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10 Tage Wahnsinn - Teil 3

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
DEPRESSION WOMAN
Adam Kuylenstierna / EyeEm via Getty Images
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...viele Tage vergingen, ohne dass ich Notiz von ihnen genommen hatte. Die meiste Zeit verbrachte ich im Bett und tauschte Tage durch N├Ąchte. Nachts schienen mir meine Gedanken klarer, fast als w├╝rde ich mein Leben von au├čen betrachten k├Ânnen.

Ich hatte gro├če M├╝he damit, soziale Kontakte aufrecht zu erhalten. Das wurde im Laufe der Zeit auch nicht besser, denn meine Familie und auch die Freunde pflegten in der Nacht zu schlafen und tags├╝ber tat ich des Gleichen.

Es folgte ziemlich rasant der soziale R├╝ckzug.

Auch die Betreuung meines Hundes fiel mir sichtlich schwer. Ich empfand es als ├ťberforderung, Verantwortung f├╝r ein Lebewesen ├╝bernehmen zu m├╝ssen, das ich doch eigentlich so sehr liebte. Heute bin ich froh, ihn auch w├Ąhrend dieser schweren Zeit an meiner Seite gehabt zu haben, denn er schenkte mir Liebe und ein klein wenig Struktur.

So war ich also gezwungen, mindestens drei Mal am Tag die Wohnung zu verlassen. Oh, wie gern h├Ątte ich mich dabei am liebsten versteckt. Ich f├╝hlte mich unfassbar antriebslos, schmutzig und war von Trauer gezeichnet. Die t├Ągliche Dusche stellte sich mehr und mehr als zu gro├če Herausforderung dar und dieser konnte ich mich einfach nicht mehr stellen. So verstrichen Tage ohne Dusche, Make -up und Parfum.

Wenn ich nicht schlief, habe ich versucht meinen Kummer in Alkohol zu ertr├Ąnken. Dabei spielte die Tageszeit irgendwann auch gar keine Rolle mehr. Sobald sich Trauer und Verzweiflung ank├╝ndigten, griff ich zur Flasche. Es dauerte nicht lange und ich habe einige Tage gar nicht mehr n├╝chtern ertragen k├Ânnen. Den Tag im Rausch zu verbringen, schien mir absolut richtig und machte mein Dasein auch erst ertr├Ąglich.

Heute wei├č ich, dass Gef├╝hle schwimmen k├Ânnen.

Schwermut schien von nun an mein Leben zu bestimmen. Ich kam aus dem Teufelskreis nicht mehr raus - eigentlich versuchte ich es auch erst gar nicht. Eines Tages empfand ich meinen Zustand als so unertr├Ąglich, dass ich nur noch ÔÇ×nach Hause" wollte. Ich zog mich an und ging ohne Gnals spazieren. ÔÇ×Mama kommt nicht wieder, Schatz". So verabschiedete ich mich und verlie├č das Haus.

Mein Weg f├╝hrte mich zielstrebig zu einer Br├╝cke, unter der die U-Bahn im Minutentakt drunter durch fuhr. Die Br├╝cke erreicht, lehnte ich mich m├╝de und ersch├Âpft ans Gel├Ąnder und blickte ins Weite. Warum? Immer wieder und immer wieder stellte ich mir dieselbe Frage. Ich fing an zu weinen, mein Herz stach und mein Magen krampfte sich zusammen.

Ich konnte den Sinn meiner Geschichte nicht erkennen und auch Antworten fand ich keine. Und ganz pl├Âtzlich konnte ich nachempfinden, weshalb sich Robert Enke f├╝r solch einen brutalen Selbsttod entschied. Es schien mir auf einmal einleuchtend. Der Tod kommt schnell.

So kletterte ich ├╝ber das Gel├Ąnder und stand auf der ÔÇ×anderen Seite" der Br├╝cke. Ich f├╝hlte mich wie im Rausch und ich sp├╝rte eine Art von Freiheit in mir. Ich war mir v├Âllig im Klaren dar├╝ber, dass ich meine Geschichte schreibe, und dass ich entscheide, wie sie endet.

Das Ende. Da war es! F├╝r mich ein Zeichen. Und pl├Âtzlich dachte ich an meinen kleinen Engel - meine Nichte - an Gnals und an meine Schwestern. Sollte meine Geschichte wirklich hier enden?! Ich w├╝rde meinen Engel nie mehr aufwachsen sehen, nie mehr meinen Schwestern sagen k├Ânnen, dass ich sie liebe und auch nie mehr mit Gnals kuscheln k├Ânnen.
Die W├Ârter ÔÇ×ENDE" und ÔÇ×NIE" machten mir schlagartig solche Angst, dass ich mich entschied, kehrt zu machen.

Einmal H├Âlle und zur├╝ck - ich erz├Ąhl dir meine Geschichte.

Fortsetzung folgt!

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