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Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat das beste Internet im Land?

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FAST INTERNET
solarseven via Getty Images
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Eine hohe Bandbreite ist beim Interzugang lĂ€ngst nicht alles. Welche Kriterien Sie unbedingt beachten sollten, um böse Überraschungen zu vermeiden. Ein Vergleich der wichtigsten Technologien:

Die Glasfaser ist der Mercedes unter den Übertragungsmedien

Ein Glasfaserzugang ins Web wird meist unter dem Begriff FTTH (faser to the home) oder FTTB (faser to the building) vermarktet, also eine Glasfaser bis zu Ihrer Wohnung oder Ihrem GebĂ€ude. Dieses Medium bietet die schnellsten Übertragungsraten, egal ob im Down- oder Upstream, ĂŒber fast beliebige LeitungslĂ€ngen hinweg. Auch Datenraten jenseits der 1 GBit/s lassen sich kĂŒnftig problemlos realisieren, ohne einen weiteren, aufwendigen Wechsel der Übertragungstechnologie.

Wer bereits heute sehr bandbreitenhungrige Anwendungen, wie beispielsweise Ultra HD-Videos, nutzt, oder eine sehr hohe Upload-Geschwindigkeit benötigt, um zum Beispiel Videos ins Netz zu laden, der liegt bereits jetzt mit der Glasfasertechnik goldrichtig.

FĂŒr die Zukunft gilt dies fĂŒr fast alle von uns: Denn neue technische Möglichkeiten setzen nicht nur breitbandige, sondern vor allem auch extrem zuverlĂ€ssige, fehlerunanfĂ€llige und abhörsichere Netze voraus - selbst wenn nur ein geringer Teil der prognostizierten Anwendungen im Windschatten des Internet der Dinge und der Virtual Reality Wirklichkeit werden.

Fazit: UneingeschrĂ€nkt empfehlenswert fĂŒr alle, die einen sehr zuverlĂ€ssigen Zugang mit hohen (symmetrischen) Bandbreiten benötigen. Eine Glasfaserleitung liegt kostenmĂ€ĂŸig anfangs oft ĂŒber anderen Zugangsvarianten, hat durch die Vermeidung eines spĂ€teren Technologiewechsels jedoch mittel- und langfristig eine exzellente Preis/Leistungsprognose. VerfĂŒgbarkeit am Markt leider noch sehr eingeschrĂ€nkt.

VDSL/VDSL-Vectoring als klassische BrĂŒckentechnologie

Auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft gilt VDSL-Vectoring, eine Weiterentwicklung von VDSL, als sogenannte BrĂŒckentechnologie. Dabei gehen die Glasfaserleitungen der Provider bis zu den grauen KĂ€sten, die in Wohngebieten meist entlang der BĂŒrgersteige stehen. Von da an werden weiterhin die alten Kupferleitungen zu den GebĂ€uden benutzt.

In diesen grauen KĂ€sten, im Fachjargon MultifunktionsgehĂ€use genannt, befindet sich aktive Technik, die nicht nur fĂŒr die Umsetzung der Signale von Glas in Kupfer und umgekehrt sorgt, sondern auch fĂŒr die hochbitartige Übertragung ĂŒber das Kupferkabel bis zu den GebĂ€uden der Endkunden. Zurzeit sind hier etwa bis zu 100 Mbit/s im Downstream und 40 Mbit/s im Upstream möglich.

In der Praxis variieren die erzielbaren Leistungswerte pro Kunde erheblich - je lĂ€nger das Kupferkabel zum Kunden, desto geringer die Datenraten. LĂ€ndliche Gebiete mit langen Zuleitungswegen profitieren nicht von dieser Technologie, denn bereits nach einigen hundert Metern Leitung verringern sich die Werte dramatisch, was im Übrigen auch fĂŒr weitere Evolutionsstufen des „Kupfertunings", wie beispielsweise dem G.fast Standard, gilt.

Zudem wird die ZuverlĂ€ssigkeit dieser Zugangsvariante durch die verbaute aktive Technik beeintrĂ€chtigt, die besonders gegen WĂ€rme anfĂ€llig ist. So kommt es an heißen Tagen trotz KĂŒhlung in den grauen „BrutkĂ€sten" immer wieder zu NetzausfĂ€llen durch Überhitzung - stehen diese doch oftmals ungeschĂŒtzt in der prallen Sonne. Ein hoher, klimaschĂ€dlicher Energieverbrauch fĂŒr Technik und KĂŒhlung ist ein unangenehmer Nebeneffekt.

