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7 Gründe, warum Autoreisen mit Kindern die Hölle sind

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(Dieser Text ist überwiegend in ironischem und sarkastischem Ton gehalten. Sensiblen, Super- oder Übereltern wird nicht empfohlen, diesen Text zu lesen! Das hier Geschriebene soll eine humorvolle und übertriebene Darstellung einer Alltagssituation schildern! Ich liebe meine Kinder!)

Vor etwa 3 Jahren hatte ich die äußerst glorreiche Idee, mit den Kindern nach Köln zu fahren. Von uns aus sind es etwa 3,5 Stunden bis Köln. Das heißt, insgesamt etwa 7 Stunden Autofahrt. Mögliche Staus außer Acht gelassen. Was mich erwartete, war ein 7-stündiger Trip durch die Hölle. 7 STUNDEN - in einem Auto - mit den Kindern.

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Eigentlich hätte alleine schon der Gedanke daran mich daran hindern sollen und müssen, denn schon nach einer Stunde Autofahrt wird man völlig verrückt. Ich denke, die meisten Eltern nicken gerade heftig zustimmend und mit einem Schmunzeln im Gesicht, mit dem Kopf.

Alles in allem ist es der pure Wahnsinn. Es gibt viele Gründe, warum so ein Trip nur etwas für Hartgesottene ist, ich habe mir mal die Mühe gemacht, nur ein paar Punkte zu nennen.

1. Die Kinder ins Auto bringen.

Den ganzen Tag versuche ich, die Kinder nach draußen zu locken, damit sie zumindest ein wenig ausgepowert sind. Ausgerechnet an diesem Tag haben sie überhaupt keine Lust. Mittags schnappe ich das Gepäck, die Kinder und als die Türe hinter uns ins Schloss fällt sehe ich, wie sie draußen ausflippen, rennen, toben, das geheiligte Land erkunden. Dieses überragende, magische, gelobte Land, das sich „draußen" nennt. Warum haben wir zuvor noch nie etwas von diesem „Draußen" gehört?

2. Wooooow, jetzt mal ganz locker!

Unser Vater verlangt was? Anschnallen? Das ist ja zutiefst empörend! Hallo Kinder - das ist keine Neuheit, die ich über Nacht ins Auto montiert habe und die ich nun das erste Mal von euch verlange. Sehet Kinder, ein Gurt! Eine spezielle Apparatur, die euch hoffentlich schützt, falls wir mit einem anderen Auto zusammenstoßen ... Während ich schimpfend in den Rückspiegel in eure Gesichter schaue. Der Gurt ist euer Freund. Und jetzt schnallt euch, verdammt nochmal, an!

3. Das Radio.

Um stundenlange Dauerschleifen eines bestimmten Titels zu verhindern, habe ich mir angewöhnt, das Radio einzuschalten. Das Radio muss aber natürlich in seiner Lautstärke getoppt werden und wenn ein guter Song kommt, der uns allen gefällt, drehe ich das Radio durchaus mal lauter und die Kinder singen mit.

Beim Versuch mich gesangstechnisch mit einzuklinken, werde ich aber jäh mit einem "Papaaaaa, du nicht!", gestoppt. Warum nicht? Ihr krakeelt doch auch mit, da macht mein liebliches Stimmchen doch auch keinen Unterschied! Bis das ausdiskutiert ist, ist der Song vorbei. "Nooochmal!", "mach zurück" - Hallo! Das ist ein Radio, kein IPhone, kein Smartphone, kein MP3-Player, keine CD, nur ein gutes, altes Radio! Zurückspulen nicht möglich! Ziemlich oldschool, wa?

4. Sind wir schon da?

Die Fragen aller Fragen! Reiht sich in der Häufigkeit der meist gestellten Fragen wohl direkt hinter dem "warum?" ein. Das erste Mal wird man mit dieser Frage nach dem Verlassen der eigenen, heimatlichen Ortschaft, auf dem Weg zum Autobahnzubringer, genervt. In regelmäßig, unregelmäßigen Intervallen wird man unendlich lange mit der Frage konfrontiert.

