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Religion - keine Rechtfertigung für alles!

17/06/2017 18:42 CEST | Aktualisiert 17/06/2017 18:42 CEST
Stephan Senzel via Getty Images

Siddharta Gautama war vermutlich eine ziemlich coole Socke für seine Zeit, so etwa vor 2500 Jahren in Indien. Auch Jesus von Nazareth war mit großer Wahrscheinlichkeit ein Rockstar, damals vor 2000 Jahren in Palästina. Und Abū l-Qāsim Muhammad ibn ʿAbd Allāh ibn ʿAbd al-Muttalib ibn Hāschim ibn ʿAbd Manāf al-Quraschī, genannt Mohammed, hatte vor etwa 1400 Jahren in Mekka wahrscheinlich einen ordentlich großen Fanclub.

Sagt man.

Wissen allerdings können du und ich es nicht. Ob diese Typen wirklich so cool drauf waren, wie man uns heute weismachen will ... keine Ahnung. Die Geschichten über Buddha, Jesus und Mohammed sind ja allesamt erst eine gute Zeit nach ihrem Tod entstanden. Und wie viel Fankult und wie viel Wahrheit da dann noch drinsteckte ... geschenkt.

Wenn's hilft ...

Dass viele Leute sich solche großen Gestalten der Menschheitsgeschichte zum Vorbild nehmen, finde ich völlig okay. Ich finde auch total in Ordnung, an einen Gott zu glauben.

Gut, ich geb's zu, ich finde es ja schon ganz schön naiv, an den alten Mann mit Bart im Himmel zu glauben, der da oben alles regelt, vom Wetter bis zur Weltgeschichte. Aber hey, das macht doch nichts. Wem's hilft, der soll von mir aus auch an Jungfrauengeburt, Engel, Teufel, Reinkarnation und sonstige überirdische Begebenheiten glauben. Solange ihr mir oder anderen Menschen damit nicht auf den Pelz rückt, ist mir das einerlei. Mir steht darüber kein Urteil zu.

Ich habe definitiv kein Problem mit Göttern, Gottessöhnen, Glauben und Geschichten. Aber ich habe ein ganz massives Problem mit den Geschäftsmodellen, die daraus gemacht wurden! Da schwillt mir der Kamm!

Ein beschissenes Geschäft

Bei diesen Geschäftsmodellen, genannt „Religionen", gibt es nämlich Führer und Geführte, die Gläubigen. Und die Führer meinen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Sie interpretieren für die Gläubigen die alten Lehren der Vorbilder. Warum? Um sie für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Um ihren persönlichen Hass auszuleben. Um Macht auszuüben.

Und schon wird aus einem herausragenden, hochintelligenten, vielleicht vorbildlichen Menschen nach seinem Tod ein Religionsführer. Und aus den Mythen, die um ihn kreisen, wird eine Religion gezimmert: Aus Gautama, dem Buddha, wird der Buddhismus, aus Jesus, dem Christus, wird das Christentum und aus Mohammed, dem Propheten, wird der Islam.

Ab diesem Moment wird es dumm und blutig. Die Führer hetzen die Gläubigen auf und jagen sie gegen Andersdenkende, gegen die „Ungläubigen", gegen die „Hexen", gegen die „Teufel". Kreuzzüge, Hexenverbrennungen, Selbstmordattentate, Invasionen, Vergewaltigungen, Versklavung, Völkermord - alles im Namen der Religionen. Was für ein beschissenes Geschäft!

Der Wahnsinn der Gegenwart

Und was da alles für ein Bockmist dabei herauskommt! Der weise Buddha beispielsweise erzählte uns ursprünglich mal was von Reinheit, Weisheit und Mitgefühl und davon, „Zuflucht in uns selbst" zu finden. Wunderbar! Bei ihm ging es um das „Erwachen" bzw. die „Erleuchtung".

Das alles hat sehr viel mit Meditation und Kontemplation zu tun. Aber doch nicht mit goldenen Buddha-Statuen, Götzenkult und Tempeln! Wer bitte braucht das ganze Zeug, der in sich gekehrt meditiert, um das Wesen aller Dinge zu ergründen?

Am schlimmsten derzeit ist der Wahnsinn, dass muslimische Religionsführer mit langen Bärten ihren Gläubigen im Namen Mohammeds predigen, dass sie ins Paradies kommen, wenn sie „Ungläubige" umbringen, dass sie mit Jungfrauen belohnt werden, wenn sie sich selbst in die Luft sprengen und dabei möglichst viele „Kuffar" in den Tod mitnehmen.

Dass Schwule von Hausdächern gestoßen werden müssen, dass ungläubige Frauen, die sich nicht verschleiern, Huren sind und vergewaltigt werden sollen. Und all diesen furchtbaren Schund. Und noch schlimmer ist, dass es offenbar massenhaft Naive gibt, die diesen ganzen Schwachsinn glauben und sogar in die Tat umsetzen.

Schluss damit!

Übrigens finde ich die westlichen Mächte, die die muslimischen Länder mit Drohnen beschießen und Bomben über Städten abwerfen, kein bisschen schlauer als die muslimischen Gotteskrieger oder die christlichen Kreuzfahrer. „Auge um Auge, Zahn um Zahn", der alttestamentarische Kriegsruf, mit dem Millionen von Toten gerechtfertigt wurden, ist doch im 21. Jahrhundert keine Lösung mehr!

Und kommt mir jetzt nicht mit der Scheindiskussion und den Schuldzuweisungen, wer mit dem ganzen Schwachsinn angefangen hat! Darum geht's doch nicht. Ob Töten für Religionen oder Töten gegen Religionen: Es geht darum, wer jetzt endlich mit dem ganzen Mist aufhört!

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