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Wie riecht die Sünde

22/09/2014 14:07 CEST | Aktualisiert 22/11/2014 11:12 CET

Mancher denkt, dass Sünde überhaupt nicht riecht. Doch, in unserem Leben hat die Sünde einen ganz besonderen Geruch nach Liebe und Wahnsinn, nach Hass und Verachtung.

Für eine Frau ist es der Geruch von etwas Süßem, Verbotenem, Unbekanntem, von etwas sehr Interessantem, wozu sie nicht „nein" sagen kann. Oder will sie nur einfach nicht darauf verzichten?

Ja, auch das ist möglich. Mit anderen Worten - eine kleine Laune der Damenwelt.

„Ich will sündigen! Wenigstens einmal in meinem Leben möchte ich dieses ungewöhnliche und verbotene Gefühl erleben. Ich will! Und ich werde sündigen! Und wenn es das Ende der Welt wäre. Wie auch immer. Was danach geschieht, spielt absolut keine Rolle."

Gut, das kann man manchmal sogar verstehen. Manchmal. Kann man diese weibliche Vorgehensweise entschuldigen? Darauf gibt es keine schnelle offensichtliche Antwort. Ich bin sicher, dass die Tatsache der Untreue in vielen Fällen durchaus gerechtfertigt ist. Aber, und hier werde ich konkreter und das möchte ich betonen, in vielen Fällen, aber nicht in allen. Das macht einen ziemlich großen Unterschied.

Ich versuche, immer mit den Augen einer Frau, diese seltsame, sonderbare und ungewöhnliche Situation zu beurteilen. Und ich versuche, sie mit dem Hirn einer Frau zu verstehen. Und was soll dieser Sarkasmus, diese hämische Ironie, dieses böse spöttische Männerlächeln? Jeder verheiratete Mann versteht doch ganz tief in seinem Innern sehr genau, dass es eine große Sünde ist, die eigene Frau zu betrügen, ihr untreu zu sein. Es ist einfach unehrlich, unfair der Frau gegenüber.

Wenn seine Frau ihn betrügt, so ist das durchaus verständlich: „eine Laune der Damenwelt".

Und es wäre in diesem Fall nicht einfach nur dumm, von den Damen irgendeine logische Erklärung dafür zu erwarten. Ja sogar absolut sinnlos und ohne jeden Nutzen. Wozu also?

Und männliche Untreue?

Es gibt schließlich keine männlichen Launen. Oder gibt es solch eine, wenn auch abnormale Ausnahme? Warum kann ein verheirateter Mann diesen süßen und verbotenen Verlockungen, diesen sündigen und Schwindel erregenden Versuchungen nicht widerstehen? Will er nicht? Kann er nicht? Oder verlangt es ihm überhaupt nicht danach?

Ja, eine sonderbare, seltsame und interessante Frage. Vor allem für einen Mann. Weil er immer, überall und unter allen Umständen will. Das ist übrigens nicht nur meine Meinung, nein. Viele Frauen denken so. Man muss ihm nur kokett zuzwinkern, auf dem Gesicht das göttliche und geheimnisvolle Lächeln der Mona Lisa, und schon beginnt er dahinzuschmelzen wie Schokolade in der glühend heißen, sengenden Sonne.

Noch ein paar solcher weiblichen Tricks und Kniffe, und der Mann ist ganz in Frauen-Hand. Aber hundert Prozent. Denken Sie, ein Mann kennt diese einfachen Wahrheiten nicht? Natürlich kennt er sie! Aber er will sie hören, diese verlogene, süße Schmeichelei. Er träumt von diesen falschen, unwahren und geheuchelten Komplimenten. Er lechzt danach, von der verbotenen Frucht zu kosten.

Offensichtlich schärft er sich genau in diesem Moment selbst ein, dass er - ein Mann mit einem sehr starken Ego ist. Logisch!

Dennoch, wenn Liebende beschlossen haben, ihre Schicksale durch das Band der Ehe zu vereinen, kann im Prinzip von Untreue keine Rede sein.

Generell - das gilt aber nicht im normalen Leben.

Hier kommen andere Regeln und Gesetze ins Spiel, die nicht mit der roten Tinte der Liebe und der Leidenschaft geschrieben werden, sondern mit einer tiefschwarzen und noch dazu giftigen Tinte. Ach ja, so ist die Welt gebaut!

Die Süße der Liebe und die Bitterkeit des Treuebruchs! Nun, wie soll es auch gehen ohne all diese widersprüchlichen Gefühle!? Nach der „rosaroten Brille" der Liebe folgt boshafte, gallebittere Vergeltung.

Es stimmt schon, das passiert manchmal, aber nicht immer und nicht allzu oft. Aber genau von diesem süßen Trank, diesem schmerzhaften Gift der Liebe wollen viele trinken. Übrigens, trotz der sehr unangenehmen und abscheulichen Folgen.

In diesem Fall stellt sich erneut eine banale Frage: „Aber wozu dann überhaupt heiraten? Welchen Sinn macht das?" Denn bis jetzt besaß jeder der beiden völlige Handlungsfreiheit und es gab keine besonderen gegenseitigen Verpflichtungen.

Ich meine, zum Beispiel, die traditionellen Liebesschwüre, bei denen sich die leidenschaftlich Liebenden versichern, einander bis zum Tod zu lieben und gemeinsam zu sterben, am selben Tag, in der selben Sekunde.

Ja, Liebe bis in den Tod - das ist verständlich und durchaus akzeptabel. Aber niemand will sofort, unverzüglich sterben, auch nicht auf Wunsch des geliebten Partners, nur weil dieser bereit ist, in den Himmel aufzusteigen, jetzt, genau in diesem Augenblick!?

Das ist doch absurd, völliger Unsinn! Oder denkt nicht jeder so? Vielleicht, kann schon sein ...

Aus „Wie riecht die Sünde" von Jaroslawa Sommerfeldt, Verlag epubli GmbH, erhältlich bei Amazon und epubli GmbH. Erscheint am 30 Juli 2014.

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ISBN 978-3-8442-8133-0

eBook - ISBN 9783737501514

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