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Schluss mit der Oberflächlichkeit!

11/08/2017 17:11 CEST | Aktualisiert 11/08/2017 17:11 CEST
Morsa Images via Getty Images

Smalltalk am laufenden Band: egal, ob bei der Vorstandssitzung vom Sportverein, beim Get-together im Büro, oder auf irgendwelchen Geburtstagspartys.

„Na, wie geht es dir?"

„Danke, sehr gut. Dir?"

„Auch gut. Schön mal wieder gequatscht zu haben."

„Ja, fand ich auch."

Wahres Interesse? Meist keine Spur!

Jetzt stellt sich mir die Frage: Wann haben wir eigentlich das wirkliche Interesse aneinander verloren?

Oberflächlichkeit findet sich im Kollektiv

Statt sich mit den Menschen im eigenen Umfeld wirklich zu beschäftigen, wird Oberflächlichkeit gelebt. Sich mit Worthülsen von Gespräch zu Gespräch zu hangeln - im Business, wie im Privatleben - liegt im Trend. Dabei ist es doch viel schöner, sich für sein Gegenüber zu interessieren.

Nun könnt ihr natürlich sagen: Was geht mich mein Nachbar an? Oder: Es genügt doch, wenn ich von meinen Kollegen nur das Nötigste weiß, ich bin schließlich keine Gefühlsablage.

Klar genügt das. Klar, könnt ihr euer Leben ohne Probleme so weiterführen. Und euch über den täglichen Genuss von Gesprächen über Belanglosigkeiten und das Wetter freuen. Aber ist euch das wirklich genug?

Wäre nicht genau jetzt eine gute Möglichkeit, endlich die Oberflächlichkeit hinter euch zu lassen? Schwimmt doch einfach mal gegen den Strom und lasst die Menschen zurück, die der Welt und sich selbst vormachen, mit ihrem Umfeld wahrhaftig in Verbindung zu stehen.

Denn Fakt ist: Tatsächlich miteinander verbunden sind Menschen erst dann, wenn sie preisgeben, was sie wirklich bewegt. Wenn sie wahres Interesse für die Personen in ihrem Umkreis schaffen. Erst dann entsteht Nähe und daraus nicht selten sogar echte Freundschaft.

Nähe wächst durch Offenheit

Außerdem zwingt euch niemand dazu, nur weil ihr jemanden besser kennt, auch dessen Meinung zu teilen. Setzt euch aber damit auseinander, lernt ihr so eine andere Sicht auf die Dinge kennen. Doch das geht eben nur mit echtem Interesse. Ein Plus: Ihr erfahrt nicht nur etwas neues über euren Gesprächspartner, sondern auch über euch selbst.

Damit meine ich nicht, dass ihr euch nun im Treppenhaus auf die Lauer legen sollt und auf den Nachbarn wartet. Oder den Kollegen an der Kaffeemaschine ausquetscht, damit er euch sein Privatleben ausschüttet.

Das wäre nun auch wieder kontraproduktiv. Aber wenn ihr euch mit jemandem unterhaltet, würzt eure Unterhaltung doch einfach mal ganz bewusst mit etwas mehr Tiefe. Gebt etwas über euch preis. Was ist euch gerade wirklich wichtig? Was berührt euch? Was bewegt euch? Jetzt oder grundsätzlich. Ja, entblößt euer Inneres. Weg mit der Oberflächlichkeit, her mit wahrer Konversation.

Warum? Offenheit macht interessant, sie berührt andere Menschen.

Wie auf einer Party: Da gibt es diese Menschen, die in Erinnerung bleiben, weil sie irgendwas Besonderes haben, weil sie anziehend wirken. Diese Menschen sind stets im Gespräch. Andere werden schlichtweg übersehen. Ich kann euch sagen, was den Unterschied ausmacht: Offenheit. Denn Offenheit ermöglicht Verbindung. Auf Nimmerwiedersehen, Smalltalk! Sonst bleibt es wohl bei dem Gefühl: „Ah ja, der war ja auch da." Und seid mal ganz ehrlich - wer will das schon?

Für mehr Tiefgang im Alltag

Seid doch bei den nächsten Meetings, an sämtlichen Stehtischen und bei allen Events in den kommenden Tagen und Wochen diejenigen, die in Erinnerung bleiben.

Mutet euren Mitmenschen ruhig mal mehr Offenheit zu. Sie werden es schon verkraften. Also: „Raus aus dem Schatten, rein ins Licht!" Und ich bin ganz sicher: Das wird schnell auf Gegenseitigkeit stoßen. Aber Vorsicht! Wenn ihr die Oberflächlichkeit in manchen Situationen ad acta legt, kann es schnell dazu führen, dass ihr eure Nachbarn und Kollegen besser kennenlernt. Was immer dadurch auch entsteht, es wird anders, neu, spannender und interessanter werden. Es ist etwas Besonderes, wenn ihr euch dazu entscheidet, euch füreinander wirklich zu interessieren. Und das beinhaltet sowohl eure Licht- und Schattenseiten. Das macht einen Menschen schließlich auch authentisch und glaubhaft. Da stehe ich auf jeden Fall mehr drauf, als auf geheime, nichts preisgebende Menschen.

Diese Gespräche und Verbindungen mit Tiefgang sind für mich die gesuchte Oase, inmitten einer Wüste der Oberflächlichkeit.

Habt ihr Lust, Teil dieser Oase zu werden?

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