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Den Apotheken müssen die Gewinne gesichert werden

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APOTHEKE
Heinz-Peter Bader / Reuters
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Das Versandhandelsverbot wird von den Apothekern unter anderem mit dem Argument gefordert, dass nur in der Apotheke eine fachgerechte Beratung möglich ist. Meine persönliche Erfahrung zeigt das Gegenteil:

Ich nehme seit Jahrzehnten immer dieselben Medikamente. Nie, aber auch nie hat mich irgendein Apotheker über möglich gegenseitige Unverträglichkeiten aufgeklärt. Erst nachdem ich jetzt bei einer holländischen Versandapotheke meine Medikamente bestellt habe, habe ich ein ausführliches und leicht verständliches Schreiben bekommen, in dem auf die Unverträglichkeit mit Grapefruitsaft hingewiesen wurde.

Stiftung Warentest ist zu dem selben Ergebnis gekommen wie bei meinem Einzelfall. Siehe Test der Stiftung Warentest
oder Test des NDR

Des weiteren beklagen die Apotheken, dass es immer weniger Apotheken werden. Das ist aber nach eigenem Bekunden auch schon vor der Entscheidung des EuGH zum Medikamentenversand passiert.

Ich kann nicht verstehen, dass sich der Bundesgesundheitsminister Gröhe(CDU) vor den Karren der Apotheker spannen lässt. Die Argumente sind zu offensichtlich nur dazu bestimmt, die alten Pfründe zu sichern.

Im Interesse der Patienten ist ein Versandhandelsverbot jedenfalls nicht!

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