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Museum in Hollywood zeigt Ăśberbleibsel gescheiterter Beziehungen

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Hollywood. Die rote Hundehalsbandlampe aus Berlin, die traurig in einem Glaskasten in Hollywood hängt, diente jahrelang ihren Besitzern dazu, ihren kleinen Hund bei nächtlichen Spaziergängen nicht aus den Augen zu verlieren. Seit Juni können Besucher dort im Museum of Broken Relationships gespendete Überbleibsel gescheiterter Beziehungen bestaunen.

Etwa 100 Ausstellungsstücke wie Brustimplantate, Liebesbriefe und einem Fläschchen voll Bauchnabelflusen (aus Montreal) erzählen am zweiten permanenten Standort des Museums in der Mitte Hollywoods, dem Amüsierviertel von Los Angeles, gleichermaßen von Herzschmerz und Überlebenswillen.

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Alles begann 2006 mit einer Wanderausstellung, konzipiert von zwei frisch getrennten kroatischen Künstlern. Die Idee traf weltweit auf so großes Interesse, dass Olinka Vištica und Dražen Grubišić bald genügend Objekte gesammelt hatten, um einen Ausstellungsraum dauerhaft zu füllen.

Der kroatische Standort befindet sich ganz in der Nähe des Standesamtes und heiratswillige Besucher schauen häufig auf dem Weg von oder zur Hochzeit vorbei. Inzwischen hat die Wanderausstellung in mehr als 21 Ländern Station gemacht und die Anzahl der gespendeten Gegenstände ist auf über 2000 gewachsen.

Voyeurismus mit Erlaubnis

Das Konzept entstammt einer Zeit, als Mark Zuckerberg und seine Freunde Facebook noch dazu nutzten, das Aussehen ihrer weiblichen Kommilitonen zu bewerten und noch niemand davon träumte in 140 Buchstaben via Twitter sein Innerstes nach aussen zu kehren.

Inzwischen bedienen sich die Ausstellungsmacher gerade solcher Plattformen, um potentielle Spender zu erreichen. "Soziale Medien haben sicherlich zu mehr internationalen Spenden geführt", sagte Alexis Hyde, Museumsdirektorin und Kuratorin. Die Beweggründe, die Trümmer einer gescheiterten Beziehung von andern besichtigen lassen zu wollen, hätten sich aber dadurch nicht geändert.

Hyde nennt dieses Phänomen 'Voyeurismus mit Erlaubnis'. "Wir alle lieben es, Erfahrungen und Fotos über soziale Medien zu teilen." Durch das Museum könne man dies nun auch im wirklichen Leben tun.

Zu ihrer großen Überraschung erhielten die Ausstellungsmacher nicht viele digitale Einsendungen wie Emails oder Kurznachrichten. Wenn es ums Zwischenmenschliche geht, denken die Meisten anscheinend immer noch eher an handfeste Dinge wie Kaffeetassen, Flaschenöffner oder Bücher.

Alltagsgegenstände

Zwar würden auch Hochzeitskleider und -ringe eingesandt, aber hauptsächlich handle es sich um Alltagsgegenstände. "Darum geht es schließlich in Beziehungen", sagte Hyde.

Die in der jeweiligen Muttersprache der Spender verfassten Begleittexte neben den Glaskästen sind anonymisiert und verraten oftmals nicht einmal das Geschlecht der ehemaligen Partner.

Der Betrachter erfährt nur wie lange die Beziehung gedauert hat und woher das Objekt stammt. "Viele Texte verwenden als Pronomen nur 'ich' und 'du' und man kann als Betrachter gar nicht anders, als sich dem Gegenstand von der eigenen Perspektive aus zu nähern. Fast so wie bei einem abstrakten Gemälde", findet Hyde.

"Wir halten unseren Spendenaufruf offen, weil wir wissen, dass sich ständig verändert, wie Menschen Beziehungen beginnen und beenden. Diesen Wandel wollen wir im Museum reflektiert sehen", sagte Hyde.

Frauen spendeten etwa 55 bis 60% der Objekte und der prozentuale Anteil gleichgeschlechtlicher Beziehungen reflektiere das wirkliche Leben.

