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Jugend im Iran: Unsere Stimme ist NEIN!

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WAHLFARCE im IRAN: Mutige iranische Jugendliche rufen zum Wahlboykott und Wechsel des iranischen Regimes auf

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Am 19. Mai finden im Iran die sogenannten Präsidentschaftswahlen statt. Beobachter sehen den amtierenden Präsidenten Hassan Rohani und Ebrahimi Raisi als Favoriten auf den Posten des Präsidenten des iranischen Regimes. Beide Vertreter sind ergebene Lakaien des obersten Führers Ali Chamenei und haben eine erschreckende Bilanz an Menschenrechtsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufzuweisen. Unter Rohani wurden ca. 4000 Iraner hingerichtet, Raisi war 1988 eine zentrale Figur beim Massaker an 30.000 politischen Gefangenen, saß zusammen mit Rohanis Justizminister Pour-mohammadi im Todeskomitee von Teheran.

Die iranische Jugend ruft daher mit couragierten Aktionen zum Wahlboykott und einem Ende des iranischen Regimes als Ganzes auf. Sie wollen die Welt darauf hinweisen, dass es keine „Reformer" und „Hardliner" im Regime gibt und das dieses weder reformierbar noch vom Volk gewünscht ist.

Auf der Webseite des NWRI (Nationaler Widerstandsrat Iran) findet man zwei Videos von Jugendlichen, die unter Todesgefahr Bilder von Maryam Rajavi, der Präsidentin des NWRI, in Teheran und Täbris aufhängen. Die ihr angeschlossenen Volksmojahedin Iran (MEK) sind im Iran verboten und ihre Mitglieder und Sympathisanten werden bis heute dafür zum Tode verurteilt.

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Überhaupt sind die Häuserwände die Protestplattform der Jugend im Iran, die immer mehr genug von den Mullahs hat. Auf vielen Häuserwänden sind Sprüche wie „Unsere Präsidentin ist Maryam Rajavi" oder „Unsere Stimme ist NEIN! zur Wahlfarce. Wir wollen einen Regimewechsel!" zu lesen. Viele Iraner haben längst verstanden, dass die Präsidentenwahlen eine Show sind, wo nur Kandidaten zugelassen werden, die zuvor das O.K. vom obersten geistlichen Führer und seinem von ihm ernannten religiösen Wächterrat bekommen haben. Sie möchten mit diesen Aktionen auch der internationalen Gemeinschaft zeigen, dass das iranische Volk genug von allen Flügeln des Regimes hat.

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Oppositionsführerin Maryam Rajavi befindet sich zur Zeit im Exil in Frankreich. Zur jährlichen Kundgebung des Nationalen Widerstandsrates Iran kommen über 100.000 Menschen - Exiliraner und deren Unterstützer - nach Paris, um dort Reden von Frau Rajavi und anderen Sympathisanten des iranischen Widerstandes zu hören. Der NWRI fordert einen demokratischen, säkularen, gleichberechtigten und atomwaffenfreien Iran der friedlichen Koexistenz mit seinen Nachbarn.

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