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Google ändert den Suchindex - 4 Dinge, die Betreiber von Webseiten jetzt tun sollten

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Der Google Algorithmus gilt als das größte Wirtschaftsgeheimnis neben dem Coca-Cola-Rezept. Umso überraschender war es, als der Internet-Konzern im Oktober ganz offiziell eine grundlegende Änderung am geheimen Suchindex ankündigte - und sogar genau verriet, welche das sein würde: In Zukunft will Google den mobilen Versionen von Webseiten einen höheren Stellenwert einräumen als den Desktop-Versionen.

Unternehmen, deren Webseiten nicht für mobile Endgeräte optimiert sind, stehen dann vor einem Problem. Sie spielen in Zukunft bei Google-Suchanfragen kaum eine Rolle mehr. „Für kleine und mittelständische Unternehmen bedeutet das einen gewaltigen Einschnitt. Wer keine mobil optimierte Webseite hat, ist in Zukunft quasi unsichtbar.

Was bedeutet diese Änderung für Webseitenbetreiber und worauf sollten sie achten?

1. Kann die Webseite überhaupt mit einem Smartphone genutzt werden?

Google stellt dazu einen Link zur Verfügung. Dort kann man seine URL eingeben und im Schnellverfahren prüfen lassen, ob die eigene Webseite responsiv, also für mobile Inhalte optimiert ist.

2. Sind die relevanten Inhalte (Texte, Bilder, Grafiken) auf der mobilen Webseite enthalten?

In manchen Fällen ist die mobile Version lediglich eine abgespeckte Variante der Desktop-Version, in der wichtige Informationen, wie zum Beispiel Bilder oder Texte, fehlen. Wenn in Zukunft primär die mobile Ausgabe einer Webseite angezeigt wird, kann es also passieren, dass wichtige Informationen untergehen und Webseitenbetreiber im Zweifelsfall Kunden oder Leser verlieren.

3. Kann Google die mobile Webseite ohne Probleme crawlen (auslesen)?

Doppelte Inhalte, Weiterleitungen, eine konfuse URL-Struktur: Bei den meisten Webseiten sammelt sich irgendwann dieser Datenmüll an. Gerade bei den anfangs oft stiefmütterlich behandelten mobilen Seiten besteht häufig Entrümpelungsbedarf. Denn Datenmüll führt zur Google-Abwertung.

4. Ist die Darstellung der Webseite „mobile-friendly", sprich, sind Buttons, Bilder und Text angepasst und benutzerfreundlich?

Es ist erstaunlich, aber laut einer Studie der Agentur Ennovative für die Logistikbranche, scheinen viele Webseitenbetreiber gar nicht genau zu wissen, wie ihr mobiler Auftritt eigentlich aussieht - und ob es ihn überhaupt gibt.

Laut Studie gaben 52 Prozent von 220 befragten Unternehmern an, dass ihre Webseite responsiv, also für die mobile Nutzung optimiert ist. Tatsächlich traf dies aber nur auf 22 Prozent aller Webseiten zu. Die Hälfte der Befragten, die ihre Seite für SEO-optimiert hielten, lagen mit ihrer Einschätzung daneben.

Wer also eine Webseite betreibt, die er auch beruflich nutzt und die Kunden anlocken soll, der sollte seine Webseite genau überprüfen. Eine regelmäßige Webseitenwartung sollte ohnehin erfolgen. Zum einen ändert sich der Google Suchindex fortlaufend, wenn auch nicht immer gleich so grundlegend wie aktuell. Zum anderen kann man häufig schon mit ganz einfachen Handgriffen dafür sorgen, dass eine Webseite eine bessere Relevanz bei den Suchmaschinen erlangt.

Fest steht: Webseiten, von denen keine mobile Version existiert, werden in Zukunft an Boden verlieren. Wann genau das passieren wird, weiß noch keiner. Google möchte sich wohl noch nicht auf einen genauen Termin festlegen. Verraten wird nur, dass eine Testphase bereits läuft.

Bis diese abgeschlossen und ausgewertet ist, wird es wohl noch etwas dauern. Man darf gespannt den Webmaster-Bog des Google-Konzerns verfolgen.

Dort wurde bereits Mitte November ungewöhnlich transparent über die Umstellung des Suchindexes informiert. Nichtsdestotrotz ist jetzt der Zeitpunkt um zu handeln und etwaige Defizite seiner Website auszubügeln, um nicht unvorbereitet vom Wechsel getroffen zu werden.

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