Fazit: Wer auf hohe Bandbreiten nicht verzichten möchte, und ein Glasfaseranschluss nicht möglich ist, der sollte zu dieser Variante greifen. Der Anschluss setzt auf bestehende Physik, ist daher zunĂ€chst recht kostengĂŒnstig. Zu bedenken gilt: Ein erneuter Technologiewechsel (Kosten) ist nach heutiger ExperteneinschĂ€tzung bereits in wenigen Jahren sehr wahrscheinlich notwendig - ein typisches Schicksal fĂŒr BrĂŒckentechnologien.

Der Kabelanschluss: Kein Zufall, dass er bei Privatkunden so beliebt ist

Der Internetanschluss mittels Koaxialkabel, der ebenfalls auf Kupfer beruht, erfreut sich im Privatkundenumfeld großer Beliebtheit. Kein Wunder, ist er doch speziell fĂŒr hohe Downloadraten konzipiert worden, nĂ€mlich der Übertragung von TV-Inhalten. Seine StĂ€rke ist jedoch gleichzeitig auch die grĂ¶ĂŸte SchwĂ€che, denn die Upload-Raten von wenigen Mbit/s eignen sich nur fĂŒr diejenigen Internetuser, die im Wesentlichen Medieninhalte konsumieren.

Auch kommt es regional aufgrund der Topologie immer mal wieder zu EinschrÀnkungen der Zugangsgeschwindigkeiten, wenn sehr viele User gleichzeitig in einem Netzsegment aktiv sind.

Fazit: GĂŒnstige Möglichkeit ins Internet zu gehen. EinschrĂ€nkung beim Upload von zurzeit max. etwa 10 Mbit/s. Kabelnetze haben eine gute Zukunftsperspektive, jedoch kann der angebotene Dienst, der meist TV, Internet und Telefon beinhaltet, dass sogenannte „Triple Play", gleichzeitig Fluch und Segen sein. FĂ€llt das Kabel aus, sind alle Dienste weg - bis auf den Mobilfunk ...

Ist Funktechnologie eine Alternative?

LĂ€ngst nicht alle Haushalte und Unternehmen in Deutschland können auf VDSL, Kabel oder gar GlasfaseranschlĂŒsse zugreifen. Besonders in lĂ€ndlichen Regionen bestehen nach wie vor wahre BreitbandwĂŒsten. Speziell hier ist man auf den Funkstandard der 4. Generation (LTE) angewiesen, der hohe Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s verspricht - mit unangenehmen Schönheitsfehlern.

Funk ist ein sogenanntes „Shared Medium", d.h. alle Nutzer einer Funkzelle teilen sich die zur VerfĂŒgung gestellte Bandbreite - je mehr Nutzer, desto weniger bleibt fĂŒr den Einzelnen ĂŒbrig. Die danach noch tatsĂ€chlich erzielbare Bandbreite schwankt zusĂ€tzlich in AbhĂ€ngigkeit der EmpfangsfeldstĂ€rke, die wiederum von vielerlei Rahmenbedingungen abhĂ€ngt.
Ebenfalls stellen Begrenzungen beim Erreichen eines bestimmten Datenvolumens, die berĂŒhmte Drosselung, ein K.o.-Kriterium fĂŒr alle bandbreitenhungrigen Anwendungen dar.

Fazit: ZugĂ€nge ins Internet mittels LTE, als vollwertiger Ersatz fĂŒr FestnetzzugĂ€nge, sind heute nur dann empfehlenswert, wenn keinerlei andere Alternativen möglich sind. Sinnvoll ist der Einsatz dagegen als Hybridlösung, also als zweiten Ersatz-Weg ins Internet, falls der Festnetzzugang ausfĂ€llt.

Ein riesiges Zukunftspotential und den Vorteil der MobilitÀt hat Funktechnologie dennoch - auch weil die 5. Mobilfunkgeneration den QualitÀtsabstand zum Festnetz weiter verringern wird.

ResĂŒmee:
„Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer hat das beste Internet im Land?",
so antwortet er:
„VDSL, Kabel und Funk, ihr seid die Besten hier,
aber die Glasfaser ist tausendmal besser als ihr!"

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