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Macht der Worte: Verzichten Sie auf diese Phrasen

25/02/2017 17:00 CET | Aktualisiert 25/02/2017 17:16 CET
PeopleImages via Getty Images

Sprache prägt unsere Wahrnehmung, kann Menschen beeinflussen und ist in vielen Berufen und Situationen ein wichtiges und mächtiges Tool. Doch das ist längst nicht alles. Sprache prägt auch unsere Selbstwahrnehmung und kann das eigene Verhalten beeinflussen - positiv wie negativ.

Die Macht der Sprache lässt sich allerdings nur dann gezielt nutzen, wenn sie uns bewusst ist. Dabei geht es nicht darum, die klassischen Tricks der Verkäufer zu erkennen oder andere rhetorische Spielchen zu entlarven.

Die grundlegende Voraussetzung besteht darin, die Wirkung der Sprache zu akzeptieren und anzuerkennen, dass bewusst gewählte Formulierungen und ein insgesamt überzeugendes Auftreten die inhaltliche Qualität eines Vortrags beispielsweise überstrahlen können.

Wenn Sie diese Tatsache akzeptieren, können Sie gleich mehrere Schritte angehen, indem Sie zunächst...

  • Ihre eigenen Sprachgewohnheiten unter die Lupe nehmen.
  • die Sprachmuster Ihrer Kollegen und Vorgesetzten bewusst wahrnehmen.
  • darauf achten, welche Wirkung bestimmte Sprachmuster bei Ihnen selbst hinterlassen.
  • prüfen, wie bestimmte Sprachmuster das Bild einer Person prägen.
  • bewusst nach positiven Formulierungen suchen.

Der letzte Punkt hat mit Schönreden nichts zu tun. Viel mehr geht es darum, durch den gezielten Einsatz positiver Affirmationen eine positive Wirkung auszustrahlen und sein eigenes Potenzial zu fördern.

Zwei Faktoren sind dafür entscheidend:

  1. Negative Phrasen meiden Negative Phrasen fallen den meisten Menschen im Alltag gar nicht auf. Das liegt vor allem daran, dass es sich nicht um offensichtlich negative oder gar destruktive Formulierungen handelt. Im ersten Moment klingen sie völlig normal, doch im Lauf der Zeit können sie bremsen und zur Selbstsabotage werden.
  2. Positive Phrasen nutzen Idealerweise nehmen Sie negative Phrasen nicht nur wahr, sondern ersetzen sie auch direkt durch positive. Der Unterschied mag teilweise minimal und irrelevant wirken, entfaltet auf Dauer jedoch eine deutlich andere Wirkung. Positive Phrasen ebnen den Weg zum Erfolg durch Worte.

5 Phrasen für mehr Erfolg

Wie das geht? Zum Beispiel indem Sie schon mal auf die folgenden typischen Phrasen verzichten lernen...

  1. "Ich würde gerne, aber..." Durch das "aber" kreieren wir einen Konflikt, stellen zwei Aufgaben oder Dinge gegeneinander und schaffen einen Gegensatz.

    Tauschen Sie "aber" durch "und", wirkt die Phrase ganz anders: "Ich würde gerne das... und das tun..." So formuliert, schaffen Sie sofort eine Vereinbarkeit. Überdies wird auch für Ihr Unterbewusstsein deutlich, dass Sie beide Aufgaben schaffen können. Das mag nicht immer zutreffen, doch schon die positivere Haltung bringt Sie weiter.

  2. "Ich kümmere mich bald darum..." Diese scheinbar harmlose Phrase birgt ein Problem in sich: "Bald" ist eine unkonkrete Zeitangabe. Wie viele Aufgaben, die Sie "bald" machen wollten, stehen immer noch auf Ihrer To-Do-Liste? Wie viele davon schon länger als eine Woche? Die lange Bank ist voll von Aufgaben die "bald" erledigt werden sollten.

    Ersetzen Sie "bald" durch eine konkrete Zeitangabe, sieht das schon ganz anders aus. "Ich kümmere mich in zwei Tagen darum..." ist eine klare Ansage. Beachten Sie bitte, dass die klassische Phrase "das mache ich morgen" nur dann eine Option ist, wenn Sie wirklich den nächsten Tag meinen.

  3. "Sind Sie sicher, dass...?" Zwar kann diese Phrase als Frage gemeint sein, oft aber ist sie ein Ausdruck von Unsicherheit. Wer diese Frage stellt, sucht häufig nicht nach der Antwort, sondern nach Bestätigung und will beispielsweise die Verantwortung für eine Entscheidung am liebsten abgeben.

    Tauschen Sie diese Phrase durch eine konkrete Frage wie beispielsweise "Warum sind Sie der Meinung, dass..." - schon verändert sich die Situation: In diesem Fall nehmen Sie die Verantwortung an, fragen jedoch nach und konzentrieren sich auf die Informationsbeschaffung. So fokussieren Sie sich auf die Lösung des Problems und werden konstruktiv.

  4. "Das muss ich heute noch machen, sonst..." Das viel genutzte Modalverb "muss" löst eine ganze Reihe von Empfindungen aus. Die Palette reicht von Stress über Hektik bis hin zu Aktionismus. Die Phrase kann zwar berechtigt eingesetzt werden, oft ist aber auch sie Ausdruck von Abneigung gegenüber einer Aufgabe oder Tätigkeit.

    Ersetzen Sie "muss" durch "wollen": "Ich will das heute noch machen..." klingt nicht nur positiver - die Phrase verzichtet auch auf die Androhung von Konsequenzen. Außerdem regt dieser Formulierungswechsel zur Reflexion an. Wer weiß, vielleicht wollen Sie viele der scheinbaren Muss-Aufgaben ja tatsächlich angehen, wenn Sie sich beispielsweise ihre Bedeutung und ihren Nutzen klar machen.

  5. "Es wäre schön, wenn..." Konjunktiv Formulierungen sind meist ein Zeichen für Unentschlossenheit oder Zweifel. Die Phrase birgt jedoch ein weiteres Problem in sich: Sie verlagert die Verantwortung auf externe Faktoren und Umstände und führt zu einem Gefühl der Hilflosigkeit.

    Statt auf vielleicht nie eintretenden Umstände zu warten, können Sie durch eine aktivere Formulierung das Ruder in die Hand nehmen. "Ich werde dafür sorgen, dass..." ist beispielsweise eine positive Phrase. Sie macht zwar deutlich, dass die Umstände noch nicht optimal sind. Doch sie macht auch klar, dass Sie alle in Ihrer Macht stehenden Faktoren ändern und daran arbeiten werden.

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