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Liebe ist die Entscheidung für das Unperfekte

12/02/2016 08:55 CET | Aktualisiert 12/02/2017 11:12 CET
doble.d via Getty Images

Am 14. Februar ist Valentinstag. Die Huffington Post widmet sich eine Woche lang dem Thema „Modern Love".

Was bedeutet Liebe in einer vernetzten Welt: man ist nur so verliebt wie das Facebook-Profil es zeigt? Der nächste Partner ist nur einen Wisch weg? Wir daten über Kontinente hinweg?

Was bedeutet Liebe für euch? Sendet eure Texte an blog@huffingtonpost.de.

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Neben all den romantischen Charakterzügen der Liebe, ist die Liebe meiner Meinung nach vor allem eine Entscheidung. Liebe ist sich zu entscheiden, einen Menschen trotzdem zu lieben.

Ich glaube nicht daran, dass es einen perfekten Partner gibt. Das würde bedeuten, dass es perfekte Menschen gibt. Und die gibt es nun mal nicht.

Das ist an sich aber gar nicht schlimm, denn genau wegen der Imperfektion lernen wir, hart zu arbeiten. Wir wissen, dass man einen Menschen nicht so biegen und brechen kann, bis er perfekt zu uns passt. Vielmehr müssen wir lernen, damit klar zu kommen, dass ein Mensch Ecken und Kanten hat und daher Spannungen vorprogrammiert sind.

Ich glaube der Anspruch sollte nicht sein, einen perfekten Menschen zu finden, sondern daran zu arbeiten, dass das Unvollkommene in unseren Augen ein bisschen perfekter wird.

In einer Welt, in der uns vorgemacht wird, dass wir alles haben können was wir uns erträumen, ist es wohl einer der schwersten Aufgaben geworden, zu akzeptieren, dass die Beziehung zu einem Menschen davon ausgeschlossen ist.

Ein Mensch lebt nicht dafür, einem anderen zu gefallen

Spätestens nach 10 Dates wird einem klar, dass wir nicht ausnahmslos alles haben können, was wir uns erträumen, wenn es um Menschen geht. Dafür ist der Mensch zu individuell und eigenständig. Ein Mensch lebt nicht dafür, einem anderen zu gefallen. Und das ist gut so, finde ich.

Diese Entscheidung muss man, so klischeehaft es klingt, wahrscheinlich jeden Tag neu fällen. Denn wie mit allen Entscheidungen die man trifft, weiß man im Voraus nicht, ob es nicht doch Momente geben wird, in denen man sich fragt was einen nur geritten hat.

Und für die, die das „Entscheidungs-Ding" jetzt furchtbar unromantisch finden:

Ich glaube, dass eine Entscheidung, die nicht auf Emotionen gebaut ist, viel sicherer ist. Und uns somit eventuell auch ein Stückchen näher an die Chance auf die große, ewige Liebe bringt. Wo wir dann auch wieder bei der Romantik wären.

Liebe ist für mich, neben Schmetterlingen im Bauch, inniger Vertrautheit, Sicherheit, himmlischen Glücksmomenten, Euphorie und Freundschaft, vor allem eine Entscheidung.

Und ich denke, dass es gut ist, in einer Zeit wie heute nicht zu verlernen, dass man sich manchmal auch einfach dafür entscheiden muss, das Schwierige und Kantige zu lieben.

Denn das Unperfekte zu lieben erfordert Beständigkeit, Selbstlosigkeit, Kraft und Verständnis. Und diese Tugenden zu erlernen, macht uns ein bisschen perfekter.

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