BLOG

Mein lieber Ehemann, Nacht für Nacht liegst du neben mir und doch vermisse ich dich

20/02/2017 17:00 CET | Aktualisiert 06/03/2017 18:07 CET
iStock

Mein lieber Ehemann,

ich vermisse dich. Du liegst neben mir, aber ich vermisse dich. Oder besser, ich vermisse uns. Ich vermisse unsere Beziehung, unsere Vertrautheit.

Wir haben kleine Kinder und sie rauben uns so viel Energie, besonders sexuelle Energie, dass ich am Ende eines Tages nicht mehr viel zurückgeben kann.

Ich möchte, dass du weißt, dass ich dich immer noch liebe, dich immer noch begehre und dich brauche (und das nicht nur, damit du den Mülleimer leerst und mit mir unsere Kinder großziehst).

Ich finde dich immer noch attraktiv. Ich sehe dich an und wenn du dann mit einem Auge zwinkerst, dieses besondere Zwinkern, das nur mir gilt, dann schmelze ich dahin und erinnere mich an unseren ersten Kuss.

Mehr zum Thema: Es gibt eigentlich nur eine Sache, die Kinder bis zum 6. Lebensjahr gelernt haben müssen

Ich sehe immer noch den jungen Mann, den ich einmal kennengelernt habe, und bemerke gar nicht, wie du alterst. Du bist für mich immer noch Derselbe.

Wir sind ein tolles Team. Ob wir einfach nur gemeinsam schweigen oder zusammen über einen Witz lachen, den nur wir beide wirklich verstehen, ob wir uns um ein weinendes Kind kümmern oder Windeln wechseln - es klappt alles wie am Schnürchen, unsere Handgriffe sitzen genau und sind eingespielt (meistens jedenfalls).

Ja, manchmal schreien wir uns auch grundlos an. Ich brülle mehrmals "Wo ist die Hose?" in deine Richtung, obwohl ich ganz genau weiß, dass du keine Ahnung hast.

Du hältst mir vor, dass ich nicht staubgesaugt habe, und bemerkst dabei gar nicht, was ich alles getan habe. Aber das sind Kleinigkeiten, die nicht schwer wiegen.

Manchmal bin ich nachts wach, ob ich nun am Bett eines der Kinder sitze oder einfach nicht wieder einschlafen kann, und dann tut es mir gut, dass du da bist. Dein Schnarchen treibt mich in den Wahnsinn, aber es zeigt mir auch, dass du lebst.

Mehr zum Thema:Wie ein Mann einen gewöhnlichen Van in ein mobiles Zuhause für seine ganze Familie verwandelte

Ich sehne mich zurück nach den Tagen, an denen wir gemeinsam im Bett lagen und Fernsehen schauten, an denen wir uns mit dem Zubereiten des Frühstücks im Bett abwechselten. An Sonntagen schliefen wir miteinander und aßen zusammen Schinken-Sandwiches.

Wir gingen zusammen auf den Markt und verbrachten einfach Zeit miteinander, setzten uns in ein Café oder einen Pub, der absolut ungeeignet für Kinder war und aßen eine Kleinigkeit.

Dabei betranken wir uns und machten schließlich irgendetwas Albernes, vielleicht nahmen wir uns ein Hotelzimmer. Wir schauten unsere Lieblingsserien, aßen noch mehr, hatten noch mehr Sex und schliefen dann ein. Keiner weckte uns mitten in der Nacht oder früh am nächsten Morgen.

Ich vermisse es, einfach mit dir zusammen zu sein, mich mit dir zu unterhalten und gemeinsam zu lachen und nicht einfach nur die täglichen Dinge zu delegieren und meinen Frust an dir auszulassen, wenn du zur Tür reinkommst.

Ich gebe mir Mühe, mich für deine Arbeit zu interessieren, und das interessiert mich wirklich, aber mein Energievorrat ist durch das einfache Mama-Sein und die alltäglichen Herausforderungen so erschöpft, dass ich einfach nicht mehr viel zurückgeben kann.

Ich vermisse es, von jemandem berührt zu werden, der kein Kind ist. Von jemandem, der meinen Körper besser kennt als ich selbst. Dieses einfach Hin- und Herschalten von Freunden auf Liebhaber und auf Partner.

In Liebe,

deine Ehefrau

Dieser Blog erschien zuerst in der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace..

(lk)

Sponsored by Trentino