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Reizüberflutung bei Babys und Kleinkindern

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LITTLE CHILD SERIOUS FILTER
massimofusaro via Getty Images
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Wir sind mit einem sehr aufgeweckten Kind (Mein autonomes Kind) gesegnet und dies seit seiner Geburt.

Leider hatten wir auch sehr lange die sogenannten 3-Monats-Koliken. Bei unserer andauernden Recherche, wie wir Liam´s Leid etwas mildern können, sind wir auch auf den Hinweis der Reizüberflutung als mögliche Ursache gestoßen.

Wir stellten seitdem sehr oft fest, dass das Befinden von Liam bei gefüllten Tagen ein schlechteres war, als an Tagen, an denen wir weniger Action im Hause oder unterwegs hatten. Es ist für uns seitdem unsere Aufgabe, ein noch ruhigeres Umfeld im Hause zu haben und auch weniger Besuch zu empfangen, sowie weniger mit dem Auto zu erfahren.

Liam mag seit seiner Geburt leider kein Autofahren, er ist hier zu eingeengt und fühlt sich alles andere als frei. Bis heute (Liam ist jetzt 20 Monate alt) versuchen wir auch Menschenmassen zu meiden, z. B. stellen wir immer wieder fest, dass in Einkaufszentren, im Supermarkt und in der Stadt so viele Kinder am Quengeln oder Schreien sind und die Eltern recht ratlos wirken bzw. die Eltern den Eindruck vermitteln, ein kleines Kind müsse so viel Trouble vertragen können.

Scheinbar denken viele Menschen aufgrund ihres eigenen Stresses (Entstresse Deinen Alltag) oder ihrer eigenen Unruhe gar nicht darüber nach, was Stress bei einem Baby oder Kleinkind, dessen Leben gerade beginnt und dessen Nervenkostüm Stress noch gar nicht verarbeiten kann, anrichtet.

Warum lässt man Babys so viel Stress erleben?

Was Stress bei einem Erwachsenen alles anrichten kann, ist klar. Warum also lässt man Babys so viel Stress erleben und bewahrt sie nicht davor? Klar, soll ein Kind Dinge lernen und erleben, jedoch dosiert. Man sollte auf die Reaktionen des Kindes achten und danach handeln.

Wird ein Kind unruhig, weint oder schreit es mehr etc., sollte mehr Ruhe in diesen Moment gebracht werden. Muss es denn jede Babygruppe sein? Montag Babyturnen, Dienstag Pekip, Mittwoch Schwimmen, Donnerstag kommt Mutter X mit Kind, Freitag kommt Opa, Samstag geht es ins Einkaufszentrum und Sonntag in einen Themenpark...!?!

Wo soll ein Kind dann sich selber spüren dürfen und wo kann es überhaupt ausgleichen und seine Erfahrungen verarbeiten?

Warum müssen wir, die meistens eh so volle Tage haben, unser Kind darunter leiden lassen. Wie bei so vielen Dingen ist auch hier weniger mehr!!! (Weniger ist mehr) Auch wir selber KÖNNEN dann gar nicht richtig bei unseren Kindern sein. Sie entspannt ansehen, sie fühlen, ihr Befinden erhören und uns danach richten.

Euer Kind und ihr selber werdet es Euch danken, wenn ihr viel weniger Aktionen oder Besuche etc. in einer Woche durchführt. Ob und in welchem Grad tatsächlich die 3-Monats-Koliken in diesem Zusammenhang stehen, können wir nicht wissen, jedoch was auch immer Euer Kind hat oder nicht, wird es Eurem Kind sehr gut tun, Zeit in Ruhe zu haben, anzukommen, anzukommen hier im Leben, bei sich und langsam immer mehr im vollständigen Leben. Auch dein Leben solltest Du versuchen zu minimieren. Lasst uns alle weniger rastlos und stressfreier werden.

Der Beitrag erschien ursprünglich auf Leichter Leben Family.

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