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Nicht einmal meine engsten Freunde wussten, dass ich unter einer Wochenbett-Depression litt

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
WOMAN SAD
Tara Moore via Getty Images
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Ich umklammerte das Lenkrad, als ich mit dem Auto ├╝ber die vereiste Stra├če schlich, bis meine Kn├Âchel fast so wei├č wie der Schnee waren, der fiel. Meine Gedanken rasten r├╝cksichtslos durch mein ├╝berm├╝detes Gehirn.

"Was, wenn der Wagen von dieser Br├╝cke rutschen w├╝rde? Wie soll ich sie alle retten? Wie bekomme ich sie alle aus dem Auto? Wer hat mir die Verantwortung f├╝r drei Kinder ├╝bergeben? Warum habe ich ├╝berhaupt drei Kinder? Ich wei├č nicht, wie ich das machen soll. Was, wenn ich das vermassle?"

Hinter mir plapperte mein sechsj├Ąhriger Sohn ├╝ber seinen Tag im Kindergarten, w├Ąhrend seine f├╝nf Wochen alte Schwester wie ein kleiner Dinosaurier schrie. Ihr Zwillingsbruder schlief ruhig auf der anderen Seite. Die Hitze zischte durch die L├╝ftungsschlitze - eine stetige Welle falschen Trosts.

"Der Junge konnte wahrscheinlich schwimmen, aber das Wasser ist bestimmt so kalt, dass er sich kaum bewegen kann. W├Ąren wir unter dem Eis des zugefrorenen Mississippi gefangen? Und meine Babys, meine winzig kleinen Babys. Sie wiegen noch nicht mal f├╝nf Kilo", dachte ich, als w├Ąren sie mit irgendeinem anderen Gewicht vor den dunklen Fluten des Flusses unter uns besser gesch├╝tzt. "Wie schnell k├Ânnte ich nicht nur einen, sondern zwei Sicherheitsgurte in der v├Âlligen Dunkelheit l├Âsen?"

Ich hatte schreckliche Angst - konnte kaum atmen. Tr├Ąnen liefen mir ├╝ber die Wangen.

An diesem sp├Ąten Nachmittag im Januar fragte ich mich, wie ich f├╝r drei Kinder Verantwortung ├╝bernehmen k├Ânnte. Ich dachte, es g├Ąbe keine M├Âglichkeit, wie ich sie retten k├Ânnte. Ich fragte mich, ob das nicht alles ein Fehler war. Und ich ├╝berlegte, wie ich sie am besten vor meinem von Angst gesch├╝ttelten Geist sch├╝tzen konnte.

Hatte ich jemals Angst, ich k├Ânnte meine Kinder verletzen? Nie.

Aber ich war mir nicht sicher, wie ich es schaffen k├Ânnte, f├╝r sie zu sorgen, und die Mutter zu sein, die sie verdienten.

Jedes Wort, jede Bewegung und jeder Gedanke f├╝hlte sich an wie ein Angriff. Ich versagte in dem Bereich, der f├╝r mich am wichtigsten ist - darin, eine Mutter zu sein.

Ich war nicht v├Âllig ├╝berrascht, als bei mir eine Wochenbett-Depression diagnostiziert wurde. Es gab Zeiten, in denen ich versucht hatte, den Schmerz zu begraben und die D├Ąmonen zu ignorieren, die mich im Schlaf heimsuchten. Aber jetzt war die Situation anders. Ich war umgeben von der reinsten und ehrf├╝rchtigsten Form der Liebe - von zwei Babys und einem fr├Âhlichen Sechsj├Ąhrigen.

Ich dachte, meine unaufh├Ârliche Niedergeschlagenheit sei der Beweis, dass ich meine Kinder nicht verdiene. Ich versuchte verzweifelt alles zusammenzuhalten, das Gef├╝hl des Versagens, der Leere und Verzweiflung einfach wegzuw├╝nschen. Ich starrte die Zwillinge an, sog den s├╝├čen Duft ihrer Haut ein und w├╝nschte, ich k├Ânnte einfach aufh├Âren, mich so f├╝rchterlich traurig zu f├╝hlen.

Nicht einmal meine engsten Freunde hatten eine Ahnung.

Ich l├Ąchelte und war darauf bedacht eine Fassade der Stabilit├Ąt aufrechtzuerhalten, solange bis ich im Bewusstsein der Hoffnungslosigkeit und Melancholie, die mich immer umgab, alleine war und zusammenbrechen konnte.

