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Warum er nur ein guter Chef ist, wenn er euch diese eine Sache erlaubt

10/03/2016 12:09 CET | Aktualisiert 11/03/2017 11:12 CET

Schläfrige Mitarbeiter schaffen während des Tages nicht viel. Das kann Stress verursachen, der sich auch negativ auf den Nachtschlaf auswirkt. Ganz zu schweigen von der niedrigen Produktivität, die Firmen in den USA jährlich Kosten von 63 Milliarden Dollar verursacht.

Führungskräfte aus der Wirtschaft könnten diese Schlafentzugkrise lösen - durch den simplen Vorschlag, während es Tages ein kleines Schläfchen einzulegen. Zuerst aber müssen sie den Ernst der Situation erkennen.

In einer neuen Umfrage, an der 196 Führungskräfte teilnahmen und die von der Consulting Firma McKinsey durchgeführt wurde, gaben 43 Prozent an, in mindestens vier Nächten nicht genug Schlaf zu bekommen. 46 Prozent jedoch sagten, dieser Schlafmangel wirke sich nicht negativ auf ihre Führungsqualitäten aus.

Die Forschung aber deutet in eine ganz andere Richtung. Jahrelanger Schlafmangel kann sich negativ auf das Erinnerungsvermögen; die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen; die Kreativität und das Sozialverhalten auswirken. All diese Fähigkeiten sind von essenzieller Bedeutung für Menschen in den Top-Positionen der Unternehmen (sowie natürlich auch für alle anderen Mitarbeiter). Das Gehirn durchläuft eine Bereinigungsphase während des Schlafes: Während es die Informationen, die während des Tages angesammelt werden, verarbeitet, werden gesundheitsschädliche Toxine weggespült.

Warum also tun Unternehmen nicht mehr, um auf die Wichtigkeit des Schlafes hinzuweisen? Eine Sache, in der sich die Führungskräfte, die an der McKinsey-Umfrage teilnahmen, einig waren, war der Organisationsmangel bei dieser Thematik. 83 Prozent gaben an, dass ihr Unternehmen nicht genug Aufwand betreibe, um auf die Wichtigkeit des Schlafes hinzuweisen. 36 Prozent sagten, dass es ihr Unternehmen nicht erlaube, dem Schlaf so eine hohe Priorität einzuräumen.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie Unternehmen eine bessere Arbeitskultur, die dem Schlaf und der Produktivität den nötigen hohen Stellenwerk einräumt, aufbauen können. Ein kürzlich erschienener Artikel von McKinsey Quarterly beleuchtet einige der Lösungsvorschläge, und nennt sogar ganz konkret einen Schlafraum, der hier Abhilfe schaffen könnte.

Power Naps während des Tages tragen nachweislich dazu bei, die Produktivität per Turbo zu steigern, ebenso das Erinnerungsvermögen. Viele große Unternehmen, zum Beispiel Google, Zappos, Ben & Jerry's und die Huffington Post, bieten ihren Mitarbeitern bereits Schlafräume.

Firmen könnten außerdem Schulungskampagnen einführen, die ein Bewusstsein für die Wichtigkeit des Schlafes aufbauen. Dazu könnten Workshops gehören, Online Assessments oder auch Apps, die aufzeichnen, wieviel Schlaf man tatsächlich bekommt. Die Schlafmanagement-App F.lux zum Beispiel mindert während der Einschlafphase das blaue Licht, das von einem Smartphone ausgestrahlt wird.

Die Autoren des Artikels betonen außerdem, dass Unternehmen durch Flexibilität selbst sehr viel dazu beitragen können, dass ihre Mitarbeiter genug Schlaf bekommen. Zum Beispiel bei Dienstreisen auf Flüge zu verzichten, bei denen die Mitarbeiter während des Fluges schlafen. Wir wissen doch alle, wie schlecht es sich im Flugzeug schläft.

Des Weiteren sollten Unternehmen ihre Mitarbeiter dazu anhalten, auch wirklich all ihre Urlaubstage zu nutzen (gut 40 Prozent der Amerikaner tun das nicht). Auch sollten nach einer bestimmten Uhrzeit keine Dienst-E-Mails mehr zugestellt werden und Tage festgelegt werden, an denen kein E-Mail-Verkehr stattfindet und nicht gearbeitet wird. Vor kurzem hat JPMorgan Chase die lobenswerten Firmenrichtlinien übernommen, laut denen die Investmentbanker am Wochenende nicht mehr arbeiten sollten. Jedoch mussten jene, die an aktiven Deals arbeiteten, dennoch Überstunden am Wochenende einlegen.

Nach Dienstschluss von E-Mails mit Arbeitsbezug „belästigt" zu werden, kann sich sehr negativ auf den nächtlichen Schlaf auswirken. Mitarbeiter fühlen sich gezwungen, 24 Stunden, sieben Tage die Woche auf Abruf zu stehen. Besonders, wenn ein Vorgesetzter spät nachts noch ein Anliegen hat.

Unterm Strich steht Folgendes: Es gibt ein enormes Potenzial dafür, dem Schlaf die nötige Priorität einzuräumen. Und es ist höchste Zeit, dass Unternehmen das erkennen.

Unternehmen, Schlaf, Produktivität, Arbeitskultur, Power Napping

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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