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Deutschlands Universitätsbibliotheken: Wo ein geliehenes Buch teurer als der Neukauf wird

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Studenten aufgepasst: Vor wenigen Tagen war "Tag der Bibliotheken". Wer den wie ich vergessen hat: Nicht weiter tragisch. Schlimmer - weil teuer - wird es allerdings, wenn ihr noch entliehene Bücher bei euch rumliegen habt, die eigentlich längst schon wieder im Bib-Regal stehen sollten. Damit tut ihr nicht nur euren Kommilitonen einen Gefallen - besonders denen der Rechtswissenschaften - sondern auch eurer eigenen Brieftasche. Denn vergessen das kostet, und zwar nicht zu knapp. Wie unterschiedlich stark die Bibliotheken jedoch ihre Schlendrians bestrafen, hat das Finanzportal Vexcash in einer aktuellen Untersuchung zu Mahngebühren an Universitäts-Bibliotheken herausgefunden. Beispiel München: Wer hier auf die Mahnungen nicht reagiert muss bis zu 78 Euro für ein einziges Buch zahlen.

Überhaupt sind die die Universitäts-Bibs in Süddeutschland besonders teuer, was die Säumnisgebühren anbelangt. Nach Ablauf der Leihfrist verlangen neben München auch die Uni-Bibliotheken in Augsburg, Regensburg, Würzburg sowie Erlangen-Nürnberg bereits 7,50 Euro mit der ersten Mahnung. Zum Vergleich: Der Durchschnitt aller 40 untersuchten Bibliotheken liegt bei 2 Euro.

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Wer auf so einem Bücherstapel sitzt, sollte sie schleunigst zurückbringen

Wer nach Mahnung eins noch immer nicht sein Buch in die Bücherei zurück trägt, erhält weitere Mahnungen. Und damit wird es immer teurer. Mit der dritten und vierten Mahnung müssen die Studenten in München und Nürnberg 25 Euro bzw. 35,50 Euro zahlen. Mit den zehn Euro aus der zweiten Mahnung kommen so am Ende 78 Euro zustande. Nicht schlecht - dürften die meisten Bücher im Verkaufspreis doch deutlich darunter liegen.

Einziger Wermutstropfen: An besagten Hochschulen ist es egal, ob man ein oder 10 Bücher entliehen hat. In Frankfurt ist das anders: Hier kostet die erste Mahnung zwar nur drei Euro. Allerdings auch für jedes entliehene Medium. Wer also drei Bücher bei sich hortet, zahlt bereits neun Euro.

An Hamburg und Dresdens Universitätsbibliotheken kommen vergessliche Studenten übrigens am günstigsten weg. Nur einen Euro wollen die Bibliothekare hier pro Buch mit der ersten Mahnung.

Ein ganz eigenes System der Säumnisgebühren hat die Universitätsbibliothek in Leipzig. Hier werden einfach 50 Cent pro Tag verlangt, ab dem 10. Tag einen Euro. Nicht mehr jedoch als 25 Euro insgesamt. Dabei bietet Leipzig neben dieser speziellen Regelung auch noch eine Bibliothek, die 24 Stunden geöffnet ist. Ganz fleißige Studenten können hier sogar an Weihnachten und Silvester lernen, der "Gute Rutsch" kann dann wohl nur geflüstert werden.

Und in Berlin? Hier gibt es allein zwischen den drei Unis große Unterschiede. Die FU Berlin mag mit der ersten Mahnung 1,50 Euro haben, die HU und die TU bereits 2 Euro. Zweite Mahnung: Vier Euro an der FU, fünf Euro an den beiden anderen. Am günstigsten kommen Studenten an der TU weg, wenn die dritte Mahnung zur Türe hinein fliegt: acht Euro. FU, 11,50 und HU, 13 Euro sind da deutlich teurer.

Egal ob günstig oder teuer: Mahngebühren sind immer Kosten, die man sich sparen sollte. Wer also noch ein Buch bei sich rumliegen hat: Ab damit in die Bib. Mit jedem weiteren Tag wird die ohnehin schmale Börse noch weiter unnötig belastet.

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