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Führt Deutsch als verbindliche Verkehrssprache auch auf euren Schulhöfen ein

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SCHULE MIGRANTEN
RF
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Eigentlich hätte ich nie gedacht, dass das Thema nochmal aufkommen würde. Vor zehn Jahren haben wir an der Herbert-Hoover-Schule in Berlin beschlossen, dass auch die Schüler während des Schultags nur auf Deutsch miteinander reden. So steht das in unserem Schulprogramm und in unserer Bildungsvereinbarung, die Eltern unserer Schüler unterschreiben müssen.

Dazu muss man wissen: 90 Prozent unserer Schüler haben einen Migrationshintergrund. Sie unterhielten sich damals in fremden Sprachen, oft auch, um sich über Mitschüler auszulassen - das führte immer wieder zu Konflikten.

Heute ermahnen wir jeden freundlich, der nicht Deutsch spricht. Wenn sich zum Beispiel zwei Schüler in einer anderen Sprache beschimpfen, sagen wir denen: „Hey, könnt ihr das bitte auf Deutsch tun?". Das ist dann natürlich witzig - und in der Regel halten sich die Schüler dann auch daran.

Mehr zum Thema: Türkischer Bund fordert Abschaffung der Deutschpflicht an Schulhöfen

Eltern wissen das zu schätzen. Viele schicken ihre Kinder gerade wegen der Deutschpflicht zu uns. Wir waren die ersten in Berlin, die ein solches Modell eingeführt haben. Seither geht es auf unserem Schulhof friedlicher zu. 

Wir sehen die Deutschpflicht nicht als diskriminierend an

Und ich hoffe, dass wir damit weitermachen können. Der Türkische Bund Berlin hat vom künftigen Senat gefordert, eine solche Regel zu verbieten. Diskriminierend soll sie sein - aber das sehen wir komplett anders.

Ich kann nur hoffen, dass man sich nicht auf diese Forderung einlässt. Die Kinder haben es bitter nötig - und sind am Ende auch dankbar dafür. Wir haben insgesamt 90 Minuten Pause. Das sind also 90 Minuten zusätzliche Sprachförderung. Es ist einfach nicht so, dass alle unsere Schüler fehlerfreies Deutsch sprechen. Der Satzbau stimmt zum Teil nicht. Wörter sitzen nicht.

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Wenn die Kinder viel Deutsch sprechen - nicht nur im Unterricht, sondern auch in den Pausen - , dann leben sie in der Sprache und ihnen werden später im Leben viel mehr Türen offen stehen.

Sprache ist die Grundlage für Integration - wer nicht gutes Deutsch spricht, hat kaum Chancen, sich in unserer Gesellschaft einzubringen. Ich kann allen Schulen nur empfehlen: Führt Deutsch als verbindliche Verkehrssprache auch auf euren Schulhöfen ein!

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Oft schauen wir auf gesellschaftliche Entwicklungen nur aus einer abstrakten Perspektive: Experten sprechen über Probleme anhand von Studien. Politiker loben, was gut läuft, anhand von grauen Statistiken - all das hat mit dem Alltag der Menschen, die von diesen Entwicklungen betroffen sind oder sie prägen, oft wenig zu tun.

Diese Menschen kommen jetzt in der Huffington Post zu Wort. Denn wie fühlt sich Armut in einem reichen Land jenseits der Statistiken an? Wie sieht Deutschland aus der Perspektive eines Obdachlosen aus? Vor welchen Problemen steht ein gerade angekommener Flüchtling? Wer hat mit seiner Initiative ein gravierendes Problem gelöst? All das ist Thema in HuffPost-Voices.

Diskutiert mit und schickt uns eure Erlebnisse an Blog@huffingtonpost.de.

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Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

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