Meine st├Ąndigen Begleiter waren Reizbarkeit, Angst und das Gef├╝hl von unendlicher Traurigkeit. Tiefe, schluchzende Traurigkeit. Manchmal stundenlang - scheinbar ohne Grund.

Ich hatte vier Jahre lang gek├Ąmpft, um schwanger zu werden, meine Beine f├╝r jeden Fruchtbarkeits-Experten im Umkreis von 30 Meilen gespreizt. Kranke Teile meines Reproduktionssystems wurden operativ entfernt. Ich nahm Medikamente. Ich machte meinen Bauch zum Nadelkissen f├╝r all die Spritzen, die ich mir setzen musste. Auf meinem K├╝hlschrank stand ein Beh├Ąlter f├╝r medizinischen Abfall.

Jahrelang war mein Kampf erfolglos. Und schlie├člich war klar, dass IVF unsere einzige M├Âglichkeit war. Also wurde es ernst. Ich a├č gesund, ich meditierte, ich schrieb.

Und dann passierte es.

Ich war schwanger. Nicht eines, sondern zwei Herzen, so gro├č wie Sesamk├Ârner, schlugen in mir. Ich freute mich und hatte gleichzeitig Angst. 37 Wochen lang tat ich alles, um die Leben zu sch├╝tzen, die in mir heranwuchsen. Und dann wurden sie geboren. Meine Babys waren da. Winzige H├Ąnde, weiche Haut und einladende Augen. Mein Herz wurde unendlich gro├č, genau wie meine Traurigkeit.

Da war diese Trostlosigkeit, die einfach nicht zu den Umst├Ąnden passte.

Ja, ich war ersch├Âpft. Verlegen. Besorgt dar├╝ber, was andere denken oder sagen w├╝rden. Bestimmt war ich eine schreckliche Mutter und meine Kinder w├Ąren ohne mich besser dran. Trotzdem konnte ich keine Sekunde ohne meine Babys sein. Gel├Ąhmt vor Angst, was passieren w├╝rde, wenn ich nicht immer wachsam w├Ąre.

Ich sa├č auf meiner Couch, im Auto, in der Dusche, praktisch ├╝berall - bereit, mich endlich besser zu f├╝hlen. Ich dachte, ich k├Ânnte das hinkriegen. Dass ich es nur h├Ąrter versuchen, mehr l├Ącheln, ges├╝nder essen oder mir ein bisschen Schlaf g├Ânnen m├╝sse.

Ich war sicher, dass ich mich selbst darum k├╝mmern k├Ânnte, dass niemand verstehen w├╝rde, wie sehr ich meine Kinder entt├Ąuschte, weil ich so deprimiert war. Ich dachte, ich k├Ânnte niemandem davon erz├Ąhlen, so perfekt wie mein Leben doch war.

Ich f├╝hlte mich ganz und gar allein.

Und dann eines Tages, mehrere Monate, nachdem die Zwillinge geboren worden waren, sah mir mein Partner in die ger├Âteten Augen und sagte: "Du musst mit jemandem dar├╝ber reden."

Nach langem Z├Âgern nahm ich den H├Ârer ab und w├Ąhlte vorsichtig die Nummer.

Ich legte dreimal auf, bevor ich die gesamte Begr├╝├čung am anderen Ende h├Ârte.

Meine Stimme war kaum h├Ârbar. Die Person am anderen Ende war eindeutig nicht in der Stimmung, meine ├ängste zu mildern oder mich zu beruhigen. Ihre Sorge galt lediglich der Terminvereinbarung. Sie k├Ąmpfte damit, meine zittrigen Worte zu verstehen und schlie├člich schafften wir es, einen Termin auszumachen. Die Weichen waren gestellt.

Fast zwei Wochen sp├Ąter traf ich mich mit einer Psychologin. Die ├ärztin h├Ârte mir einf├╝hlsam zu und gab mir die Freundlichkeit und das Verst├Ąndnis, das ich brauchte. Sie h├Ârte mich. Sie sah mich. Und sie sah nicht weg.

Die ├ärztin erw├Ąhnte Medikamente, die helfen k├Ânnten. Nach reiflicher ├ťberlegung, legte ich meine ├ängste bez├╝glich Antidepressiva und dem Stillen ab und entschied mich, ein niedrig dosiertes Medikament zu versuchen.