Versteht der Erwachsene die Frage nicht, formuliert man sie eben nochmals lauter. Irgendwann besteht die Reaktion aus der Androhung von Ärger, wenn man jetzt noch einen "Pieps" hört. Ich habe zwar überhaupt keine Ahnung, wie der Ärger ausfallen könnte, aber es wird schrecklich. Jedenfalls hat sich für einen Moment die Frage nach der Ankunft erledigt und wurde gegen sich abwechselnde "piep", "hihihi", "piep", "hihihi" "piep" "krch krch krch" ... getauscht. Denn das ist jetzt unheimlich lustig!

5. Der Rücksitzfahrer.

Ich habe also 2 Kinder auf der Rückbank. Das größere darf in etwa 5 Jahren hinter dem Lenkrad sitzen und auf so einem Trip mutiert ein Kind natürlich zum Rücksitzfahrer (ich nenne keine Namen):

"Papa, das ist der falsche Weg", "He, warum fährst du so langsam?", "Ist das die Autobahn?", "Warum sind wir nicht auf der Autobahn?", "Sind wir an der einen Stadt schon vorbei?", "Du solltest rechts abbiegen!", "Hast Du die Ausfahrt verpasst?", "Sind wir nicht vor ein paar Minuten erst an diesem Haus vorbeigefahren?"

"NEIN! Verdammt! Wir sind nicht schon mal an diesem Haus ... Oh halt, doch! Ähm! Ja!"

6. Drive-In.

Es ist absolut keine gute Idee am Drive-In-Schalter 1000 Mal in erhöhter Lautstärke zu bekunden, dass man keine Currysoße zu den Nuggets haben möchte - vor allem, wenn gerade bestellt wird. Nicht, dass man das schon vor einer halben Stunde gewusst hat, als klar war, dass am nächsten Drive-In etwas zu Essen geholt wird und seitdem von der Rückbank darauf hingewiesen wurde, dass Currysoße eklig ist.

Der Mitarbeiter am Schalter versteht natürlich nur Wortfetzen und zwischenrein fällt das Wort "Currysoße"! Also packt er nochmals eine extra Portion hinzu. Ach! Und wo wir gerade bei Fastfoodketten sind: Es ist nicht lustig, bei Burger King ein Happy Meal ("Hihi") oder einen Big Mac ("krch krch") zu bestellen! Ich kann in deinen Augen dein innerliches High-Five ablesen und wie ihr euch gegenseitige auf die Schulter klopft, als wärt ihr lebende Legenden! Aber ich finde das nicht mehr lustig!

7. Eine Leichtigkeit, sollte man meinen, die Kinder zum Aussteigen zu bewegen.

"Wir sind da!", "Raus aus dem Auto!", "Auf geht's! Raus mit euch!", "Bewegt euch!". Aber nein, keine Spur, sich aus den urgemütlichen Kindersitzen zu bewegen! Man sollte meinen, nach all den (Oft und ausdauernd betont!) langweiligen Stunden Autofahrt, würden die Kinder aus dem Auto springen, rennen und toben wie die Wilden.

So à la Bruce Willis, der aus dem action-gecrashten, flammenden, durchlöcherten Auto hechtet, sich über den Boden rollend abfedert und rennt wie der Teufel, weil das Auto jeden Moment explodieren könnte. Klar, 10 Minuten vor der Ankunft ist man ja auch eingeschlafen und da bewegt man sich ungern von seinem gemütlichen Autositz!

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Das war's, wir sind angekommen! Jippiejahjeh Schweinebacke! Ich bin total fertig und ausgelaugt! Klar ist das nicht alles. Es waren nur ein paar Punkte. Mal ganz davon abgesehen, wie viele Pipi-Pausen wir einlegen mussten und wie viele (bereits erhärtete) Gummibärchen ich beim Putzen des Vehikels entfernt habe, ist eines klar:

Autotrips, vor allem lange Autotrips, nur im äußersten Notfall oder gar ganz von der Liste streichen! Das nächste Mal werden wir eventuell gemeinsam die Bahngäste terrorisieren. Wenn sie zufällig im gleichen Zug sitzen, lächeln sie mir einfach mitleidig zu!

Dieser Beitrag erschien zuerst auf alleinerziehenderpapa.

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