

Genau das ist es, was sich Unternehmen, dessen Produkte er testet, erhoffen. Das Zirkulieren des pers├Ânlichen und glaubw├╝rdigen Eindrucks im entsprechenden Netzwerk und m├Âglicherweise dar├╝ber hinaus.

These 2: Bloggen ist mehr als WordPress & Co.

Ich sehe schon, wie einige Leser jetzt aufbegehren werden... Aber ich will es wenigstens erkl├Ąren d├╝rfen. Wenn ich sehe, was Robert Scoble (weltweit bekanntester Blogger Tech- und Mobilegeek), Robert Basic (einer der bekanntesten Blogger und Geeks in Deutschland) oder Mirko Lange (Blogger und PR Berater) auf Facebook, Google+ oder anstellen, k├Ânnte ich schlicht fragen: Wozu braucht es da noch ein Blog?

Sie beherrschen virtuos die verschiedenen Plattformen und nutzen diese als Influencer, um ├╝ber sie mit ihren Netzwerken zu kommunizieren. Hier k├Ânnten Unternehmen aktiv werden. Denn: Reichweite, Pers├Ânlichkeit, m├Âgliche Viralit├Ąt usw. scheinen hier gew├Ąhrleistet.

Diese Influencer von sich zu ├╝berzeugen, ist mindestens genauso sehr die Aufgabe von Marken und Unternehmen, wie die guten alten Blogger Relations zu betreiben. Die Art und Weise mag neu erscheinen, aber letztlich unterscheidet sie sich kaum von der der Blogger Relations.

Diese wiederum werden in der Regel auf ÔÇ×WordPress" Blogger reduziert: ÔÇ×Und, hat er ein eigenes, reichweitenstarkes Blog?", hei├čt es dann oft. Auch wenn die drei oben alle ├╝ber ein solches verf├╝gen, ist dass doch in diesem Zusammenhang nicht das Wichtigste oder? Zumindest sollte es nicht zu dieser verengten Sichtweise kommen, sondern man sollte interdisziplin├Ąr denken.

Als Unternehmen sollte mir daran gelegen sein, eben auch Influencer zu erreichen, die ihre Botschaften nicht prim├Ąr auf Blogs niederschreiben, sondern immer h├Ąufiger auf den Social Media Plattformen wie Facebook, Google+ & Co.

Sicherlich, es kommt darauf an, welche Strategie, welche Ziele und welche Zielgruppen mit einer lnfluencer-Kampagne oder langfristig mit der Etablierung von Influencer Relations beabsichtigt werden. Eines wird aber mit Sicherheit dazugeh├Âren: Steigerung der Brand Awareness beziehungsweise der Markenwahrnehmung.

These 3: Es geht um mehr als nur die ÔÇ×Plattform-Denke"

Oft stehen die Plattformen, ob WordPress (f├╝r Blogs), Facebook, Google+, YouTube, Instagram, Twitter usw. im Vordergrund der Betrachtung. Und die Strategie bleibt scheinbar auf der Strecke. Dies scheint sich (hoffentlich) nach und nach zu ├Ąndern.

Ein gutes Beispiel hierf├╝r ist Facebook. Hat das Social Network selbst lange Zeit den ÔÇ×Blick auf die Fanzahlen" bef├Ârdert, in dem man einen Nutzerrekord nach dem anderen verlautbaren lie├č, geht es inzwischen darum, die Nutzerschaft zu konsolidieren und zu stabiler bis steigender Nutzungsdauer zu animieren.

Und Blogger Relations? Sie sind ebenfalls schon alleine von der Bedeutung her zuerst auf Blogs gepolt. Dabei wird WordPress und das selbstgehostete Blog als die ultima ratio f├╝r alle, Unternehmen wie Privatnutzer, aufgrund der damit einhergehenden Unabh├Ąngigkeit postuliert. Alleine dieses Argument zeigt die plattformgetriebene Denkweise, die uns letztlich nicht vorw├Ąrts bringt.

Ausblick: Vernetztes Denken und Handeln nicht nur predigen

Die drei Thesen unterstreichen meine ├ťberlegungen, Blogger Relations gedanklich wie auch begrifflich in die ÔÇ×W├╝ste" zu schicken und k├╝nftig mit Influencer Relations neu zu definieren und weiterzuentwickeln.

Eine Neudefinition schlie├čt niemanden aus, sondern verbindet Influencer wie Blogger, Facebooker oder Google Plusser unter einem ├╝bergreifenden und verst├Ąndlichen Begriffsgeb├Ąude.

Sollten wir uns nicht langsam von einem engstirnigen Begriff verabschieden, mit welchem zudem viele Entscheider ein Ann├Ąherungsproblem haben? Sollten wir nicht der Realit├Ąt ins Auge blicken? Sollten wir nicht nach vorne schauen, uns Gedanken machen ├╝ber die Zukunft, statt altbekanntes st├Ąndig neu aufzuw├Ąrmen?

Ich pl├Ądiere f├╝r das Neue und freue mich auf Euer Feedback!