Es war ein innerer Kampf und an manchen Tagen hasste ich es, dass ich Medikamente brauchte. Ich dachte, ich sei schwach. Ein weiterer Beweis, dass ich nicht in der Lage war, eine gute Mutter zu sein. Nach einer Weile wurde mir klar, dass nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein k├Ânnte. Ich hatte mir Hilfe gesucht.

Ich war endlich in der Lage, einen Schritt zur├╝ck zu gehen und zu sehen, dass ich depressiv war und damit k├Ąmpfte, dass meine Kinder mich in meiner besten Version brauchten und ich es verdient hatte, mich besser zu f├╝hlen.

Ich wurde an eine unglaubliche Therapeutin verwiesen, die mich aus der Dunkelheit f├╝hrte.

Einige Wochen sp├Ąter brachte ich meine vier Monate alten Babys in das Wartezimmer einer Klinik. Jedes Kind sorgf├Ąltig in einen sperrigen Kindersitz geschnallt.

Ich war nerv├Âs. Z├Âgerlich. Ersch├Âpft. Verlegen. Und verzweifelt.

Ich ├╝berpr├╝fte wiederholt, dass ich keines meiner Babys vergessen hatte. Nicht, dass mir das je passiert w├Ąre, aber trotzdem hatte ich f├╝rchterliche Angst davor. Ich ging sicher, dass sie atmeten und nicht ├╝berhitzen w├╝rden.

Eine Tasche voller Dinge, die ich kaum ben├Âtigen w├╝rde, hing ├╝ber meiner Schulter. Windeln und T├╝cher und Handdesinfektionsmittel. Spielzeug und Kleidung und noch mehr Kleidung. Eine Decke oder zwei. Ich versuchte mich selbst zu ├╝berzeugen, dass ich sicher w├Ąre, wenn ich nur die richtigen Sachen dabei h├Ątte. Dass sie sicher w├Ąren. Dass wir sicher w├Ąren.

Ich war mehr als m├╝de.

Meine Knochen schmerzten vor lauter Ersch├Âpfung, was man durchaus erwarten kann, wenn man sich um zwei kleine Kinder k├╝mmert. Meine H├Ąnde zitterten, weil ich permanent so ├╝berw├Ąltigt war. Ich blickte liebevoll auf meine zwei kleinen Babys und hoffte inst├Ąndig, dass ich mehr f├╝r sie tun k├Ânnte.

Was ist, wenn die Therapeutin denkt, dass ich unf├Ąhig bin? Was ist, wenn eines der Babys anf├Ąngt zu weinen und ich es nicht beruhigt bekomme? Was ist, wenn ich anfange zu weinen und nicht aufh├Âren kann?

Nichts davon ist passiert.

Ich setzte mich z├Âgernd in ihr B├╝ro und versuchte verzweifelt, alles zu kontrollieren.

Bis sie mir sagte, dass ich nicht die ganze Zeit stark sein muss.

Bis sie mir erkl├Ąrte, dass meine neue Normalit├Ąt erschreckend, aber nicht abnormal sei.

Bis sie mir sagte, dass sie mich verstehen w├╝rde - und ich ihr glaubte.

Erst dann brach ich in Tr├Ąnen aus und war nicht sicher, ob ich jemals wieder aufh├Âren k├Ânnte zu weinen.

Ich weinte und weinte, bis sie mich mit einer Empathie ansah, die B├Ąnde sprach. Sie hielt meinem Blick stand und versicherte mir, dass alles, was ich dachte oder f├╝hlte, v├Âllig richtig sei. Sie schien wirklich zu verstehen, wie ich mich f├╝hlte, und verurteilte mich nie.

Seit Monaten treffen wir uns alle zwei Wochen, manchmal auch w├Âchentlich. Sie bot mir einen sicheren Raum, in dem ich mein Gef├╝hl der Unzul├Ąnglichkeit und meine Sorgen ├╝ber die Zukunft loswerden konnte.

An manchen Tagen sa├č ich nur schwer in ihrem Stuhl, die Kinder spielten zu meinen F├╝├čen und ich sagte:

ÔÇ×Das ist wirklich verdammt schwer und ich habe nicht das Gef├╝hl, dass ich irgendwas richtig mache."

Sie hatte eine endlose Geduld mit mir. Sie sagte mir immer wieder, dass es v├Âllig in Ordnung sei, sich gleichzeitig ├╝bergl├╝cklich und verst├Ârt zu f├╝hlen. Sie h├Ârte zu und lie├č mich reden oder weinen - je nach Bedarf.