Zentraler Standort

In seinem neuen, etwa 350 Quadratmeter großen Heim in der Traumfabrik Hollywood, das zuvor ein bekanntes Unterwäschegeschäft beherbergte, landete das Museum eher durch Zufall. Im April 2015 war Museumsgründer John B. Quinn im Familienurlaub in Zagreb und besuchte den Originalstandort. Er war begeistert.

"Ich kann mir keine geeignetere Stadt als unsere vorstellen. Ganz wie die Liebe ist LA voll von wilden Träumen und ebenso vielen Niederlagen", sagte Quinn, ein erfolgreicher Rechtsanwalt, der für alle Startkosten aus eigener Tasche aufkam.

Zwischen zwei alt-ehrwürdigen Institutionen gelegen, dem Roosevelt Hotel und Musso & Frank Grill, dem ältesten Restaurant Hollywoods, hätte das Museum keinen zentraleren Standort finden können.

Auf dem Weg zum Beispiel zum Dolby Theater, in dem die Oscars verliehen werden, schlendern Touristen auf dem Hollywood Boulevard - wegen der in den Boden eingelassenen Sterne mit den Namen berĂĽhmter Filmschaffender auch Walk of Fame genannt - am Museum vorbei.

Eine emotionale Reise

Wenn es nach Kuratorin Hyde geht, sollen auch die Besucher des Museums auf eine emotionale Reise wie im Kino einlassen. "Es kann nicht nur um das ganz große Drama gehen; das wäre deprimierend. Und es kann auch nicht nur lustig sein; das wäre gelogen. Es geht um das gesamte Spektrum", sagte Hyde.

Wer gerade frisch getrennt sei, fühle sich oft unverstanden und isoliert. Von den Gegenständen im Museum und ihren Spendern könne man dagegen lernen, dass Herzschmerz universell sei. "Es ist schön zu wissen, dass man nicht alleine ist. Das passiert überall auf der Welt - egal welche Hautfarbe, Geschlecht oder Klasse".

Auch geht es nicht nur um romantische Beziehungen. Im emotional aufwühlendsten Ausstellungsraum erzählt eine zerbrochene Halskette aus Basel vom tragischen Ende einer anderen Art von Liebe.

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Das rote Schmuckstück war das Lieblingsspielzeug des 14-Monate alten Enkels der Einsenderin. Kurz nachdem die Kette beim Spielen zerrissen war, kam das Kind gewaltsam ums Leben. „Ich kann nicht sagen, dass mein Herz gebrochen ist. Ein Stück wurde herausgerissen und zertrampelt", steht neben dem Glaskasten.

Über skurrile Spenden wie Silikonkissen oder Bauchnabelflusen wundert sich die erfahrene Kuratorin Hyde nicht. Vielmehr sei sie ein ums andere Mal überrascht, wenn Leute tatsächlich die angekündigten Objekte schickten.

Fast alles wird angenommen

Viele Möchtegernspender scheuten am Ende doch davor zurück, sich endgültig von dem für sie bedeutsamen Gegenstand zu trennen.

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Museumsbesucher Peter Fritsch dagegen hätte gerne einen Ort gehabt, an dem er ein Erinnerungsstück an seine erste große Liebe hätte abladen können, nachdem die Beziehung gescheitert war. "Er fuhr alleine in den Urlaub und brachte mir das Buch fighting lovers (sich streitende Liebhaber) mit".

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Nur Fotos, die Gesichter zeigen, würden nicht ausgestellt. Ansonsten ginge alles. "Wir haben noch keine Körperflüssigkeiten erhalten," berichtete Hyde. Angebote gab es aber schon.

ZukĂĽnftige Spender mĂĽssen ein Onlineformular ausfĂĽllen oder am Telefon Fragen zu ihrer geplanten Einsendung beantworten, bevor sie das Paket zur Post bringen. Der Spenderin der Brustimplantate habe sie nahegelegt, die Silikonkissen besonders gut zu verpacken. Sie kamen in einer TĂĽte fĂĽr UmweltgiftmĂĽll an.

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6751 Hollywood Blvd, Los Angeles, CA 90028

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