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Die 10 goldenen Regeln für ein harmonisches Miteinander am Tisch

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FAMILY EATING AT RESTAURANT
monkeybusinessimages via Getty Images
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"Zeig mir, wie Du isst, und ich sag' Dir, wer Du bist"

Tischmanieren gehören zum guten Ton. Doch leider haben viele Deutschen das stilvolle Essen verlernt. Erwachsene sind auch ihren Kindern oft kein gutes Vorbild.

Wozu dienen eigentlich Tischmanieren? Essen bringt Menschen zusammen, egal ob beruflich oder privat. Fakt ist, wer keine guten Tischmanieren hat, wird schnell abgestempelt.

Regel Nr. 1: Warten und gemeinsam starten

Oftmals fangen wir beim Essen in der Familie schon an, statt zu warten, bis alle bereit sind. Zum einen ist das unhöflich und zum anderen zeugt es von mangelnder Wertschätzung allen gegenüber. Essen ist auch ein gemeinsames Ritual.

Gerade deshalb ist es schön, wenn wir uns daran erinnern, dass wir vor dem Essen ein kleines Dankeschön aussprechen. Zuhause können Sie sich dazu auch gerne „Guten Appetit" wünschen.

Regel Nr. 2: Sprechen Sie nicht mit vollen Mund

Obwohl wir das alle zuhause gelernt haben, so wird diese goldene Regel doch immer wieder vergessen. Essen Sie in Ruhe und warten Sie, bis Sie nur noch einen kleinen Bissen im Mund haben. Es ist einfach unästhetisch und macht Sie unbeliebt, wenn Sie beim Reden mit Essensbröckchen um sich werfen. Konzentrieren Sie sich immer nur auf eine Sache: Essen oder Reden.

Regel Nr. 3: Das Essen mit der richtigen Haltung genießen

Anspannung beim Essen - Entspannung, wenn Sie eine Pause machen. Die Ellenbogen gehören nicht auf den Tisch. Wir sitzen gerade und aufrecht mit leicht geschlossenen Füßen. Zu den absoluten No-Gos zählen: das „Herumlümmeln" am Tisch oder wenn Sie zu weit weg sitzen, so dass nur knapp der Po die Stuhlkante berührt. Sitzen Sie locker und aufrecht und halten Sie Ihre Hände bis zum Handgelenk am Tisch.

Regel Nr. 4: Nutzen Sie die Serviette richtig

Die Serviette dient nicht als Tischverzierung. Nein, sie dient dazu, dass wir uns zwischen den Gängen den Mund abtupfen, z.B. um etwas zu trinken. Die Serviette wird nach der Bestellung und vor dem Servieren des Essens einmal aufgeklappt und mit der offenen Seite zum Bauch auf den Schoß gelegt. Bei einer Pause wird sie links neben dem Teller geparkt.

Regel Nr. 5: Vermeiden Sie peinliche Besteckfehler

Dass Sie von außen nach innen das Besteck nutzen, wissen viele. Aber kennen Sie auch die Bestecksprache? Wenn Sie fertig sind, legen Sie das Besteck auf 4:20 Uhr - egal, ob es geschmeckt hat oder nicht. Machen Sie dagegen eine Pause, legen Sie das Besteck entweder leicht gekreuzt in der Mitte oder am Tellerrand ab. Das Messer ablecken, laute Geräusche beim Schneiden oder "Putzfehler", wo Sie das Messer an der Gabel abstreichen, sind nicht stilvoll. Das Gestikulieren mit dem Besteck, während Sie sich unterhalten, ist ebenfalls ein Fauxpas.

Regel Nr. 6: Achten Sie auf eine wertschätzende Atmosphäre

Kommunikation geht heute oft zu schnell. Genauso schnell vergessen wir „Bitte" und „Danke" beim Essen zu sagen. Achten Sie auch auf eine angenehme Lautstärke und nehmen Sie sich doch einfach mal wieder Zeit beim Essen. Ein guter Blickkontakt und angenehme Small Talk-Gespräche lockern die vermeidliche Steifheit beim Essen auf.

Regel Nr. 7: Das Essen ist zum Essen da

Schlingen, schmatzen und schlürfen Sie beim Essen nicht. Leider ist diese schlechte Angewohnheit oft so eingeschliffen, dass uns das gar nicht bewusst ist.

Mein Tipp: Fühlen Sie am unteren Suppentellerrand, wie heiß die Suppe ist und warten Sie lieber ein paar Minuten. „Spielen" Sie auch nicht mit dem Essen, indem Sie lieblos darin herumstochern. Wenn Sie bestimmte Dinge nicht essen, sagen Sie es besser vorher. Sonst verderben Sie der Köchin oder Anderen unbewusst den Appetit.

Regel Nr. 8: Kontrollieren Sie Ihr Esstempo

Wenn Sie zu schnell oder zu langsam essen, passen Sie sich bitte an. Gerade den Langsam-Essern empfehle ich, sich bei wichtigen Feierlichkeiten lieber weniger auf den Teller zu nehmen. Achten Sie auch darauf, dass alle das Essen gemeinsam beenden. Wir können von den Franzosen sehr viel lernen - denn hier ist Essen noch ein Genuss.

Regel Nr. 9: Genießen Sie das Essen

Vermeiden Sie bei gemeinsamen Essensritualen oder wichtigen geschäftlichen Essen alle störenden Dinge wie Handy oder die morgendliche Zeitung. Nehmen Sie sich lieber Zeit und wertschätzen Sie Ihr Gegenüber. Wetten, dass Sie so entspannter in den Tag starten oder bessere Chancen im Business haben? Wenn Sie alleine essen gehen, dürfen Sie Ihr Handy oder das I-Pad nutzen, wenn Sie sich unwohl im Restaurant fühlen.

Regel Nr. 10: Fallen Sie Anderen nicht ins Wort

Aktives Zuhören und eine stilvolle Kommunikation gilt in allen Bereichen des Lebens. Denn ein schönes Essen ist eine Gelegenheit für eine angenehme Begegnung. Drängeln Sie sich nicht unbewusst in den Mittelpunkt, sondern geben Sie jedem Raum für ein Gespräch.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Umsetzen meiner Tipps. Nutzen Sie die 10 goldenen Regeln am besten als tägliches Ritual in der Familie bei einem gemeinsamen Essen.

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