Und nach einiger Zeit begann die Traurigkeit zu verfliegen. Ich fand wieder Halt. Er war hart erk├Ąmpft, aber es war die M├╝he wert.

Vor zwei Jahren wurde eine gute Freundin schwanger und sie klagte mir ihre Sorgen ├╝ber eine m├Âgliche postnatale Depression. Als ich erw├Ąhnte, dass ich genau das erlebt hatte und es M├Âglichkeiten gebe, die Krankheit zu ├╝berwinden, schaute sie mich entgeistert an.

ÔÇ×Du hattest das? Ich hatte keine Ahnung."

Und genau das war der Punkt.

Ich versteckte meine Trauer und meine Verzweiflung und meine dunklen Gedanken so gut ich konnte. Ich sch├Ąmte mich, ich war traurig zu einer so wunderbaren Zeit meines Lebens. Ich wollte andere wissen lassen, dass ich Hilfe ben├Âtige, aber ich hatte Angst, dass ich schwach und undankbar erscheinen w├╝rde.

Nach Angaben der American Psychological Association erkrankt eine von sieben Frauen in den Tagen oder Wochen nach der Geburt an einer Wochenbettdepression, aber nicht jede sucht sich Hilfe. Viele gehen allein durch die Stille, fragen sich, was mit ihnen los ist.

Die Depression fl├╝stert ihnen ein, dass niemand sie verst├╝nde. Sie zwingt dich dazu zu glauben, dass du allein bist und das auch verdient hast. Sie bringt dich zum Schweigen, wenn du eigentlich nach Verst├Ąndnis und G├╝te fragen willst.

Sie f├Ąngt junge M├╝tter zu einem Zeitpunkt im Leben ein, von dem ihnen immer gesagt wurde, es m├╝sste die gl├╝cklichste Zeit ihres Lebens sein.

War meine Geburtserfahrung die ideale Voraussetzung f├╝r eine Wochenbett-Depression? M├Âglicherweise.

Nach Jahren, in der meine Unfruchtbarkeit behandelt wurde, dem k├Ârperlichen und emotionalen Stress einer Mehrlingsschwangerschaft, einer extrem schwierigen Geburt mit erheblichem Blutverlust. Nach dem unerwarteten Kaiserschnitt, den Problemen mit dem Stillen und der Familie nicht vor Ort war ich sowieso schon an meine Grenzen gelangt.

Haben all diese Faktoren dazu gef├╝hrt, dass meine Wochenbett-Depression mich kaum atmen lie├č? Wahrscheinlich.

War einer dieser Faktoren der Ausl├Âser? Vielleicht.

Ist das wirklich wichtig? Nein, Es muss keinen Grund geben. Manchmal ist es einfach so, wie es ist, und das ist in Ordnung.

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Eine Wochenbett-Depression macht niemandem zu einer schlechten Mutter. Es sollte keine Schande sein, dar├╝ber zu sprechen, andere Frauen sollten wissen, dass es passieren kann. Und auch oft passiert.

Jahre sp├Ąter bin ich mir immer noch nicht sicher, ob ich alles richtig mache. Aber jetzt wei├č ich auch, dass das okay ist.

Habe ich Angst, dass meine Wochenbett-Depression meine Kinder unwiderruflich beeinflusst hat? Nat├╝rlich.

Ist es so? Ich werde es niemals wissen.

Was ich hoffe, ist, dass sie mehr durch meine Entscheidung beeinflusst wurden: Dass ich erkannt habe, dass etwas nicht stimmt und mir Hilfe gesucht habe, um eine bessere Mutter sein zu k├Ânnen.

Postnatale Depressionen sind echt. Und sie k├Ânnen sich verheerend anf├╝hlen. M├╝tter, die damit k├Ąmpfen, m├╝ssen von uns bemerkt werden.

Wir k├Ânnen mit dem Gespr├Ąch beginnen. Wir k├Ânnen die harten Wahrheiten aushalten. Und wir k├Ânnen Unterst├╝tzung anbieten. Wir k├Ânnen uns daran erinnern, dass es keinen Platz f├╝r Scham gibt und wir nicht allein sein m├╝ssen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf TheMighty und wurde von Jutta Kranz aus dem Englischen ├╝bersetzt.

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